Giftschlangen
From Mexiko-Lexikon
Inhaltsverzeichnis
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Allgemein
Weltweit gibt es ca. 3.000 Schlangenarten, wovon ca. 20 Prozent Giftschlangen sind. Die Giftschlangen werden zur Klassifizierung in vier Familien eingeteilt: Giftnattern (wissenschaftlicher Name: Elapidae) mit 180 Arten; Vipern (wissenschaftlicher Name: Viperidae) mit 180 Arten; Grubenottern (wissenschaftlicher Name: Crotalidae) mit 120 Arten und Seeschlangen (wissenschaftlicher Name: Hydrophiidae) mit 52 Arten. (1)
Obwohl für gewöhnlich bei Schlangen zwischen Giftschlange und „harmloser“ Schlange unterschieden wird, handelt es sich bei dem Begriff „Giftschlange“ nicht um eine systematische Einteilung der Schlangen, sondern er beschreibt lediglich eine bestimmte Eigenschaft der Schlange. Die Eigenschaft, Gift zu produzieren und mittels ihrer Zähne anzuwenden. Siehe hierzu: Giftzähne
Schlangen sind für gewöhnlich Fluchttiere und die meisten Schlangenbisse geschehen durch Unachtsamkeit. Siehe hierzu : Vorbeugende Maßnahmen.
Nicht jeder Biss einer Giftschlange verläuft tödlich oder führt zu Vergiftungssymptomen. Siehe hierzu: Schlangenbisse
Mexiko
Mexiko gehört zu den Ländern mit der größten biologischen Artenvielfalt und steht an erster Stelle mit der höchsten Anzahl von Reptilien-Arten. Schätzungsweise gibt es 700 Arten und Unterarten von Schlangen. Von diesen Schlangen sind ca. 120 giftig. Eingeteilt werden diese Giftschlangen in zwei Familien: Vipern (wissenschaftlicher Name: Viperidae) und Giftnattern (wissenschaftlicher Name Elapidae ). (2) (3)
Giftschlangen Einteilung
Giftnattern
| Giftnattern (wissenschaftlicher Name: Elapidae) |
Mit Ausnahme von Europa sind Giftnattern weltweit in allen tropischen und subtropischen Regionen vertreten. Sie stellen innerhalb der Schlangen (wissenschaftlicher Name: Serpentes) eine Familie dar und bestehen aus 61 Gattungen mit 321 Arten und 171 Unterarten (5). Die Giftnattern zählen zu den Proteroglyphen-Schlangen. Sie besitzen vorn im Oberkiefer feststehende röhrenartige und gefurchte Giftzähne (proteroglyph), die mit den Giftdrüsen in den Wangen verbunden sind. Bei einem Biss fließt das Gift durch die Furchen dieser Giftzähne und kann ähnlich Injektionsnadeln injiziert werden. Das Gift der Giftnattern ist überwiegend neurotoxisch und wirkt auf das periphere Nervensystem.
Zu denen ihn Mexiko vorkommenden Giftnattern, die weit verbreitet sind, gehören: Korallenottern (Gattung: Micrurus) mit 14 Arten und 32 Unterarten; Korallenottern (Gattung: Micruroides) mit einer Art und Seeschlangen (Pelamis) mit einer Art.
Korallenottern
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Landlebende Giftnattern (Elapinae)
Entgegen ihrem Namen sind Korallenottern keine Ottern, sondern Giftnattern (Elapidae).
Die Korallenottern, die allgemein feuchtigkeitsliebend sind und meistens prächtig rot, weiß und schwarz geringelt sind, gelten als nicht sonderlich aggressiv wenn sie nicht gereizt werden. Während die kleinen Arten der Korallenottern (Arizona Korallenotter bzw. Sonora Korallenotter) zwischen 33 cm bis ca. 53 cm lang werden, können andere eine Länge von bis zu 1,50m erreichen.
Das Gift der Korallenotter enthält ein hochwirksames Neurotoxin, welches das Nervensystem schädigt. Ohne entsprechende Behandlung kann ein Biss innerhalb von 24 Stunden zum Tode führen.
In Mexiko existieren zwei Gattungen der Korallenottern: Micruroides und Micrurus.
Micruroides
Die in Mexiko lebende Art der Micruroides (Korallenottern) ist die
Sonora Korallenotter (wissenschaftlicher Name: Micruroides euryxanthus aus der Familie der Giftnattern (Elapidae).
