Ejército Popular Revolucionario
From Mexiko-Lexikon
Ejército Popular Revolucionario,kurz EPR: Bewaffnete Oppositionsgruppe im Bundesstaat Guerrero.
Die bewaffnete Guerillaorganisation Ejército Popular Revolucionario (übersetzt: "Revolutionäre Volksarmee") trat im Jahre 1996 im Bundesstaat Guerrero erstmals in Erscheinung.
Laut offiziellen Quellen ist die EPR von 1996 bis heute für den Tod von 15 Soldaten, 19 Polizisten und mehreren Zivilisten verantwortlich. 13 Polizisten, 41 Soldaten und wiederum mehrere Zivilisten wurden verletzt.
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Entstehung
Die marxistisch-leninistisch orientierte EPR entstand aus einem Zusammenschluss aus 14 verschiedenen Gruppen, unter anderem aus der "Partido de los Pobres" (Partei der Armen), die noch heute den aktiven Kern der EPR bildet.
Die 1967 gegründete „Partido de los Pobres" war Anfang der 70er-Jahre eine bewaffnete Guerillagruppe im Bundesstaat Guerrero. Nachdem Anfang der 80er-Jahre viele Aufstandsbewegungen in Guerrero durch das Militär zerschlagen wurden, formierte sich die "Partido de los Pobres" neu und ging in den 90er-Jahren in der EPR auf.
Auftreten
- Der erste spektakuläre Auftritt der EPR fand statt am 29.Juni 1996.
Ein Jahr nach dem Massaker von Aguas Blancas (Bundesstaat Guerrero), bei dem am 28.Juni 1995 17 Mitglieder der OCSS (Organización Campesina Sierra del Sur/ Organisation der Bauern der Sierra Sur) von Polizeieinheiten getötet und weitere 23 Mitglieder schwer verletzt wurden, tauchten ca. 100 EPR-Guerilleros bei einer Gedenkveranstaltung der OCSS auf (1). Bei dieser Gedenkveranstaltung proklamierte die EPR ein politisches Manifest, bekannt als „Declaración de Aguas Blancas". Mit diesem Manifest stellen sie ihren bewaffneten Kampf nach eigenen Angaben als ein notwendiges und legitimes Mittel zur Überwindung der institutionalisierten Gewaltverhältnisse in Mexiko und zum Sturz der vom ausländischen Kapital dominierten mexikanischen Regierung dar (2). Nach Verlesung des Manifestes verschwanden die Guerilleros in den Wäldern der Sierra. Eine unmittelbar darauf erfolgte Suchaktion des mexikanischen [[Militär]s und der Zivilpolizei blieb erfolglos.
- In der Folgezeit unternahm die EPR nicht nur überfallartige Guerillaoperationen in Guerrero, sondern weitete diese auch aus auf die Bundesstaaten Oaxaca und Puebla, wobei mehrere Menschen getötet wurden.
- Die gegen die EPR eingesetzte Militärpräsenz führte jedoch auch vielfach zu unangemessener, willkürlich angewandter Repression gegen die Einwohner der betreffenden Regionen, denen man eine angebliche Verbindung zum EPR anlastete.
- Am 7.August 1996 gab die EPR mit dem „Manifest der Sierra Madre Oriental“ die erfolgte Gründung der PDPR (Partido Democrático Popular Revolucionario/ Demokratisch Revolutionäre Partei) bekannt, mit der sie einen politischen Arm ins Leben gerufen habe.(3)
- Anfang 1997 wurde Benigno Guzmán Martínez, einer der mutmaßlichen Köpfe der EPR, festgenommen. Allerdings führte dies zu keiner wesentlichen Schwächung der EPR.
- Obwohl im Juli 1997 die EPR einen einseitigen Waffenstillstand angekündigt hatte, erfolgten Anfang 1998 erneute Überfälle auf Polizeistationen und Armeeposten.
- Zu Beginn des Jahres 1998 spaltet sich die EPR und es entstand eine neue Gruppe, die "Ejército Revolucionario del Pueblo Insurgente",kurz ERPI ("Revolutionäre Aufständische Volksarmee"). Laut eigenen Angaben hat sich die ERPI, die sich als bewaffnete Selbstverteidigung im Auftrag des unterdrückten Volkes in Guerrero versteht, wegen „Zentralismus und Bürokratie“ von der EPR abgespalten.
