Jahreschronik 2006
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Chronik wichtiger Ereignisse im Jahr 2006
Inhaltsverzeichnis |
Januar bis März
Beginn der heißen Wahlkampfphase für die Präsidentschaftswahlen 2006. Im Januar registrieren sich die Kandidaten von PRD, PRI, PAN und anderer Parteien.
Nach einem Zwischenfall an der US-mexikanischen Grenze (mutmaßliche Drogendealer in mexikanischer Armeeuniform liefern sich eine Schießerei mit US-Grenzpolizisten) mahnen die USA öffentlich die Unsicherheit in Nordmexiko an. Für Unmut sorgt zudem der Fall Sheraton.
Wesentlich brisanter ist die Verwicklung des Gouverneurs von Puebla in die Entführung einer Journalistin, die Politiker und Unternehmer der Beziehung zu einem Pädophilennetzwerk anklagt, der Fall weitet sich Ende Januar zum politischen Skandal aus.
In San Juan de Sabinas, Coahuila, sterben nach einer Explosion am 19.2. in einem Kohlebergwerk 65 Minenarbeiter, ihre Leichen können nicht geborgen werden. Im Zusammenhang damit anerkennt das Arbeitsministerium am 28. Februar den bisherigen Führer der [[Minenarbeitergewerkschaft, Napoleón Gómez Urrutia, nicht mehr an, worauf in mehreren Minen monatelange Streiks ausbrechen. Unter anderem kommt es dabei Ende April in Ciudad Lázaro Cárdenas zu schweren Zusammenstößen, bei denen zwei Minenarbeiter ums Leben kommen.
April
2006, 30.März: Der Senat, 2.Kammer des Congreso de la Unión, hat das umstrittene Mediengesetz verabschiedet
2006, 3.April: Die Regierung entzieht der Fluglinie Aerocalifornia für drei Monate die Betriebserlaubnis. Grund: Unzureichende Sicherheit für Passagiere und Angestellte.
2006, 4.April: In Mexiko-Stadt wurde eine 18 Meter hohe Pyramide der um 1000 n.Chr.untergegangenen Teotihuacán-Kultur entdeckt. Die Pyramide war bisher im Hügel“ Cerro de la Estrella“ verborgen und unentdeckt geblieben.
2006, 7.April: Der Oberste Gerichtshof von Mexiko hat am Donnerstag der Auslieferung von sechs mutmaßlichen ETA-Mitgliedern an Spanien zugestimmt, die im Juli 2003 festgenommen worden waren.
2006, 9.April: In der Gemeinde "Bella Vista", im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas, sollen fünf Frauen und ihre Familien (etwa 20 Personen) auf Grund des "Gesetzes der Liebe " verstoßen werden, weil sie Männer aus anderen Dörfern geheiratet haben.
2006, 12.April: Auf dem Flughafen von Ciudad del Carmen, ca. 880 Kilometer von Mexiko-Stadt entfernt, haben mexikanische Sicherheitskräfte fünf Tonnen Kokain (Marktwert rund 80 Millionen Euro) aus Venezuela beschlagnahmt. Mexiko gilt als die Haupt-Drehscheibe für Kokainschmuggel in die USA.
2006, 17.April: Unglück: 57 Menschen kommen ums Leben, als ein Reisebus bei Maltrata südlich von Xalapa im Bundesstaat Veracruz in eine Schlucht stürzt. Der Bus war von Tequila kommend auf dem Weg an die Golfküste.
2006, 18. April: Der SCJN beschließt, sich der Marín-Affäre anzunehmen.
2006, 21. April: Schriftsteller Sergio Pitol hat den spanischen Cervantes-Preis, die wichtigste Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt, erhalten.
2006, 24. April: Die SCJN lehnt die Aufnahme eines Untersuchungsverfahrens zum Halconazo von 1971 ab.
2006, 24. April: Abelardo Escobar Prieto wird neuer Agrarreformminister. Er löst Vorgänger Florencio Salazar Adame ab, der sich dem Wahlkampfteam von Felipe Calderón Hinojosa anschließt.