Spanisch: Serpiente coralillo sonorense. Englisch: Sonora coral snake.
Die Sonora Korallenotter wird etwa zwischen 33 und 53 cm lang und zählt zu den kleineren Arten der Korallenottern. Ihr Lebensraum befindet sich im zentralen Bereich der Sonora-Wüste. Das Gift dieser Schlange, die sich vorwiegend unterhalb der Erdoberfläche aufhält, ist ähnlich der einer Kobra. Allerdings wird aufgrund ihrer Größe bei einem Biss weniger Gift injiziert, so dass sie keine große Gefahr für Menschen darstellt (6). Wie bei jedem anderen giftigen Reptil sollte jedoch bei einem Biss ein Arzt aufgesucht werden.
Vorkommen: Zentraler Bereich der Sonora-Wüste, Bundesstaaten Chihuahua und Sonora.
Micrurus
Die Korallenottern der Gattung Micrurus, aus der Familie der Giftnattern (Elapidae), sind in Mexiko mit 14 Arten und 32 Unterarten vertreten.
Vorkommen: Campeche; Chiapas; Chihuahua; Coahuila; Colima; Distrito Federal; Estado de México; Guanajuato; Guerrero; Hidalgo; Jalisco; Michoacán; Oaxaca; Puebla; Querétaro; Quintana Roo; San Luis Potosi; Sinaloa; Sonora; Tabasco; Tamaulipas; Veracruz; Yucatán. (9)
Für eine Liste der in Mexiko vorkommenden Arten der Gattung Micrurus siehe: Micrurus (Liste)
Seeschlange
Seeschlangen (wissenschaftlicher Name: Hydrophiinae) gehören zu den Schlangen (Serpentes) und werden als Gattung den Giftnattern (Elapidae) zugeordnet. Kennzeichnend für Seeschlangen ist der abgeflachte, ruderförmige Schwanz. Unterschieden wird bei Seeschlangen zwischen Ruderschwanz-Schlangen und Plattschwanzschlangen. Ruderschwanz-Schlangen verbringen ihr gesamtes Leben im Meer. Sie sind lebend gebärend und bringen ihren Nachwuchs im Meer zur Welt. Plattschwanzschlangen können hingegen amphibisch leben. Sie sind eierlegende Schlangen und legen ihre Eier an Land ab.
Bei der in Mexiko, an der Küste des Pazifischen Ozeans vorkommenden Seeschlange, handelt es sich um die Plättchen-Seeschlange (wissenschaftlicher Name: Pelamis platurus) aus der Gruppe der Ruderschwanz-Schlangen.
Plättchen-Seeschlange
Die in Mexiko lebende Art der Seeschlangen ist die Plättchen-Seeschlange.
Familie: Giftnattern (Elapidae)
Unterfamilie: Seeschlangen (Hydrophiinae)
Wissenschaftlicher Name: Pelamis platurus
Spanisch: Serpiente marina pelágica: Englisch: Pelagic sea snake
Vorkommen: An der Küste des Pazifischen Ozeans. Baja California Sur; Baja California Norte; Chiapas; Colima; Guerrero; Jalisco; Michoacán; Nayarit; Oaxaca; Sinaloa und Sonora. (7)
Die dämmerungs- und tagaktive Plättchen-Seeschlange, die eine Länge von 60 cm bis 80 cm erreichen kann, gilt als neugierig aber weniger aggressiv. Sie beißt in der Regel nur dann zu wenn sie gereizt oder während der Paarungszeit gestört wird. Die Schlange, die auch Gelbbauch-Seeschlange genannt wird, lebt gewöhnlich im offenen Meer an der Wasseroberfläche. Die Schlange besitzt auf der Oberseite ein braunschwarz gefärbtes Schuppenkleid während ihre Unterseite ein grelles Gelb aufweist. Auffallend ist der breite Ruderschwanz, der schwarz und gelb gefleckt und seitlich abgeflacht ist.
