Felipe Carrillo Puerto (Gouverneur)
From Mexiko-Lexikon
Felipe Carrillo Puerto, geb. 28.2.1872 Motul, Yucatán (andere Angaben: 8.11.1872), gest. 31.1.1924 Mérida, Yucatán. Carrillo Puerto war von 1922 bis 1924 Gouverneur von Yucatán.
Felipe Carrillo Puerto, Sohn von Justino Carrillo und Adela Puerto, lernte die Maya-Sprache und entwickelte sich zu einem Fürsprecher der Rechte der Indígenas. Er selbst arbeitete als Holzfäller, Wagenführer und Eisenbahner. Schon vor Ausbruch der Revolution unterstützte er Francisco Madero im Kampf gegen die Diktatur von General Porfirio Díaz. Er schloss sich nach 1913 den Guerilleros um Emiliano Zapata an. Nach 1915 (Eroberung von Mérida durch Revolutionstruppen) ist er wieder in seiner Heimat, 1918 ist er kurzzeitig Interimsgouverneur, muss aber aus politischen Gründen (Gegnerschaft zum Revolutionsführer Venustiano Carranza) fliehen und kehrt erst nach dessen Sturz 1920 zurück.
In Yucatán reorganisiert Carrillo Puerto die Partido Socialista del Sureste und gewinnt die Wahlen zum Gouverneursamt von Yucatán Ende 1921. Er führte in seiner Amtszeit sozialistisch inspirierte Landreformen durch, half den Maya-Arbeitern seines Bundesstaates nach dem ersten Weltkrieg, sich in Gewerkschaften und Kooperativen zu organisieren. Er war für die Einführung des Stimmrechtes für Frauen sowie für das Stimmrecht für die indigene Bevölkerung der Maya.
Ende 1923 wurde Felipe Carrillo Puerto im Zuge des in ganz Mexiko stattfindenden Putschversuchs von Adolfo de la Huerta nach anfänglichen Kämpfen zur Flucht aus Mérida gezwungen. Er versucht, nach Kuba zu fliehen, wird aber im heutigen Quintana Roo verraten und nach Mérida geführt, wo ihn ein Tribunal der Putschisten (die bis April 1924 Mérida besetzt halten sollten) Anfang Januar 1924 hinrichten lässt. Ihm zu Ehren wurde die Stadt Felipe Carrillo Puerto (Stadt) nach ihm benannt.
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