Benito Juárez (Politiker)
From Mexiko-Lexikon
| |||
| Vorgänger: | Ignacio Comonfort | ||
| Nachfolger: | Sebastián Lerdo de Tejada | ||
| Geboren: | 21. März 1806 | ||
| Geburtsort | San Pablo Guelatao, Bundesstaat Oaxaca | ||
| Gestorben: | 18.Juli 1872 | ||
| Sterbeort | Mexiko-Stadt | ||
| Verheiratet mit: | Margarita Maza | ||
Mexikanischer Politiker und Staatspräsident, "Landesheld". Geb. 21.03.1806 San Pablo Guelatao, Oaxaca, gest. 18.07.1872 Mexiko-Stadt.
Benito Juárez García, Sohn von Marcelino Juárez und Brígida Gracia, war der erste Staatspräsident indigener Abstammung. In seine Amtszeit fallen die Reform-Bürgerkriege und die französische Invasion, in beiden konnte er sich behaupten und den von ihm verfassten Staatsreformen (Trennung von Kirche und Staat, Veräußerung des Kirchenbesitzes, Erhaltung der republikanischen Staatsidee) Geltung verschaffen. Er starb im Nationalpalast, wo er seinen Wohnsitz ab 1867 hatte.
Entwicklung bis 1857
Von Geburt Zapoteke, wuchs Juárez unter ärmlichen Bedingungen auf. Früh verstarben beide Elternteile, Juárez wurde in Obhut eines Onkels großgezogen. Als Kind hütete er Schafe. Auf der Suche nach einer Schwester in Oaxaca lernte er einen Priester kennen, der ihm ab 1821 eine Schulausbildung an einem kirchlichen Seminar ermöglichte.
Beruflich wurde Juárez anschließend ab 1833 als Anwalt tätig. Bereits 1845 ist er Innenminister von Oaxaca, 1846 Abgeordneter im Bundesparlament und 1847 Gouverneur von Oaxaca. Seine liberale Gegnerschaft zum Regime von Antonio Lopez de Santa Ana zwingt ihn ins Exil nach New Orleans (USA), wo er zwischen 1853 und 1855 lebt. Nach dem Sturz des Diktators wird Juárez erneut Gouverneur von Oaxaca, übernimmt jedoch 1857 das Präsidium des Obersten Gerichtshofs.
Präsidentschaft 1857-1867
Im Dezember 1857 wurde Juárez eingesperrt, weil er den Autoputsch des Präsidenten Ignacio Comonfort ablehnte. Als dieser jedoch selbst wenige Tage später durch konservative Kräfte, die sich gegen die von Comonfort verabschiedete, liberale Verfassung stellten, gestürzt werden sollte, ermöglichte Comonfort Juárez die Flucht nach Guanajuato. Dort proklamierte sich dieser selbst zum Präsidenten, da der Oberste Richter durch den Sturz Comonforts rechtmäßig dessen Nachfolger sei.
Im sogenannten "Reformkrieg" (1857-1861) konnte sich Juárez gegen seine konservativen Gegner durchsetzen und am 11.Januar 1861 siegreich in Mexiko-Stadt einmarschieren. Anfänglich wurde er in Veracruz belagert, konnte aber die Belagerung durchbrechen. Von hier aus proklamierte Juárez die "Reformgesetze": Aufhebung des Kirchenbesitzes, Trennung von Kirche und Staat. Sein Ansehen erlitt Schaden, als er 1858 dem Verkauf von Landesterritorium an die USA zustimmte, um so die Unterstützung des mächtigen Nachbarn einzuholen (der Vertrag trat jedoch wegen des Widerstands des US-Kongresses nicht in Kraft).
Nach dem Sieg stellte sich Juárez allgemeinen Wahlen und gewann sie. Im Juli 1861 - angesichts leerer Staatskassen - stellte der Präsident die Tilgung der Auslandsschulden ein und provozierte damit den nächsten Konflikt: Frankreich, Großbritannien und Spanien besetzen im Dezember 1862 Veracruz, im April 1862 beschloss Frankreich die Unterwerfung des Landes. Juárez Generäle konnten die Invasoren zuerst bei Puebla (Schlacht vom 5.Mai 1862) aufhalten, ein Jahr später musste Juárez aber die Hauptstadt verlassen. Er flüchtete Richtung Norden, bis an die Grenze zu den USA, ins heutige Ciudad Juarez.
Umstritten blieb seine Entscheidung, nach dem gewonnenen Krieg den Kaiser Maximilian vor Gericht zu stellen und hinrichten zu lassen. Juárez, Verfechter der Legalität, berief sich dabei auf die Todesstrafe, die für den "Missbrauch öffentlicher Ämter" vorgesehen war. Andere Quellen nennen Maximilians Dekret von 1864, durch den jeder Rebell, auch Juárez, bei Gefangennahme zu erschießen sei, als Grund für die Ablehnung des Gnadenakts, um den Juárez nach dem Todesurteil gebeten worden war.
Ausklang
Im Juli 1868 kehrte Juárez nach Mexiko-Stadt zurück und ließ sich erneut per Wahl im Amt bestätigen. Die 1858 proklamierten "Reformgesetze" wurden umgesetzt. Er macht jedoch den Fehler, die Verfassung von 1857 mittels Volksabstimmung (anstelle per Parlamentsbeschluss) ändern zu wollen und bringt damit die Liberalen gegen sich auf. Zudem stellte er sich erneut 1871 zur Wiederwahl (die er gewinnt), weswegen sich Porfirio Díaz gegen ihn erhob.
1872 starb Juárez an einer Herzattacke. Er war seit 1833 mit Margarita Maza verheiratet.
| Staatspräsidenten von Mexiko
|
| Víctoria | Guerrero | Bocanegra | Bustamante | Múzquiz | Gómez Pedraza | Gómez Farías | Santa Anna | Barragán | Corro | Bravo | Echeverría | Canalizo | Herrera | Paredes | Salas | Anaya | Manuel de la Peña y Peña | Arista | Ceballos | Lombardini | Carrera | Díaz de la Vega | Álvarez | Comonfort | Juárez |Zuloaga | Robles Pezuela | Miguel Miramón | Pavón | Lerdo | Iglesias | Díaz | Méndez | González | León de la Barra | Madero | Lascuráin | Huerta | Carvajal | Gutiérrez | González Garza | Lagos Cházaro | Carranza | De la Huerta | Obregón | Calles | Portes Gil | Ortiz Rubio | Rodríguez | Cárdenas | Ávila Camacho | Alemán | Ruiz Cortines | López Mateos | Díaz Ordaz | Echeverría | López Portillo | De la Madrid | Salinas | Zedillo | Fox | Calderón | Enrique Peña Nieto |