Das Gift einer Seeschlange gilt als eines der stärksten Schlangengifte. Je nach Giftabgabe führt der Biss einer Plättchen-Seeschlange, der normalerweise im Bereich der Bissstelle keine Schmerzen verursacht, ohne Intensivbehandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tod (8). Da diese Schlange jedoch als ausgesprochen beißfaul gilt, kommt es nur bei ca. 20 Prozent der Bisse zu einer Giftabgabe (14)
Vipern
| Vipern (wissenschaftlicher Name: Viperidae) |
Zu denen in Mexiko lebenden Vipern gehören die aus der Unterfamilie Grubenottern (wissenschaftlicher Name: Crotalinae) vorkommenden Gattungen:
- Amerikanische Lanzenottern (wissenschaftlicher Name: Bothrops) mit 1 Art.
- Mexikanische gehörnte Lanzenottern (wissenschaftlicher Name: Ophryacus) mit 2 Arten
- Palmlanzenottern (wissenschaftlicher Name: Bothriechis mit 4 Arten.
- Springende Lanzenottern (wissenschaftlicher Name: Atropoides mit 2 Arten.
- Hakennasen Lanzenottern (wissenschaftlicher Name: Porthidium) mit 4 Arten
- Klapperschlangen (wissenschaftlicher Name: Crotalus) mit 31 Arten.
- Zwergklapperschlangen (wissenschaftlicher Name: Sistrurus) mit 1 Art.
- Dreieckskopfottern, auch Mokassinottern genannt (wissenschaftlicher Name: Agkistrodon) mit 3 Arten.
- Berggrubenottern (wissenschaftlicher Name: Cerrophidion) mit 4 Arten
Vipern, eine Familie der Schlangen die in Amerika, Eurasien und Afrika verbreitet sind, verfügen über einen hoch entwickelten Giftapparat. Im Gegensatz zu den Giftnattern, die einen proteroglyphen Zahnbau (Furchenzähne, die unbeweglich und senkrecht im vorderen Bereich des Oberkiefers stehen) aufweisen, besitzen Vipern einen solenoglyphen Zahnbau. Die röhrenförmigen, hohlen Giftzähne im vorderen Bereich des Oberkiefers liegen umgeklappt in einer Schleimhautfalte. Bei einem Biss werden die Giftzähne durch das Aufreißen des Rachens senkrecht zum Oberkiefer aufgerichtet. Diese Technik ermöglicht eine effektive Injektion des Schlangengiftes, da die Giftzähne sehr tief in eine Beute eindringen können. Das Gift der Vipern ist vorwiegend hämotoxisch und wirkt blut- und gewebezerstörend.
Grubenottern: Die Grubenottern (Crotalinae) bilden eine Unterfamilie der Vipern (Viperidae). Ebenso wie die Vipern besitzen die Grubenottern einen solenoglyphen Zahnbau. Ein weiteres Kennzeichen der Grubenottern ist das Vorhandensein paariger Gruben (daher der Name Gruben-Ottern) zwischen den Nasenlöchern und Augen. Mit diesen Gruben, die winzige Rezeptoren enthalten, nimmt die Schlange ihre Beute als Infrarotbild war. Dabei werden Temperaturunterschiede von 0,003 Grad erkannt.
Lanzenottern
Die Lanzenottern bilden Gattungen in der Unterfamilie Grubenottern (Crotalinae) und der Familie der Vipern (Viperidae).
Die Lanzenotter verdankt ihren Namen ihrem Aussehen und ihrem Angriffsverhalten. Der Kopf der Schlange, der relativ groß ist, hebt sich deutlich vom Hals ab und hat ein lanzenförmiges Aussehen. Bei einer Bedrohung zieht sich die Schlange erst zusammen und schießt dann gestreckt wie eine Lanze auf ihr Opfer zu.
Lanzenotter, mit ihren langen Giftzähnen und dem hochwirksamen Gift Hämotoxin, zählen zu den gefährlichsten Schlangen. Ohne ärztliche Behandlung ist das Blut und Gewebe zersetzende Gift der Lanzenotter für den Menschen durchaus tödlich. Bei Überlebenden kommt es häufig durch Spätschäden im Bisswundenbereich (Nekrosen= Gewebezellen in einem lebenden Organismus sterben ab) zu Amputationen oder Hauttransplantationen.
Amerikanische Lanzenottern
Die Amerikanische Lanzenotter (wissenschaftlicher Name: Bothrops) ist in Mexiko mit einer Art vertreten: Terciopelo-Lanzenotter (wissenschaftlicher Name: Bothrops asper )
Terciopelo-Lanzenotter
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Bothrops (amerikanische Lanzenotter)
Wissenschaftlicher Name: Bothrops asper
Die mit Abstand giftigste Lanzenotter.
