Erdöl

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Wichtigster Exportrohstoff des Landes.

Mexiko gehört zu den wichtigsten Erdöl exportierenden Ländern. Erschließung, Ausbeutung und Vertrieb/Vermarktung des Rohstoffes liegt ausschließlich in den Händen der staatlichen Monopolgesellschaft PEMEX. Mexiko ist nicht Mitglied der "Organisation Erdöl exportierender Länder" (OPEC).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die größten Öllager liegen an der Ostküste des Landes in den Bundesstaaten Tamaulipas, Veracruz, Tabasco, Campeche und Chiapas bzw. vor deren Küsten im Golf von Mexiko. Besonders ergiebig ist die sogenannte "Faja de oro" im Norden von Veracruz sowie die Felder der Bundesstaaten Campeche und Tabasco. 2004 wurden nach Angaben von PEMEX neue Vorkommen im Golf von Mexiko entdeckt.

Das größte Ölfeld ist der 1976 entdeckte Bereich "Cantarell", etwa 85 Kilometer vor der Küste von Ciudad del Carmen gelegen. Allein hieraus werden laut Medienberichten 60 Prozent des mexikanischen Erdöls gefördert. Cantarell besteht aus den Feldern "Nohoch", "Chac", "Akal", "Kutz", "Ixtoc" und "Sihil". Cantarell hatte zum Stichtag 1. Januar 2005 eine Reserve von etwa 6,9 Milliarden Barrel Rohöl.

Liste der Erfölfelder (Quelle: Pemex)

Región Noreste, Golf von Mexiko:

  • Cantarell
  • Ku-Maloob-Zaap

Región Suroeste, Golf von Mexiko:

  • Abkatún-Pol-Chuc
  • Küste von Tabasco

Región Norte

  • Burgos
  • Veracruz
  • Poza Rica-Altamira

Región Sur

  • Bellota-Jujo
  • Macuspana
  • Cinco Presidentes
  • Samaria-Luna
  • Muspac

Zur Weiterverarbeitugn stehen im Land unter anderem mehrere Raffinerien zur Verfügung:

  • Ing. Antonio M. Amor, Salamanca, Tageskapazität 196.000 Barrel
  • Ing. Antonio Dovalí Jaime, Salina Cruz, Oaxaca, Tageskapazität 290.000 Barrel
  • General Lázaro Cárdenas, Minatitlan, Tageskapazität 169.000 Barrel
  • Miguel Hidalgo, Tula, Tageskapazität 273.000 Barrel (Versorgung des Distrito Federal und Umgebung)
  • Francisco I. Madero, Ciudad Madero, Tageskapazität 149.000 Barrel
  • Ing. Héctor R. Lara Sosa, Cadereyta, Nuevo León, 207.000 Barrel

Rohstoff Erdöl

Nach Angaben des "Instituto Mexicano del Petroleo" exportiert Mexiko drei Arten von Rohöl: "Istmo" (leicht), "Maya" (schwer) und "Olmeca" (superleicht).

Geschichte der Erdölförderung

Der Beginn der Ausbeutung der Erdöl-Vorkommen lag in den Händen ausländischer Investoren: 1900 gründeten Charles A. Candfield und Edward L. Doheny die "Mexican Petroleum of California", die auf einem Bohrfeld namens "El Ebano" bei San Luis Potosí 1901 ein Erdöllager entdeckte. Im Süden entdeckte die britische Firma "Pearson and Son" (Besitzer Weetman Dikinson Pearson) bei San Cristóbal im Tehuantepec-Isthmus 1902 Erdöl. Es folgte eine Raffinerie im nahegelegenen Minatitlán.

Die Erdölförderung erlitt in der Revolution keinen Schaden, u.a. weil die Erdölfirmen eine Privatarmee unter dem Revolutionsgeneral Manuel Peláez unterhielten. 1921 war Mexiko der weltweit zweitgrößte Ölproduzent, 17 Firmen teilten sich den Markt auf. 1938 wurden die ausländischen Ölfirmen jedoch enteignet und ihr Besitz in die staatliche Monopolgesellschaft PEMEX überführt. Ein zeitweiliger Boykott durch die USA und Großbritannien (Benzin- und Devisenmangel) beendete der Zweite Weltkrieg und der damit gestiegene Wert des mexikanischen Erdöls für die Kriegsführung. Von da an stiegen Förder- und Exportzahlen kontinuierlich an, der Ausbeutung folgte die stetige Erschließung neuer Erdölfelder und der Bau der Öl verarbeitenden Industrie (Raffinerien, petrochemische Fabriken). 1976 erzielte PEMEX mit dem Export 75 Prozent der Deviseneinnahmen des mexikanischen Staates. Zurzeit fördert PEMEX 3,3 Millionen Barrel Rohöl täglich. Eine Privatisierung des Staatsmonopolisten steht anscheinend nicht an, wohl aber die (in der Politik und Gesellschaft heftig diskutierte) Öffnung einzelner Unternehmenssektoren für ausländische Investoren.