2006, 27. April: Aeroméxico, die führende Fluggesellschaft in Mexiko, stockt seine Flotte mit 2 Maschinen des Typs Boeing 777-200ER (B777) auf. Durch die ab Juli geplanten Flüge nach Japan, festigt Aeroméxico ihre Stellung, als einzige weltweit operierende Fluggesellschaft Mexikos, zwei Kontinente mit Mexiko zu verbinden.
2006, 27. April: Das mex.Abgeordnetenhaus erklärt sich solidarisch mit den geplanten Protesten süd- und mittelamerikanischer Migranten („Un día sin latinos“ am 1.Mai) in den USA.
2006, 29. April: Der Televisa-Clown „Brozo“ ist nach zwei Jahren Abwesenheit wieder auf Sendung.
2006, 29. April: Ein sechsjähriger Mexikaner verblüffte Medizinstudenten der Autonomen Universität von Mexiko mit seinem Wissen über Physiopathologie und die Therapie der Knochenkrankheit Osteoporose, das er in einem Vortrag ohne Redemanuskript zum Besten gab.
2006, 30. April: Der Bundeskongress beschließt die erstmalige Einführung eines Einheitspreises für neue Bücher. Kritiker befürchten Nachteile für kleine Büchereien.
2006, 30. April: In Reynosa sollen anlässlich des Día del Niño tausende Geschenke im Namen des im Gefängnis sitzenden Drogenbarons Osiel Cárdenas Guillén verteilt worden seien.
Mai
2006, 1. Mai: Im gesamten Land demonstrieren zum Tag der Arbeit unabhängige Gewerkschaften und Mitglieder des offiziellen Gewerkschaftsbundes. Themen: Marin-Affäre, Minenstreik und der Latinoboykott in den USA. Auch der seit vier Monaten durch das Land ziehende zapatistische Sprecher Marcos beteiligt sich mit einem Protest vor der US-Botschaft.
2006, 3. Mai: In und bei Texcoco kommt es zu Zusammenstößen zwischen Händlern und Bauern aus San Salvador Atenco und der Polizei. Auslöser war der Versuch der Polizei, Verkaufsstände von Blumenhändlern in einer Straße zu räumen (sie sollten in eine weiter entfernt liegende Markthalle umgesetzt werden). Bei den Straßenschlachten wurden bis zu 40 Menschen auf beiden Seiten teils schwer verletzt und ein Jugendlicher getötet.
2006, 3. Mai: Der Vertreter in Mexiko des UNO-Menschenrechtsbeauftragten, Amerigo Incalcaterra, kritisiert die Ley Televisa, weil sie internationalen Standards der Lizenzvergabe widerspreche, somit die Meinungsfreiheit einschränke und u.a. indigene Radiostationen behindere. Seit 2000 seien zudem 15 Journalisten in Mexiko ermordet worden.
2006, 4. Mai: Polizeieinheiten nehmen insgesamt 172 Menschen in San Salvador Atenco fest, nachdem sie das Dorf frühmorgens besetzt hatten. Die Zeitung La Jornada berichtet von Übergriffen der Einsatzkräfte. Die Festgenommenen, darunter Bauernführer Ignacio del Valle, werden ins Hochsicherheitsgefängnis von Santiaguito (nahe Mexiko-Stadt) gebracht.
2006, 7. Mai: Fünf Ausländer, darunter eine Deutsche, werden im Zusammenhang mit den Ereignissen in San Salvador Atenco ausgewiesen.
2006, 7. Mai: 24 Menschen Insassen eines Reisebusses kommen ums Leben, als der Bus zwischen San Luis Potosí und Rioverde wegen überhöhter Geschwindigkeit von der Straße abgekommen war.
2006, 7. Mai: Eine Versammlung der Minenarbeitergewerkschaft bestätigt den seit Februar 2006 untergetauchten Napoleón Gómez Urrutia als ihren Chef - trotz der Ablehnung durch das Arbeitsministerium. 67 der 72 Gewerkschaftssektionen stimmten für Gómez. Das Ministerium sagt aber, 264 Sektionen registriert zu haben.
2006, 10. Mai: 28 der insgesamt 172 Verhafteten aus San Salvador Atenco erhalten einen formalen Haftbefehl, unter ihnen Bauernführer Ignacio del Valle. Der Rest kann gegen Kaution freigelassen werden. Die CNDH verlangt derweil Auskunft über das Verhalten der Polizeikräfte, denen seitens der Opfer physische Verletzungen, sexuelle Belästigung und Zerstörung von Wohneigentum vorgeworfen wird.