Vorkommen: Campeche; Chiapas; Distrito Federal; Hidalgo; Oaxaca; Puebla; Querétaro; Quintana Roo; San Luis Potosi; Tabasco; Tamaulipas; Veracruz; Yucatán. (12) <br
Terciopelo-Lanzenotter, Alternativnamen: Rauhschuppige Lanzenotter; Fer de lance; Terciopelo und Nauyaca terciopelo real, wird in Mexiko landläufig als cuatro natrices (vier Nasenlöcher) oder nauyaca (4-Nasen) bezeichnet. Der Name nauyaca stammt aus dem Náhuatl und setzt sich zusammen aus: nahui (vier) und yacatl (Nase).
Der Name „vier Nasenlöcher“ bezieht sich auf das für Grubenottern und ihre Gattungen typische Vorhandensein paariger Gruben zwischen den Nasenlöchern und Augen (Siehe hierzu Erklärung Grubenottern)
Die extrem giftige, flinke und dämmerungsaktive Terciopelo-Lanzenotter versteckt sich tagsüber in dunklen Löchern, hohlen Bäumen und unter Steinen, Baumstämmen und Laub. Sie gilt als leicht erregbar und beißfreudig und flüchtet nicht bei einer Annäherung und beißt meistens ohne Vorwarnung zu. Der Biss erfolgt aufgrund ihrer Größe in der Regel in Kniehöhe. Neben hämorrhagischen (zu Blutungen führend) Anteilen enthält das Gift der Schlange noch Anteile, welche die Blutgerinnung stören. In der Folge kann es zu Blutungen in den Magen-Darmtrakt, den Nieren oder ins Gehirn kommen. Ein weiterer Anteil des Giftes sind Proteasen, die im Bereich der Bissstelle zur Zerstörung des Muskelgewebes führen können, wodurch ausgedehnte Nekrosen (Gewebezellen in einem lebenden Organismus sterben ab) entstehen (15). Hauttransplantationen oder Amputationen sind nicht auszuschließen.
Die Schlange, die eine Länge von 1,20 m bis über zwei Meter erreichen kann, ist häufig anzutreffen in der Nähe von Zuckerrohr- und Bananenplantagen, Gewässerränder und tropischen Laub- und Regenwälder.
Mexikanische gehörnte Lanzenotter
Von der mexikanischen gehörnten Lanzenotter (wissenschaftlicher Name: Ophryacus) aus der Familie: Viperidae (Vipern) und Unterfamilie Crotalinae (Grubenottern), existieren 2 Arten in Mexiko: Ophryacus melanurum und Ophryacus undulatus.
Vorkommen: Guerrero; Hidalgo; Oaxaca; Puebla; Veracruz; (13)
Die mexikanischen gehörnten Lanzenottern, die über den Augen stachelähnlich Schuppen besitzen, werden zwischen 40 und 70 cm groß. Ihr Lebensraum sind Eichen- und Nebelwälder.
Palmlanzenottern
Palmlanzenottern (wissenschaftlicher Name: Bothriechis) gehören zu den Lanzenottern, bilden aber in der Familie der Vipern (Viperidae) und Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae) eine eigene Gattung.
Von den bisher bekannten sieben Arten (19) der Palmlanzenottern leben vier Arten in Mexiko, im Bundesstaat Chiapas. Der Lebensraum dieser Schlangen, die eine durchschnittliche Länge von 80cm erreichen, sind tropische Nebelwälder in Höhenlagen bis zu 2300 Meter. Die nachtaktiven Schlangen sind Baumbewohner und besitzen einen langen Greifschwanz, mit dem sie sich an Bäumen festhalten können. Bei einem Angriff schnellen die Schlangen blitzschnell mit zwei drittel ihrer Körperlänge nach vorne. Das Gift ist hämotoxisch (Störung der Blutgerinnung) und enthält Anteile, die zur Zerstörung des Muskel-Gewebes (Nekrose) führen können. Die schlanken, kräftigen Palmlanzenottern weisen meistens eine grüne Grundfarbe auf wobei sie allerdings sehr variabel bezüglich der Färbung sind. Die spektakulärsten Farbvarianten sind bei der Greifschwanz-Lanzenotter (wissenschaftlicher Name: Bothriechis schlegelii) zu finden. Es gibt rein unifarben-gelbe Greifschwanz-Lanzenottern, die von der Bevölkerung Goldhaut (oropel) genannten werden, wie aber auch gelbfarbene mit schwarzen oder roten Sprenkeln oder grüne Schlangen mit kräftigen roten oder bunten Sprenkeln.
