Codex
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Allgemein
Codex =Pl. Codices.
In den Codices, Faltbüchern (Leporellos), hielten die (Mayas, Azteken und Mixteken) ihr Wissen um Religion und Geschichte, aber auch Natur- und astronomische Beobachtungen fest. Die Maya benutzten dazu eine Hieroglyphenschrift, während die zentralmexikanischen Kulturen, wie zum Beispiel die Azteken, Piktogramme (Bildzeichen) benutzten. In dieser Bildzeichen-Schrift hatte nicht nur jede Farbe, jede Person und jeder Gegenstand eine Bedeutung; die Zusammenstellung der einzelnen Zeichen ergab vielmehr eine eigene Bedeutung. Der Großteil dieser Codices wurde durch die Conquista (Eroberung Mexikos) und die anschließende Arbeit der Inquisition vernichtet. Von den Originalmanuskripten der mesoamerikanischen Kulturen sind lediglich 14 aus vorspanischer Zeit erhalten geblieben. Andere Codices stammen aus der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts: Sie entstanden auf Anweisung der Spanier oder wurden durch die Eroberer und Missionare, nachdem sie die Sprache der unterworfenen Völker erlernten, selbst verfasst. Augrund mangelnder Sprachverständnisse und subjektiver Bewertungen sind diese späteren Codices oft mit Fehlern durchsetzt.
Das Material
Die Codices bestanden aus langen Bahnen präparierter Tierhäute - wie zum Beispiel gekalkter Hirschhaut - oder Papier, welches aus der Rinde des Feigenbaumes oder aus Baumwolle hergestellt wurde.
Die Herstellung
Der Franziskanerpater Bernardino de Sahagún überlieferte, wie die Faltbücher hergestellt und interpretiert wurden. Beispielsweise das Amate -Papier der Mayas: Die Rinde des wilden Feigenbaumes wurde zuerst zerkocht, anschließend auf einem Holzbrett gitterförmig ausgelegt und solange mit einem Stein breitgeschlagen, bis sich eine verfilzte Oberfläche ergab. Nachdem diese Filzstreifen an der Sonne trockneten, wurden sie mit einer dünnen Stuckschicht überzogen. Zum Abschluss wurden diese Streifen aneinandergeklebt (zum Beispiel ist der Madrider Codex 6,80 Meter lang) und Ziehharmonikaartig gefaltet.
Vernichtung der Codices
- Itzcoatl:
Itzcoatl, der vierte König der Azteken, der von 1428 bis 1440 regierte, ordnete an, alle Bilderhandschriften des 1428 unterworfenen Nachbarreiches von Azcapotzalco zu vernichten, damit nicht der darin festgehaltene Ruhm der Besiegten jener der Hauptstadt Mexiko-Tenochtitlán überschatte.
- Diego de Landa :
Traurige Berühmtheit erlangte der Bischof von Yucatán, Diego de Landa, der 1562 in Mani, einem Kulturzentrum der Maya, Tausende von Götterfiguren und eine Vielzahl von Handschriften vernichten ließ. Nachzulesen in seinem Buch „Relacion de las cosas de Yucatan“
- Erzbischof Don Juan de Zumarraga
Die Schriften der Azteken, besonders die in Texcoco aufbewahrten, wurden durch Mexikos ersten Erzbischof Don Juan de Zumarraga verbrannt. Ein spanischer Chronist schrieb dazu: „Alle Schriften, die sich in Texcuco befanden, stapelten sie (die Missionare) auf dem Marktplatz auf, dass der Haufen aussah wie ein kleiner Berg. Den zündeten sie an und verbrannten die Erinnerung an viele recht seltsame und merkwürdige Ereignisse zu Asche.“
Erhaltene Codices
Maya
Die vier erhaltenen vorspanischen Maya-Codices werden nach ihrem Aufbewahrungsort benannt:
- Dresdner Codex,auch Codex Dresdensis genannt.
- Pariser Codex, auch Codex Peresianus genannt.
- Madrider Codex, auch Codex Tro-Cortesianus genannt.
- Grolier Codex
Mixteken
Die Mixteken nannten ihre Bücher "Tonindeye" (übersetzt:Geschichte der Geschlechter).
Vorspanische Codices:
- Codex Nuttall (wird auch oft Codex Zouche-Nuttall genannt),
- Codex Vindobonensis Mexicanus I
Azteken
Vorspanische Codices:
Codices aus der spanischen Kolonialepoche:
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