Agustín de Iturbide
From Mexiko-Lexikon
Agustín de Iturbide (*1793 Valladolid, heute Morelia, gest. 19.07.1824 Padilla, Tamaulipas)
Spanischer (in Mexiko geborener) Militär, Unabhängigkeitsvater und Kaiser von Mexiko
Iturbide ist eine tragische Figur der mexikanischen Geschichte. Aufgewachsen als Sohn baskischer Einwanderer, bekämpfte der Soldat auf Seiten der spanischen Kolonialbehörden ab 1810 die Unabhängigkeitsbewegung von Miguel Hidalgo und José Maria Morelos. 1813 Oberst, 1816 Intendant der Guanajuato-Provinz. Vorwürfe gegen ihn (Bereicherung, Missbrauch) führten im gleichen Jahr zum Rückzug ins Privatleben.
Ende 1820 erhielt Iturbide, auf Betreiben der Profesa-Verschwörer, das Kommando über die spanischen Truppen in Südmexiko (Comandancia del Sur), wo noch immer eine Guerillabewegung unter Vicente Guerrero aktiv war. Im Laufe des Jahres entwickelte Iturbide einen Unabhängigkeitsplan - auch unter dem Einfluss liberaler Reformen im spanischen Mutterland, welches die Interessen und Privilegien der Kirche und kolonialen Oberschicht (zu der Iturbide gehörte) bedrohte. Mehrere Treffen mit Guerrero bereiteten den Boden für den von Iturbide verfassten "Plan de Iguala" vom 24.Februar 1821, die die Unabhängigkeit Mexikos erbrachte.
Nach dem Einzug in Mexiko-Stadt und einem Abkommen mit dem letzten spanischen Vizekönig führte Iturbide eine erste Regierung des nunmehr unabhängigen Landes. Die im Iguala-Plan vorgesehene Einführung einer konstitutionellen Monarchie unter europäischer Führung (28.September 1821 Proklamation des "Kaiserreichs") war nicht realisierbar. Am 19.Mai 1822 proklamierten Armeeeinheiten in Mexiko-Stadt Iturbide zum Kaiser von Mexiko.
Iturbides Herrschaft als Monarch währte nicht lange. Der um seine Privilegien fürchtende Armeeoffizier Antonio Lopez de Santa Ana erhob sich am 6.Dezember 1822 zusammen mit dem einstigen Guerillaführer Guadalupe Victoria in Veracruz. Am 19.März 1823 dankte Iturbide ab und floh nach England.
Seine Vorstellung, vom Volk erwartet zu werden, führte ihn zurück nach Mexiko. Er wurde jedoch nach seiner Landung im Bundesstaat Tamaulipas am 19.Juli 1824 im Ort Padilla hingerichtet - der mexikanische Kongress hatte zwischenzeitlich ein Todesurteil gegen ihn verhängt. Sein Grab liegt heute in der Kathedrale von Mexiko-Stadt. Dort ist auch sein einstiger Thron zu finden.