Die vier in Mexiko vorkommenden Arten der Palmlanzenottern (Bothriechis): (20)
- Gelbflecken Palmlanzenotter, wissenschaftlicher Name: Bothriechis- aurifer (Salvin,1860). In Mexiko genannt: Nauyaca de árbol manchas amarillas.
- Guatemala-Palmlanzenotter, wissenschaftlicher Name: Bothriechis- bicolour (Bocourt,1868). In Mexiko genannt: Nauyaca de árbol bicolour.
- Rowleys Palmlanzenotter, wissenschaftlicher Name: Bothriechis- rowleyi (Bogert,1968). In Mexiko genannt: Nauyaca de árbol rowley.
- Greifschwanz-Lanzenotter, wissenschaftlicher Name: Bothriechis schlegelii (Berthold, 1846). In Mexiko genannt: nauyaca de árbol pestañuda.
Springende Lanzenottern
Springende Lanzenottern (wissenschaftlicher Name: Atropoides ) gehören zu den Lanzenottern, bilden aber in der Familie der Vipern (Viperidae) und Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae) eine eigene Gattung.
Von den bisher bekannten drei Arten (21) der Springenden Lanzenottern leben zwei Arten in Mexiko.
Vorkommen: Chiapas; Guanajuato; Hidalgo; Oaxaca; Puebla; San Luis Potosi; Tabasco; Veracruz. (22)
Die fast ausschließlich bodenlebenden Schlangen, die auch gute Kletterer sind, erreichen eine Länge von 40 cm bis ein Meter. Der Lebensraum der nachtaktiven Schlangen sind tropische Feuchtwälder. Die Springenden Lanzenottern gelten als nicht aggressiv, können jedoch aufgrund ihrer guten Tarnung und ihrer Verstecke, wie zum Beispiel unter Laub oder am Boden liegenden Ästen, leicht übersehen und dadurch gefährlich werden. Ihr Gift ist für Menschen nicht tödlich, verursacht ab er schmerzhafte Schwellungen. Der Schlange wird nachgesagt, dass sie bei einem Beißangriff so kräftig nach vorne schnellt, dass sie dabei den Boden verlässt. Diesem „Springverhalten“ verdankt die Schlange ihren Namen. Die in Mexiko lebenden Arten sind:
- Atropoides ummifer: In Mexiko genannt: Nauyaca oder nayaraca saltadora.
- Atropoides olmec: In Mexiko genannt: Nauyaca de los tuxlas.
Hakennasen Lanzenottern
Hakennasen Lanzenottern (wissenschaftlicher Name: Porthidium ) gehören zu den Lanzenottern, bilden aber in der Familie der Vipern (Viperidae) und Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae) eine eigene Gattung.
Das Verbreitungsgebiet der kleinen, bis 70 cm langen Schlangen, die vorwiegend in feuchten und trockenen tropischen Wäldern anzutreffen sind, erstreckt sich von Mexiko bis Ecuador.
Die überwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Hakennasen Lanzenottern gelten als mäßig angriffslustig und aggressiv, sollten allerdings in Bezug zu Giftigkeit nicht unterschätzt werden. Das Gift dieser Schlangen, ein Hämotoxin, wirkt schädigend auf Blutgefäße und Gewebe und kann zu Nekrosen führen.
Von den bekannten sieben Arten (23) der Haken-Lanzenottern leben vier Arten in Mexiko.
Vorkommen: Campeche; Chiapas; Colima; Oaxaca; Quintana Roo; Veracruz; Yucatán (24).
- Dunns Hakennasen-Lanzenotter, wissenschaftlicher Name: Porthidium dunni (Hartweg & Oliver,1938). In Mexiko genannt: Nauyaca nariz de cerdo oxaqueña.
- Westliche Hakennasen-Lanzenotter, wissenschaftlicher Name: Porthidium hespere (Campbell,1976). In Mexiko genannt: Nauyaca nariz de cerdo tecomán.
