Caso Bribiesca
From Mexiko-Lexikon
Korruptionsaffäre um die Söhne aus erster Ehe von Martha Sahagún, Ehefrau von Staatspräsident Vicente Fox 2005/2006.
Manuel und Jorge Alberto Bribiesca Sahagún, Söhne von Sahagún, wird vorgeworfen, öffentliche Immobilien in Irapuato und Puebla über ihre Firma "Empresa Construcciones Prácticas" zu einem weitaus geringeren Preis als dem tatsächlichen erworben zu haben. Nach ersten Vorwürfen bildete sich im Bundesparlament im Juni 2005 ein Sonderuntersuchungsausschuss (Comisión Especial) unter Vorsitz von Jesús González Schmal, Abgeordneter der Partei Convergencia (offizieller Titel: Comisión Investigadora de Construcciones Prácticas).
Im Mai 2006 scheiterte der Versuch der Bribiesca-Brüder, einen richterlichen Beschluss gegen die Kommission zu erwirken. Anfang Juni erklärte Schmal, man werde der Bundesstaatsanwaltschaft einen Bericht übergeben, wonach die Söhne in drei Fällen mit Hilfe eines befreundeten Unternehmers und Zuarbeit des IPAB-Chefs öffentliche Immobilien (d.h. Immobilien, die der Staat im Zuge der Bankensanierung nach 1995 übernommen hatte) für nur 735.000 Dollar erworben hätten - wobei der tatsächliche Wert bei 12,3 Millionen Dollar (140 Millionen Pesos) liege.
Am 27. Juli 2006 schließlich erfolgte die Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes. Demnach sei die öffentliche Hand um insgesamt 354 Millionen Pesos betrogen worden. Neben den Brüdern seien Funktionäre des IPAB, der Secretaría de la Función Pública und PEMEX verwickelt. Auch Mitglieder der PGR seien involviert. ([1]). In einer Pressekonferenz erklärten zudem Schmal und zwei PRI-Mitglieder der Kommission, dass aus den Papieren hervorgehe, dass Martha Sahagún in den Fall verwickelt sei. Die Brüder hätten ohne die Namen und den Einfluss des Präsidentenpaares nicht diese Manöver erzielen können ([2]).

