Charreadas

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Mexikanische Pferdereitspiele (El charro = mex. Reiter)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Charreadas haben ihren Ursprung in den Wettbewerben der mexikanischen "Cowboys", der Viehhüter („Vaqueros“). Sie demonstrierten die klassischen Arbeitsvorgänge auf den haciendas und führten ihre Reitkunst vor, „la charrería“. Wenn man noch weiter in der Geschichte zurückgehen möchte, fing genaugenommen alles mit Hernán Cortés an, denn er brachte die ersten Pferde nach Mexiko, mit 16 berittenen Soldaten ging er damals an Land. Als auf einer Expedition nach Honduras eines der Pferde starb, drückten die Mayas ihren großen Respekt vor dem Pfad aus, indem sie den Kadaver zur Gottheit ernannten. Damals waren alle Spanier einer Kolonie verpflichtet, sich ein Pferd zu halten. Den Indígenas war es per königlichem Dekret von 1528 sogar unter Todesstrafe verboten, sich überhaupt auch nur auf ein Pferd zu setzen. Als man das erste Vieh ins Land brachte und auf die Hilfe der Indianer angewiesen war, wurde dieser Erlass aufgehoben. Das Pferd stand damals sehr im Mittelpunkt, ob bei der Arbeit oder beim Sport. Die mexikanischen Reiter entwickelten eine Technik, um über die wilden Bullen Herr zu werden. Dabei packt der Reiter den Bullen am Schwanz, auch „colear“ bzw. „coleada“ genannt. Das sieht so aus, dass zuerst die Herde zusammengetrieben wird, dann werden im fliegenden Galopp einzelne Tiere ausgesondert indem man sie am Schwanz fasst, ihn unter dem rechten Bein durchzieht und um den Sattelknauf windet. Dann machen sie mit dem Pferd eine plötzliche Kehrtwendung um 180 Grad, so dass der Bulle stürzt.

Aber auch in den mexikanischen Kriegen haben die Charros ihre Geschichte, sie bildeten damals die Kavallerie. In der Schlacht von Alamo jagten sie die Texaner mit Hilfe ihrer Lassos. Als sie gegen die Franzosen kämpften, nutzten sie ihre Fertigkeiten, indem sie mit den Lassos die Kanonenrohre aus der Schutzrichtung rissen. In den Jahren nach der Revolution, als viele Viehzüchter enteignet wurden, entwickelten sich die meisten Charros langsam aber sicher zu "Großstadtcowboys".

Die Charreada heute

Die Charreadas heute sind ein folkloristisches Erlebnis, das man nicht versäumen sollte. Rassige Pferde, die Charros in ihren typischen Trachten, wunderhübsche „Adelitas“ – die weiblichen Charros - und die typische Mariachi-Musik, das ist "Fiesta mexicana" par excellence und für viele heute der einzige wirkliche Nationalsport. Sie finden in fast allen größeren mexikanischen Städten statt, besonders in Guadalajara und Jalisco und in Mexiko-Stadt, wo sich die größten Arenen befinden, die „Lienzos charros“. Auf dem „Palenque“ wie sich die Wettkampfarena auch nennt, werden die verschiedensten Dressur- und Lassokünste präsentiert. Sie finden meist zwischen 11 und 14 Uhr statt. Es gibt eine spektakuläre, farbenprächtige Eröffnungsparade mit Mariachi-Musik, bei der sich die rivalisierenden Gruppen vorstellen. Meist gehören auch verschiedene Tänze und Gesangsdarbietungen zum Programm. Der „Cola de caballo“ ist der erste Wettbewerb, wo der Reiter demonstrieren muss, dass er sein Pferd vollständig beherrscht. Dabei galoppiert er auf ein weiß markiertes Viereck zu, in dem er sein Pferd in Sekundenschnelle zum Stehen bringen muss. Dann dreht es sich im Kreis, einmal rechts und einmal links, wobei es das Rechteck nicht verlassen darf, dann wird es im Rückwärtsgang hinausgeführt.

Wilde Stiere werden gebändigt und ungerittene Pferde gezähmt, das nennt man die „jineteos“. Beim Todesschritt, dem „paso de la muerte“ springen die Reiter in vollem Galopp von ihrem Pferd auf den Rücken eines ungezähmten Pferdes. Bei der „mangana“ werden die Pferde mit dem Lasso eingefangen und bei der „coleada“ oder auch „coleadero“ genannt, werden die Stiere während des Galopps zu Fall gebracht. Es gibt ebenso Wettbewerbe für Frauen, die „escaramuza charra“, bei der sich die Adelitas sehr gekonnt im Damensattel präsentieren. Am Ende wird meistens noch von allen gemeinsam der „jarabe tapatío“ getanzt, der Volkstanz von Jalisco.

Die Charro-Tracht

Man sagt den Charros nach, dass sie ein Vermögen für ihre Bekleidung und die Ausstaffierung ihrer Pferde ausgeben. Die typische „traje de charro“, besteht aus engen schwarzen Hosen mit seitlichen Silberknöpfen, Rüschenhemden, besticken Bolerojacken, spitzen Stiefeln und Sombreros. Zu bewundern ist sie auch an den Mariachis, die die typische Bekleidung der Charros bei ihren Auftritten präsentieren.

Im "Museo de la Charreria" in Mexiko-Stadt kann man sich die Kostüme anschauen und vieles mehr was zur mexikanischen Reitkunst gehört. Es befindet sich an der Ecke der Avenida José Maria de Izazaga und Isabel la Católica Nr. 108 und ist geöffnet von Montag bis Freitag, von 10 bis 17 Uhr.

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