- Stülpennasen-Lanzenotter, wissenschaftlicher Name: Porthidium nasutum (Bocourt,1868). In Mexiko genannt: Nauyaca nariz de cerdo narigona.
- Yucatán Hakennasen Lanzenotter, wissenschaftlicher Name: Porthidium.yuacatanicum (Smith,1941). In Mexiko genannt: Nauyaca nariz de cerdo yucateca
Klapperschlangen
Familie: Vipern (wissenschaftlicher Name: Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern (wissenschaftlicher Name: Crotalinae)
Wissenschaftlicher Name: Crotalus
Von den insgesamt bekannten 36 verschiedenen Arten der echten Klapperschlange leben 31 Arten in Mexiko. Die in Mexiko beheimateten echten Klapperschlangen sind sowohl im tropischen Regenwald wie auch in trockenen, steinigen und von niedrigem Dornengebüsch bedeckten Savannengebieten, Wüsten, Laub-und Nadelwäldern, Grasland sowie im Flachland und Höhenlagen über 3.000 m ü.N.N. anzutreffen. Die Klapperschlangen, die je nach Art einen schlanken bis stämmigen Körper besitzen, erreichen durchschnittliche Längen von 0,50 cm bis 1,20 m. Große Schlangen, wie zum Beispiel die Basilisken-Klapperschlange, die Schauer-Klapperschlange (auch Tropische Klapperschlange oder Cascaval genannt) und Diamant-Klapperschlangen können Längen von über zwei Meter erreichen. Zu den giftigsten Klapperschlangen in Mexiko zählen die als angriffslustig geltende Schauer-Klapperschlange, die weniger aggressive Mojave-Klapperschlange und die Basilisken-Klapperschlange.
So unterschiedlich das Aussehen der Klapperschlangen ist, so unterschiedlich ist auch ihr Verhalten bei Störungen. Während einige Arten als angriffslustig und beißfreudig gelten, verhalten sich andere weniger reizbar und aggressiv, können jedoch ebenfalls plötzlich heftig zuschlagen. Kennzeichen der Klapperschlangen ist eine Klapper aus toten Horngliedern am Schwanzende, mit der sie zur Drohung ein lautes und ausdauerndes Rasseln ertönen lassen bevor sie den Verteidigungsbiss starten. Im Gegensatz zu älteren Tieren können junge Schlangen ihre Rasseln nicht zur Warnung einsetzen und der Verteidigungsbiss erfolgt ohne Vorwarnung.
Das Gift der Klapperschlangen enthält verschiedene Toxine und wirkt vor allem schädigend auf die Blutgefäße und zerstörend auf das Gewebe im Bereich der Bissstelle. Nervengifte, welche die Herz-und Lungenfunktion unterdrücken können ebenfalls bei einzelnen Klapperschlangenarten vorhanden sein. Unbehandelt können Bisse zum Tod führen oder Hauttransplantation wie auch Amputationen erfordern.
Für eine Übersicht über die in Mexiko vorkommenden Arten der Klapperschlange und ihr Verbreitungsgebiet siehe: Klapperschlangen (Tabelle)
Zwergklapperschlangen
Im Gegensatz zu den echten Klapperschlangen, die der Gattung Crotalus angehören, zählen die Zwergklapperschlangen nicht zu den echten Klapperschlangen und werden der Gattung Sistrurus zugeordnet.
Die Zwergklapperschlangen (wissenschaftlicher Name: Sistrurus) ist in Mexiko mit einer Art vertreten: Sistrurus catenatus (Massasauga bzw. Kettenklapperschlange).
Vorkommen: Nördliche Mexiko.
Massasauga
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Sistrurus (Zwergklapperschlange)
Art: Massasauga bzw. Kettenklapperschlange (wissenschaftlicher Name: sistrurus catenatus)
Vorkommen: Nördliche Mexiko.
Die Massasauga, bzw. Kettenklapperschlange, ist lebendgebärend und erreicht durchschnittlich eine Länge zwischen 50- 75 cm. Genau wie die Klapperschlangen besitzt sie eine Rassel, die jedoch so klein ist, dass sie kaum zu hören ist.
