Frida Kahlo
From Mexiko-Lexikon
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| Geboren: | 06. Juli 1907 in Mexiko-Stadt | ||
| Gestorben | 13. Juli 1954 in Mexiko-Stadt | ||
| Beruf: | Malerin | ||
| Besonderheit: | In den 30er Jahren Unterstützung von Leo Trotzki | ||
| Ehemann: | Diego Rivera | ||
Frida Kahlo, mexikanische Künstlerin (* 06. Juli 1907 Mexiko-Stadt; † 13. Juli 1954 Mexiko-Stadt)
Inhaltsverzeichnis |
Biographie
Jugendzeit und Unfall
Magdalena Carmen Frida Kahlo y Calderon, wie ihr vollständiger Name lautet, wird am 6. Juli 1907 als dritte Tochter von dem aus Deutschland eingewanderten Wilhelm (Guillermo)Kahlo und Mathilde Calderón in Coyoacán, einem Vorort von Mexiko-Stadt, geboren. Im Alter von sechs Jahren erkrankt sie an Kinderlähmung und behält davon eine Behinderung am rechten Bein zurück. Sie ist der Liebling ihres Vaters, der ihr die Liebe zur mexikanischen Archäologie und der Fotographie nahe bringt.
Frida besucht das Colégio Aleman und anschließend als eines der wenigen Mädchen die Escuela Nacional Preparatoria , wo sie sich in den avantgardistischen und politischen Zirkeln der Eliteschule bald einen Namen macht.
Am 17. September 1925, Frida ist gerade 18 Jahre alt, wird der Bus, mit dem sie von der Schule nach Hause fährt, von einer Straßenbahn gerammt. Durch den Aufprall barst eine Haltestange und bohrte sich durch ihren Unterleib. Frida überlebte den Unfall mit 17 Knochenbrüchen, schweren Verletzungen an der Wirbelsäule und einem zertrümmerten Fuß. Durch die schwere Schädigung der inneren Organe und der Wirbelsäule wird sie zeitlebens behindert bleiben und auch keine Kinder bekommen können.
Im Krankenhaus beginnt sie mit ihrer eigenen Überlebensstrategie: Portraits malen. Sie bekommt eine spezielle Staffelei geschenkt und ihre Mutter lässt an der Decke einen Spiegel befestigen. So kann sie in einer Art Auto-Therapie ihr eigenes Leiden künstlerisch verarbeitet: Sie malte sich als kleiner, von Pfeilen durchbohrter Hirsch und in einem ihrer berühmtesten Gemälde "Die gebrochene Säule" mit geöffnetem Brustkorb und einer bröckelnden Säule anstelle des Rückgrats.
Diego Rivera
Drei Jahre nach diesen Unfall lernt sie auf einer Party den schon berühmten und renommierten Maler Diego Rivera kennen und lieben. Später wird sie sagen, sie habe zwei große Unfälle in ihrem Leben gehabt: Den einen mit 18, der zweite sei ihre Verbindung mit Diego Rivera gewesen. Er war Schöpfer monumentaler Wandbilder ("Murales") und hatte den Ruf eines liebestollen Elefanten und egozentrischen Kunstgenies, der gern ein paar "Spritztouren" mit willigen Studentinnen unternahm. Durch ihn wird sie gefördert und kommt mit der Kommunistischen Partei Mexikos in Berührung, der sie beitritt.
Ein Jahr später, 1929, heiratet sie den 21 Jahre älteren Diego Rivera. Schon kurze Zeit später betrügt er sie mit ihrer eigenen Schwester, willigen Modellen und Kunstschülerinnen. 1939 trennt sich Frida von Rivera und will unabhängig leben. Sie heiratet Diego allerdings ein Jahr nach der Scheidung wieder. Zeitweise wohnen Diegos erste Frau Lupe mit Diego und Frida in einem Haus zusammen.
Fridas innere Zerrissenheit, die Zerstörungskraft ihrer Ehe mit Diego Rivera und mehrere Fehlgeburten spiegeln sich in ihren Selbstportraits wieder. Sie leidet körperlich und seelisch. Im Verlauf ihrer zweiten Ehe mit Rivera flüchtet sie sich in Liebschaften, Alkohol, Drogen und ihre Malerei.
Trotz zahlreicher Operationen begleitet sie Rivera auf seinen Reisen in die USA, wo er Aufträge für Wandgemälde erhält. So sind sie 1930 längere Zeit in San Francisco, 1932 mehrere Monate in Detroit und 1933 acht Monate in New York.
Als Leo Trotzki 1937 in Mexiko politisches Asyl erhält, nehmen ihn Frida und Diego, ebenfalls treue Anhänger des Kommunismus, für kurze Zeit in ihren Haus in Coyoacán auf. Es kommt zu einer kurzer Liebesaffäre zwischen Frida und Trotzki. Letzterer wird 1940 durch einen sowjetrussischen Agenten ermordet.
Zwischen 1938 und 1939 verzeichnet Frida erste nennenswerte Erfolge mit ihren Bildern. Zu ihrem großen Erstaunen bringen ihre Bilder Geld ein. Sie bekommt eine Einzelausstellung von 25 Werken in New York. Sogar der Pariser Louvre erwirbt ein Bild. In dieser Zeit schneidet sie sich die Haare ab und trägt als Zeichen der Befreiung Herrenanzüge.
