Ernesto Zedillo Ponce de León
From Mexiko-Lexikon
| |||
| Vorgänger: | Carlos Salinas de Gortari | ||
| Nachfolger: | Vicente Fox Quesada | ||
| Geboren: | 27.12.1951 | ||
| Geburtsort | Mexiko-Stadt | ||
| Politische Partei | Partido Revolucionario Institucional (PRI) | ||
| Ehefrau | Nilda Patricia Velasco | ||
Ernesto Zedillo Ponce de León, Staatspräsident 1994-2000 (Geb. 27.12.1951 Mexiko-Stadt)
Zweiter Sohn einer bürgerlichen Mittelschichtfamilie. Zedillo regierte von 1994 bis 2000 Mexiko an der Spitze des Staates. Er war in 71 Jahren kontinuierlicher Herrschaft der PRI der vorerst letzte Staatsführer aus ihren Reihen. In seine Amtszeit fällt der Chiapas-Konflikt, den er zunächst militärisch, dann mit eher friedlichen aber auch destabilisierenden Methoden zu beenden suchte. Insgesamt aber wurde die Demokratisierung des Landes unter ihm erheblich vorangetrieben - so weit, dass er bei den Präsidentschaftswahlen 2000 den Sieg der Opposition unter Vicente Fox anerkannte. Wirtschaftlich begann in seiner Amtszeit ein steiler Aufwärtsboom in Folge des NAFTA-Abkommens, durch den in Nordmexiko neue Industriebetriebe entstanden.
Zedillo hat einen Doktortitel in Ökonomie der US-Universität von Yale und zählte zu den "Technokraten" des Salinismo. Seit 1971 Mitglied der PRI, wurde Zedillo 1988 Haushaltsminister, dann 1992 Erziehungsminister und schließlich im November 1993 Wahlkampforganisator des PRI-Präsidentschaftskandidaten Luis Donaldo Colosio. Nach dessen das politische System von Mexiko erschütternden Ermordung im März 1994 wurde Zedillo eher zufällig dessen Nachfolger als Präsidentschaftskandidat: Er hatte zu diesem Zeitpunkt kein politisches Amt inne (Voraussetzung für die Kandidatur) und galt wahrscheinlich als Kompromisskandidat innerhalb der PRI-Strömungen. In den wenige Monate später stattfindenden Wahlen konnte sich Zedillo durchsetzen.
Seine Präsidentschaft stand von Anbeginn unter schwierigen Vorzeichen: Im Dezember 1994 brach der Währungskurs des Peso ein und setzte eine Entwertung der Vermögens in Gang. Die Banken gerieten ins Strudeln, zu ihrer Rettung setzte Zedillo zusammen mit dem PAN den FOBAPROA (Fondo bancario de protección al ahorro), die Entschuldung der Banken mithilfe von Steuergeldern in Gang. Die nachfolgenden Jahre waren von einem Sparkurs und breiter wirtschaftlicher Not in der Bevölkerung geprägt. Erst nach 1997 beruhigte sich allmählich die Situation. Innenpolitisch hatte sich Zedillo mit dem Chiapas-Konflikt auseinanderzusetzen, den er zunächst militärisch (Offensive von 1995), dann aber nach internationalen Protesten auf eher friedlichem Wege zu lösen suchte. Amnestiegesetze und Aufnahme eines Dialogs bis hin zum Abkommen von San Andrés prägten diesen Weg. Gleichwohl kam der Friedensprozess nach der Verwässerung des Friedensabkommens durch das neue Indigena-Gesetz und anhaltende Gewaltakte 1998 zum Stillstand.
Hinsichtlich der Demokratisierung des Landes ließ Zedillo Wahlerfolge der Opposition zu. 1997 verlor seine Partei entsprechend die absolute Mehrheit im Parlament. Zugleich gewann ein PRD-Kandidat die Wahlen zum Bürgermeisteramt von Mexiko-Stadt. Der Höhepunkt war die Gewährung voller Autonomie für das Wahlinstitut, womit faire Wahlen möglich wurden. Selbst innerhalb der PRI ließ Zedillo offene Wahlen zu, um den Kandidaten für die nächsten Präsidentschaftswahlen zu bestimmen.
Zedillo ist heutzutage Mitglied diverser Aufsichtsräte von Unternehmen, Berater von Daimler-Benz und Coca-Cola und Kolumnist der Zeitung "Forbes". Seit April 2002 ist Direktor des Zentrums für die Erforschung der Globalisierung der Yale-Universität. Er ist Mitautor einer Untersuchung über die Weiterentwicklung der Globalisierung mit sozialen Vorzeichen.
Links
Mexico-Community
| Staatspräsidenten von Mexiko
|
| Víctoria | Guerrero | Bocanegra | Bustamante | Múzquiz | Gómez Pedraza | Gómez Farías | Santa Anna | Barragán | Corro | Bravo | Echeverría | Canalizo | Herrera | Paredes | Salas | Anaya | Manuel de la Peña y Peña | Arista | Ceballos | Lombardini | Carrera | Díaz de la Vega | Álvarez | Comonfort | Juárez |Zuloaga | Robles Pezuela | Miguel Miramón | Pavón | Lerdo | Iglesias | Díaz | Méndez | González | León de la Barra | Madero | Lascuráin | Huerta | Carvajal | Gutiérrez | González Garza | Lagos Cházaro | Carranza | De la Huerta | Obregón | Calles | Portes Gil | Ortiz Rubio | Rodríguez | Cárdenas | Ávila Camacho | Alemán | Ruiz Cortines | López Mateos | Díaz Ordaz | Echeverría | López Portillo | De la Madrid | Salinas | Zedillo | Fox | Calderón | Enrique Peña Nieto |