Ihr Gift ist wie die meisten Viperngifte hämotoxisch und kann durch den Anteil von Proteasen zur Zerstörung des Muskelgewebes führen, was in Folge zu Nekrosen im Bereich der Bissstelle führen kann. Todesfälle in Verbindung mit einem Biss der Schlange sind jedoch aufgrund der geringen Giftmengen eher selten. (18)
Dreieckskopfottern
Klasse: Reptilia (Kriechtiere)
Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)
Unterordnung: Serpentes (Schlangen)
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Agkistrodon (Dreieckskopfottern)
Dreieckskopfottern sind eine in Nordamerika von den USA bis Costa Rica terrestrisch (bodenbewohnend) bis semiaquatisch lebende giftige Schlangenart.
Von den vier Arten der Gattung Agkistrodon leben drei Arten in Mexiko: Agkistrodon bilineatus (Mexikanische Mokassinotter); Agkistrodon contortrix (Nordamerikanischer Kupferkopf) und Agkistrodon taylori.
Im Gegensatz zu der weniger aggressiv geltenden Art Agkistrodon contortrix
werden die Agkistrodon bilineatus und Agkistrodon taylori als aggressiv und leicht reizbar eingestuft, die bei einer Bedrohung blitzartig nach vorne schnellen können. Das Gift der Dreieckskopfottern weist eine Komponente von verschiedenen Giften auf. Ein Biss kann durch die Proteasen Giftanteile zu einer starken Ödembildung und Gewebsnekrosen führen.
Agkistrodon bilineatus (Mexikanische Mokassinotter)
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Agkistrodon (Dreieckskopfottern)
Art: Mexikanische Mokassinotter (wissenschaftlicher Name Agkistrodon bilineatus.
Ihr Name in Mexiko: Cantil; cantil enjaquimado; jicamilla; tlahuisoktle.
Vorkommen: Campeche; Chiapas; Coahuila; Colima; Distrito Federal; Estado de México; Guerrero; Jalisco; Michoacán; Morelos; Nayarit; Nuevo León; Oaxaca; Sinaloa und Sonora; Tamaulipas; Yucatán. (16)
Die mexikanische Mokassinotter, auch Mokassinschlange genannt, zählt mittlerweile aufgrund der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraumes und durch die extreme Verfolgung durch die Bevölkerung, zu den am stärksten gefährdeten Schlangenarten Amerikas. Im Jahre 2007 stufte die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, kurz IUCN (deutsch: Weltnaturschutzunion) die mexikanische Mokassinotter als potenziell gefährdet (Near Threatened) ein [1].
Die durchschnittlich 60 cm lange mexikanische Mokassinotter (die Maximallänge beträgt 1,40 m) besitzt einen leicht abgeflachten Kopf der sich deutlich vom Hals abhebt. Ihre Körperfärbung variiert je nach Art von dunkelbraun bis tiefschwarz. Der Schwanz ist relativ lang und am Ende gelblich-grün gefärbt. Ihre Aggressivität ist in ihrem Verbreitungsgebiet gefürchtet. Bei einem Biss verursacht das Gift starke Schmerzen und im Bereich der Bissstelle Rötungen, Ödembildung und starke Nekrosen.
Agkistrodon contortrix (Nordamerikanischer Kupferkopf)
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Agkistrodon (Dreieckskopfottern)
Art: Nordamerikanischer Kupferkopf (wissenschaftlicher Name: Agkistrodon contortrix).
Ihr Name in Mexiko: Cantil cobrizo
Agkistrodon taylori
Familie: Viperidae (Vipern)
Unterfamilie: Crotalinae (Grubenottern)
Gattung: Agkistrodon (Dreieckskopfottern)
Art: Agkistrodon taylori
Die Agkistrodon taylori, mit einer Gesamtlänge zwischen 64 und 90 cm, lebt im nordöstlichen Mexiko. Nuevo León; Tamaulipas; San Luis Potosi; Veracruz und Hidalgo.
Ihr Lebensraum besteht aus Mesquite-Grasland, Dornwälder und tropische Laubwälder. (17)
Berggrubenottern
Berggrubenottern (wissenschaftlicher Name: Cerrophidion) sind eine Schlangengattung in der Familie der Vipern (Viperidae) und Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae).
