Atotonilco
From Mexiko-Lexikon
| UNESCO - Weltkulturerbe
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| Atotonilco | ||
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Ort im Bundesstaat Guanajuato
Der kleine Ort Atotonilco, was übersetzt „heißes Wasser“ bedeutet, hat ca. 597 Einwohner und befindet sich etwa 15 km von San Miguel de Allende entfernt, im Bundesstaat Guanajuato. Bekannt ist Atotonilco für die aus dem 18. Jahrhundert stammende „Wallfahrtskirche Jesús de Nazareno“ (spanisch: „Sanctuary of Jesús de Nazareno“), die im Jahre 2008 durch die Welterbe-Kommission der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbestätte aufgenommen wurde.
Im Jahre 1740 begann der Jesuiten-Pater Luis Felipe Neri de Alfaro in der Nähe einiger heißer Quellen mit dem Bau der "Wallfahrtskirche Jesús de Nazareno".
Pater Luis Felipe Neri de Alfaro wurde am 25.August 1709 in Mexiko-Stadt geboren und kam nach seinem Theologie-Studium mit 20 Jahren nach San Miguel de Allende. Einer Überlieferung zufolge baute Pater Luis Felipe Neri de Alfaro die Wallfahrtskirche, nachdem ihm während einer Rast bei den heißen Quellen, Jesus im Traum mit einer Dornenkrone und einem Kreuz erschienen war. In diesem Traum soll Jesus sich geäußert haben, dass es sein Wunsch wäre, dass an dieser Stelle ein Ort für Gebete und Buße entsteht. Diesem Wunsch folgend, baute de Alfaro eine kleine Kirche zu Ehren von Jesus von Nazareth.
Im Laufe der nachfolgenden Jahre wurde der Bau der einstmals kleinen Kirche weiter ausgedehnt und der Kirchenkomplex besteht heute aus einer großen Kirche mit mehreren Kapellen.
Zu Beginn des mexikanischen Unabhängigkeitskrieges zog Pater Miguel Hidalgo y Costilla mit einer Rebellengruppe nach Atotonilco und nahm aus der Kirche die Kirchenfahne mit dem Bildnis der Jungfrau von Guadalupe an sich. Er machte sie zum Banner der Freiheitskämpfer.
Der von außen unscheinbar wirkende, komplizierte architektonische Kirchenbaukomplex, ist im Inneren ausgeschmückt mit Ölgemälde von Juan Rodríguez Juárez und Wandmalereien (Murales) von Miguel Antonio Martínez de Pocasangre. Die Wallfahrtskirche Jesús de Nazareno, die eine der berühmtesten Wallfahrtsstätten des Landes ist, zeugt vom Einfluss der Doktrin des Heiligen Ignatius von Loyola. Sie ist ein Meisterwerk des mexikanischen Barocks und steht für den Austausch zwischen europäischen und lateinamerikanischen Kulturen.
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