Lebensende
Ab 1952 nimmt der Einfluss von Drogen und Alkohol auf ihr Leben verstärkt zu und verändert ihren Stil. Ihre Bilder werden zunehmend chaotischer und wilder. Sie beginnt innerlich und äußerlich zu vereinsamen. Ihr Zustand verschlimmert sich zusehends ab 1953, als es zur Amputation des rechten Fuß aufgrund starker Schmerzen und jahrelanger Krankheit kommt. Im Alter von 47 Jahren stirbt sie schließlich am 13.Juli 1954 im blauen Haus in Coyoacán, das heute das Frida-Kahlo-Museum ist.
Trotz ihrer schwerer Krankheit hat sie zeitlebens ein reges politisches Interesse gehabt, so nimmt sie noch elf Tage vor ihrem Tod, bereits an den Rollstuhl gefesselt und an Lungenentzündung erkrankt, an einer Demonstration gegen den Sturz des guatemaltekischen Präsidenten Guzman durch die CIA teil.
Bilder
Obwohl sie Kommunistin war, betrachtete sie ihre Bilder nicht als politische Aussage - wenngleich sie mitunter Friedenstauben und Marx darstellte. Ihre Bilder waren später auch von Diego Riveras Werk stark beeinflusst, sie übernahm in ihren Bildern den von ihm bevorzugten, am Kubismus orientierten flächigen, naiv wirkenden Stil. Ähnlich wie Rivera wollte sie mit ihren Bildern ihre mexikanische Identität zum Ausdruck bringen und verwendete häufig Techniken und Themen der mexikanischen Volkskunst. Dies spiegelte sich auch in ihrer Kleidung wieder: Sie trug mit Vorliebe präkolumbischen Schmuck und indianische Tracht, vorzugsweise aus Tehuana.
Diego Rivera meinte einmal, sie sei die erste Frau in der Kunstgeschichte gewesen, die sich "mit absoluter und schonungsloser Aufrichtigkeit" jenen Themen widmete, "die ausschließlich Frauen betreffen".
"Krücke, Wampe etc. sind soweit in Ordnung", schrieb Frida ihrer Freundin Ella Wolfe. "Nur mein Kopf funktioniert immer noch nicht der Reihe nach, aber dagegen kann man nichts machen, denn ich bin mit einer Meise auf die Welt gekommen, und mit einer Meise werde ich sterben."
Frida Kahlo in Mexiko-Stadt
- 'Blaues Haus (Casa Azul)'
Geburtshaus von Frida Kahlo, heute Sitz des Frida-Kahlo-Museums. Das Haus, indigoblau gestrichen (nach altem mexikanischem Volksglauben wehrt diese Farbe böse Geister ab), befindet sich im Süden der Stadt in der Delegacion Coyoacán. Öffnungszeiten: Di-So: 10:00 - 18:00 Uhr. Das Museum befindet sich fünf Blöcke (ca. 600 m) nördlich vom Zócalo von Coyoacán an der Ecke Allende/Londres Nr. 247. Zum Zócalo (Plaza Hidalgo) fahren von diversen Metrostationen (Coyoacán, Quevedo) aus Stadtbusse und sogenannte Sammeltaxis ("Peseros"). Außerdem sind der Öffentlichkeit zugänglich zwei Anwesen, in denen Frida Kahlo und Diego Rivera lebten: In San Ángel das Haus Diego-Rivera No 2, sowie das Museo Dolores Olmedo Patino in La Noria, Ave.Mexico No 5843. Insbesondere Letzteres ist dem Besucher sehr zu empfehlen: Es ist eine Hacienda aus dem 17.Jahrhundert in einem wundervollen Park mit vielen Blumen, Bougainvillea-Sträuchern, Fasanen, und einigen Exemplaren der präkolonialen Hunderasse Xoloitzcuintles. Das Museum beherbergt 144 Gemälde von Diego Rivera und 25 von Frida Kahlo, und neben vielem anderen einige der traditionellen Gewänder die Frida so gerne für ihren Diego trug.
100.Geburtstag von Frida Kahlo
Der 100. Geburtstages von Frida Kahlo (*1907- † 1954) wird in Mexiko mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Auftakt bildete am 14.6.2007 eine Gedenkausstellung mit mehr als 100 Fotos, 50 Briefe und eine Sammlung von Gemälden im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt.
Am 6.Juli 2007 folgt eine Ausstellung in der „Casa Azul“. Bei dieser Ausstellung werden erstmals bislang unveröffentlichter Zeichnungen und persönlicher Gegenstände von Frida Kahlo und Diego Rivera gezeigt. Ingesamt enthält die Sammlung 22.105 Dokumente, 5.387 Fotos, 179 Kleidungsstücke und mehr als 6.000 Bücher und Zeitschriften. Dieser nunmehr der Öffentlichkeit zugängliche Nachlass wurde bisher 50 Jahre lang in verschlossenen Schränken und Räumen gelagert. Das diese Gegenstände nicht öffentlich gezeigt werden durften, erfolgte auf Grund einer Anordnung von Diego Rivera. Kurz vor seinem Tod hatte 1957 Rivera bestimmt, dass der persönliche Besitz des Paares in dem ehemaligen Wohnhaus der Künstler, das heutige Frida-Kahlo-Museum im Stadtteil Coyoacán, versiegelt werden sollte. Nachdem eine Freundin des Künstlerpaares im Jahre 2004 erlaubte, dass die versiegelten Schlösser geöffnet werden dürfen, entdeckten Forscher eine wahre Fundgrube für Frida-Kahlo-Forscher.
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