Vorkommen: Von den vier bekannten Arten der Berggrubenottern (25) (26), die durchschnittlich eine Länge von 50-55 cm erreichen, leben drei Arten ausschließlich in einem kleinen Areal in Mexiko. Im Hochland der Sierra Madre del Sur im Bundesstaat Guerrero, Zentralplateau (Meseta Central) von Chiapas und auf dem Hügel Petlalcala (Cerro de Petlalcala, 2.100 m ü.N.) im Municipio San Andres Tenejapan, Bundesstaat Veracruz. Bei einer vierten Art (Cerrophidion godmani) erstreckt sich der Lebensraum vom Südosten Oaxaca und Chiapas durch Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica, bis Panama. Das Gift der nicht aggressiv geltenden Schlangen ist hämotoxisch und kann zu Nekrosen führen.
Arten:
- Barbour's-Berggrubenotter, wissenschaftlicher Name Cerrophidion barbouri (Dunn 1919). In Mexiko genannt: Nauyaca de montaña guerrerense. Vorkommen: Bundesstaat Guerrero.
- Godmann-Berggrubenotter, wissenschaftlicher Name: Cerrophidion godmani (Günther, 1863) In Mexiko genannt: Nauyaca de montaña de godman. Vorkommen: Chiapas und Oaxaca.
- Cerro Petlalcala-Berggrubenotter, wissenschaftlicher Name: Cerrophidion petlalcalensis (López-Luna, Vogt & Torre-Loranca 1999). Vorkommen: Bundesstaat Veracruz.
- Tzotzil-Berggrubenotter, wissenschaftlicher Name: Cerrophidion tzotzilorum. In Mexiko genannt: Nauyaca de montaña tzotzil. Vorkommen: Chiapas
Die Arten Barbour's-Berggrubenotter (Cerrophidion barbouri), Cerro Petlalcala-Berggrubenotter (Cerrophidion petlalcalensis) und Tzotzil-Berggrubenotter (Cerrophidion tzotzilorum) befinden sich auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources /deutsch: Weltnaturschutzunion).(27) (28) (29)
Zu dem Thema Schlangen siehe auch:
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| | Schlangen | Giftschlangen | Schlangenbisse| Micrurus (Liste) | Klapperschlangen (Tabelle)| Schlangen (Vorbeugende Maßnahmen)| Notfallverhalten nach einem Schlangenbiss |
Quellen und Einzelnachweis
Quellen:
- Jonathan A. Campbell: Amphibians and Reptiles of Northern Guatemala, the Yucatan, and Belize ISBN: 978-0-8061-3066-8
- Mark O'Shea: Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen.Verlag: Kosmos ISBN 3-440-10619-5
- Jonathan A. Campbell und William W. LaMar: The Venomous Reptiles of the Western Hemisphere ISBN-10: 0801441412
Einzelnachweis:
- (1); (2): Vigilancia epidemiológica. Epidemiología de las mordeduras por serpiente. Volumen 30, número3, Mayo-Junio, 2009[2]
- (3): Serpientes: ¿cómo identificarlas? México desconocido No. 295 / septiembre 2001[3]
- (4) Rev Med Fakultät UNAM Vol.45 No.5: Serpientes y reptiles de importancia médica en México: Tipos de familias en Mexico. (P.4)[4]
- (5) LA COMISIÓN NACIONAL PARA EL CONOCIMIENTO Y USO DE LA BIODIVERSIDAD- Elapidae[5]
- (6)Arizona-Sonora Desert Museum: Arizona coral snake (Micruroides euryxanthus)[6]
- (7); (9); (11); (12); (13); (16); (20); (22);(24); (25) CONABIO: Biodiversidad mexicana. Catálogo taxonómico especies de México.[7]
- (8) (14) Goruma: Plättchen-Seeschlange [8]
- (15) Goruma:Terciopelo-Lanzenotter, Rauhschuppige Lanzenotter, Bothrops asper[9]
- (17) International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, IUCN: Agkistrodon taylori [10]
- (18) Goruma: Massasauga, Kettenklapperschlange, sistrurus catenatus[11]
- (19):LA COMISIÓN NACIONAL PARA EL CONOCIMIENTO Y USO DE LA BIODIVERSIDAD[12]
- (21): IT IS Report: Atropoides[13]
- (23) ITIS Report: Porthidium Cope, 1871[14]
- (26) REPTILES DATABASE[15]
- (27) IUCN Rote Liste gefährdeter Arten: Cerrophidion barbouri:[16]
- (28) IUCN Rote Liste gefährdeter Arten: Cerrophidion tzotzilorum:[17]
- (29) IUCN Rote Liste gefährdeter Arten: Cerrophidion petlalcalensis:[18]
Links
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