2006, 15. Mai: In Mexiko-Stadt wird das vorläufig letzte Stück der Segundo Pisos eingeweiht - die nunmehr zweistöckige Stadtautobahn soll den Verkehr im Südwesten der Stadt entlasten.
2006, 17. Mai: Der US-Senat stimmt dem Bau einer 595 km langen Grenzmauer an der Grenze zu Mexiko zu, lässt aber weiterhin die Möglichkeit der Legalisierung illegaler Einwanderer bestehen. Einen Tag zuvor hatte US-Präsident George Bush die Entsendung von 6.000 Nationalgardisten an die Grenze angekündigt.
2006, 17. Mai: Acht Polizisten werden im Zusammenhang mit dem Vorgehen in San Salvador Atenco verhaftet.
2006, 18. Mai: Die insolvente LG.Philips Displays Gruppe in den USA hat sich für eine Auflösung des Unternehmens entschieden. Betroffen sind davon auch mehr als 1.200 Arbeiter in einem Werk für Röhrenbildschirme in Mexiko.
2006, 19. Mai: Mexiko sowie die mittelamerikanischen Staaten Guatemala, Honduras, Nicaragua und Costa Rica haben die Pläne der USA für einen Ausbau der Grenzzäune zu Mexiko kritisiert. Die Errichtung von Mauern sei nicht der richtige Wege, Probleme (siehe auch Migration) zwischen Nachbarn zu lösen, erklärten die Außenminister der fünf Staaten am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Mexiko-Stadt.
2006, 23. Mai: Staatspräsident Vicente Fox beginnt eine viertägige Reise durch die USA. Er mahnt die USA zum Entgegenkommen in der Migrationsfrage an.
2006, 23. Mai: Die CNDH erklärt, insgesamt 23 Frauen seien beim Polizeieinsatz in San Salvador Atenco sexuell belästigt und mehrere sogar vergewaltigt worden. Sie verurteilte den Einsatz von Gewalt seitens einiger Anwohner von Atenco. Dies rechtfertige jedoch nicht die überzogene Härte des Polizeieinsatzes.
2006, 24. Mai: Das Bild "Raices" von Frida Kahlo wird beim britischen Auktionshaus Sotheby für 5,6 Millionen Dollar versteigert.
2006, 25. Mai: Der US-Senat verabschiedet endgültig sein Migrations-Gesetzespaket. Es bestätigt den Bau einer Grenzmauer, unterstützt die Entsendung von Truppen an die Grenze zu Mexiko, eröffnet aber auch die (an mehrere Bedingungen und eine Strafe von rund 2.500 Dollar gebundene) Möglichkeit für seit über fünf Jahren in den USA lebende Illegalen, vorwiegend Mexikaner, ihren Aufenthalt zu legalisieren. Kürzere Aufenthalte sollen mit Arbeitsvisas legalisiert werden. Die Reform muss allerdings noch mit dem US-Abgeordnetenhaus abgestimmt werden. Dieses hatte im Dezember 2005 eine weitaus restriktivere Reform vorleget.
2006, 28. Mai: In Mexiko-Stadt nehmen 6.000 Menschen an einer Demonstration teil zugunsten der in San Salvador Atenco festgenommenen Einwohner.
2006, 28. Mai: Bei den Filmfestspielen im französischen Cannes erhält der Regisseur Alejandro González Iñárritu für seinen neuen Film "Babel" den Preis für die beste Regie.
2006, 28. Mai: In Acapulco wird bei einem Attentat auf den Chef der Policía Investigadora Ministerial (Justizpolizei) des Bundesstaates Guerrero ein Polizist getötet, drei weitere verletzt. Das Attentat durch mutmaßliche Angehörige des Organisierten Verbrechens geschah an fast der gleichen Stelle, an der sich am 27.Januar 2006 Polizisten und Verbrecher eine regelrechte Straßenschlacht geliefert hatten und bei dem vier mutßmaßliche Drogenhändler getötet worden waren. Erst am 20.Mai war im Hafenort der örtliche Vertreter des einzelstaatlichen Verkehrsdepartments vor seinem Haus erschossen worden.