Ende März 2008 legte das Energieministerium eine Studie namens "Situación de Pemex" vor. Demnach gehen die vorhandenen Ölreserven seit Mitte der achtziger Jahren zurück, in 9,2 Jahren sind sie nach Aussage des Ministeriums erschöpft. Wegen der zurückgehenden Produktion habe Pemex allein seit 2004 10 Milliarden Pesos an Verlusten einfahren müssen. Ohne Reformen würde die Produktion bis 2021 auf die Hälfte des heutigen Wertes zurückgehen. Laut Aussage der Studie könnten neue Reserven nur durch Tiefseebohrungen gefördert werden. Dafür und für die Ausweitung der Raffineriekapazitäten (schon jetzt werden laut Studie 40 Prozent des benötigten Benzins importiert) sei aber zusätzliches (privates) Kapital notwendig. Außerdem müsse der Konzern eine interne Unternehmensreform durchlaufen.

Gesetzliche Regelung der Erdölförderung

Am 24.12.1901 wurde die "Ley del Petróleo" verabschiedet. Sie gewährte den Investoren weitgehende Zugeständnisse. 1912 verhängte Präsident Francisco Madero eine Fördersteuer und ordnete die Registrierung der Erdölfirmen an. Es folgte 1915 eine "Comisión Técnica del Petróleo". 1918 folgte eine Grundstückssteuer, ebenso versuchte die Regierung von Staatspräsident Venustiano Carranza, eine Registrierungspflicht für die Erdölfelder durchzusetzen. Diese Maßnahmen stießen auf den Widerstand der Erdölfirmen, die ihre im Porfiriato erreichten Privilegien zu verteidigen suchten und die ihrerseits Unterstützung durch die US-Regierung erhielten. Insbesondere ein zunächst nicht umgesetzter Artikel in der Verfassung von 1917, der verfügte, dass alle Bodenschätze des Landes nationaler Besitz seien, brachte die Erdölfirmen auf.

Bereits 1915 kam es zu ersten Streiks unter den Ölarbeitern. Mehrere Protestbewegungen wurden immer wieder mithilfe von Regierungstruppen niedergeschlagen. 1924 aber erreichten Streikende des Ölfeldes "El Aguila" erstmals einen Tarifvertrag. Am 16.8.1935 gründete sich schließlich die "Sindicato de Trabajadores Petroleros de la República Mexicana", kurz STPRM.

Der Versuch der Gewerkschaft, einen allgemeinen Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Erdölindustrie auszuhandeln, stieß auf Gegenwünsche der Arbeitgeberseite. Im Mai 1937 rief die Gewerkschaft zum landesweiten Streik auf, die Bundesregierung stellte sich hinter den Protestierenden. Nachdem die Gewerkschaft den Streik beendete, übernahm eine staatliche Vermittlungskommission die Forderungen der Arbeiter an die Erdölfirmen, deren Bilanzen offenzulegen (formal um festzustellen, inwieweit sie nach Eigenangaben den finanziellen Forderungen der Arbeiter nicht nachkommen könnten). Weil die Firmen diese Forderung nicht erfüllten, erklärte Staatspräsident Lazaro Cardenas die gesamte Erdölindustrie im März 1938 für verstaatlicht (Ley de Expropiación de la Industria Petrolera) und legte ihre Besitzungen in der Monopolgesellschaft PEMEX (Juni 1938) zusammen. Ein Verfassungszusatz verbot den Verkauf an private (und damit ausländische) Investoren.

Enteignete Firmen:

  • Compañía Mexicana de Petróleo El Águila, S.A., Compañía Naviera de San Cristóbal, S.A., Compañía Naviera San Ricardo, S.A., Huasteca Petroleum Company, Sinclair Pierce Oil Company, Richmond Petroleum Company, California Standard Oil Company, Compañía Petrolera el Agwi, S.A., Compañía de Gas y Combustible Imperio, Consolidated Oil Company, Compañía Mexicana de Vapores San Antonio, S.A., Sabalo Transportation Company, Clarita, S.A., Cacalilao, S.A.

1965 wurde das "Instituto Mexicano del Petroleo" gegründet, um eine bessere Erschließung und Förderung der Ölreserven zu ermöglichen. 1992 reagierte der Gesetzgeber mit der "Ley Orgánica de Petróleos Mexicanos y sus Organismos Subsidiarios" auf die zunehmende Entkoppelung des Staates von der Wirtschaft. PEMEX wurde als Dachgesellschaft in mehrere selbstständige Bereiche unterteilt (PEMEX Exploración y Producción, PEMEX Refinación, PEMEX Gas y Petroquímica Básica, PEMEX Petroquímica) und eine bessere Wirtschaftlichkeit angestrebt.

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