- Im Juni 1998 überraschte ein Militärtrupp eine Gruppe EPR-Guerillas im Dorf El Charco in Chiapas. Obwohl keine Kampfhandlungen stattgefunden haben sollen, wurden elf Guerillas getötet, fünf verletzt und 21 festgenommen.
- Bei weiteren erfolgten bewaffneten Attacken der Guerillas war nicht immer ganz klar, ob es sich dabei um Aktionen der EPR oder der ERPI handelte.
- 1999 führte die EPR einen Strategiewechsel durch und widmete sich nunmehr verstärkt dem zivilen Widerstand und politischer Propaganda. Gleichzeitig formierte sie militärische Strukturen in den Regionen mit starker sozialer Basis.
- Nachdem die durch Angriffe der Sicherheitskräfte geschwächte EPR zuletzt nur noch durch Kommuniques auf sich aufmerksam machte, übernahm sie nun die Verantwortung für mehrere Bombenanschläge auf den staatlichen Erdölkonzern PEMEX in der Zeit vom 5. und 10.Juli 2007 in den Bundesstaaten Guanajuato und Querétaro. Diese Anschläge haben nach Medienberichten und Angaben der nationalen Industriekammer CONACINTRA für wirtschaftliche Schäden in Millionenhöhe gesorgt, rund 800 bis 1000 mittlere bis große Unternehmen sollen wegen Treibstoffmangels ihre Produktion zeitweilig eingestellt haben. Betroffen waren demnach auch Fertigungswerkstätten für Autoteile in Querétaro und Guanajuato ([1]). Laut einem Schreiben der EPR, das in der Tageszeitung „La Jornada“ (4) veröffentlicht wurde, begründet die EPR die Anschläge mit einer „nationalen Kampagne zur Bestrafung, die sich gegen die Interessen der Oligarchie und der illegitimen Regierung von Felipe Calderón richtet“ und droht an, neue Anschläge solange fortzusetzten, bis Felipe Calderón und Oaxacas Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz die seit dem 25.Mai 2007 verschwundenen Aktivisten aus der Unruheregion Oaxaca lebend präsentieren (5).
- 01.August 2007: Gegen ca. 5 Uhr morgens explodierte in Oaxaca Stadt vor dem Warenhaus Sears, Plaza de Valle im Süden der Stadt, eine Bombe mit geringer Sprengkraft. Zwei weitere Bomben, eine vor einer BANAMEX-Filiale (Banco Nacional de México/ Privatbank des Landes) und eine andere in den Anlagen der Comisión Federal de Electricidad (Bundeskommission für Elektrizität) konnten rechtzeitig entschärft werden. Für die ersten beiden Bomben übernahm die EPR die Verantwortung. Laut EPR stehen diese Bombenanschläge, wie bereits zuvor die Bombenanschläge auf den staatlichen Erdölkonzern PEMEX (Juli 2007), in Verbindung mit der Forderung nach Freilassung der seit dem 25.Mai 2007 verschwundenen EPR-Aktivisten aus der Unruheregion Oaxaca.
- 10.September 2007: Um 02:00 Uhr werden zeitgleich an fünf Gas- und einer Erdölleitung in den Staaten Veracruz und Tlaxcala Sprengsätze gezündet. Die Gasversorgung wird unterbrochen. Zahlreiche Grossbetriebe wie der Glashersteller Vitro, VW und der staatliche Stromkonzern CFE stellen die Produktion ein. Die Forderungen in einem Bekennerschreiben sind dieselben wie bei den Sabotageakten am 5. und 10. Juli 2007.
Quellenverzeichnis
- ↑ (1) Eine neue Guerillaarmee in Mexiko - Guerrero im Krieg: John Ross, Global Exchange, Juli 1996 [2]
- ↑ (2) „Declaración de Aguas Blancas". [3]
- ↑ (3) „Manifest der Sierra Madre Oriental“ [4]
- ↑ (4) La Jornada : Se adjudica el EPR ocho explosiones contra ductos de Pemex en dos estados 11.7.2007 [5]
- ↑ (5) Heise: "Revolutionäres Volksheer" meldet sich in Mexiko mit Anschlägen zurück[6]
Links
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