2006, 30. Mai: Das PRI-Comité Ejecutivo Nacional (Nationales Exekutivkommitee)kündigt nach teils monatelangen Querelen an, Parteimitglieder, die die Statuten verletzt bzw. gegen die Partei gearbeitet haben (offene Unterstützung rivalisierender Parteien) auszuschließen. Dazu gehören u.a. der frühere Innenminister Manuel Bartlett und die Ex-Generalsekretärin und Fraktionschefin Elba Esther Gordillo.
Juni
2006, 01. Juni: Die Geldüberweisungen mexikanischer Migranten aus den USA sind im ersten Quartal 2006 um 24,5 Prozent zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs angestiegen, so die mexikanische Nationalbank. 2005 hatten die Migranten 20 Milliarden Dollar Devisen überwiesen.
2006, 02. Juni: In Oaxaca de Juárez demonstrieren 50-80.000 Lehrer, Schüler und Oppositionsgruppen für mehr Lohn und bessere schulische Infrastruktur - Höhepunkt eines seit zehn Tagen andauernden Streiks der Pädagogen, die auch den Flughafen der Stadt blockiert hatten. Ein ähnlicher Streik im Bundesstaat Michoacán ist hingegen beigelegt worden. Der Streik in Oaxaca wird von der 22.Sektion der SNTE getragen. 1,4 Millionen Schüler sind davon betroffen.
2006, 05. Juni: Gegen den geflohenen Führer der Minengewerkschaft, Napoleón Gómez Urrutía, ist nun auch ein Interpol-Haftbefehl ausgestellt worden, so das Presseamt von Staatspräsident Vicente Fox. Gómez unterstützende Minengewerkschafter drohen mit einem landesweiten Streik. Bislang werden wegen des Führungsstreits seit März 2006 drei Minen bestreikt.
2006, 05. Juni: Senatsmitglied Genaro Borrego Estrada, früherer PRI-Parteichef und Gouverneur von Zacatecas, tritt aus seiner Partei aus. Gegen ihn war zuvor ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet worden.
2006, 05. Juni: In Oaxaca de Juárez haben demonstrierende Lehrer das Staatsparlament von Oaxaca gestürmt und Zerstörungen angerichtet. Auch weitere öffentliche Gebäude sollen gestürmt worden sein. Die SNTE negiert das - die Staatanwaltschaft hat hingegen mit Verweis auf Videoaufnahmen die Zerstörungen angezeigt. Die Proteste gingen mit Blockaden von Raffinerien und Autobahnen derweil weiter.
2006, 06.Juni: Auf die Ehefrau des inhaftierten Urhebers der Videoescándalos, Carlos Ahumada, soll in Mexiko-Stadt ein Attentat verübt worden sein, die Frau blieb unverletzt. Sie hatte zuvor angekündigt, weitere Politiker der Stadtregierung von Mexiko-Stadt kompromittierende Videoaufnahmen veröffentlichen zu wollen.
2006, 06.Juni:'In Mexiko-Stadt hat das zweite Live-Spitzengespräch aller Präsidentschaftswahlkandidaten stattgefunden.
2006, 06.Juni: Der Chapultepec-See im gleichnamigen Park von Mexiko-Stadt entleert sich teilweise durch einen Dammbruch.
2006, 06.Juni: Im Bundesstaat Michoacán übernimmt ein General die Leitung der Staatspolizei (Secretaría de Seguridad Pública) ernannt. Im Bundesstaat sind bei Auseinandersetzungen im Drogenmilieu seit Jahresanfang 131 Menschen ermordet worden. Seit Juli 2005 sind im gleichen Zusammenhang zudem 22 Polizisten ermordet worden, meldet die Zeitung Proceso.
2006, 07.Juni: Im Präsidentschaftswahlkampf erklärt PRD-Kandidat López Obrador, die Firma eines Schwagers des PAN-Konkurrenten Felipe Calderón Hinojosa sei durch diesen in seiner Zeit als Energieminister bevorzugt worden.
2006, 09.Juni: Der Minenkonzern Grupo México kündigt die Schließung von zwei Minen im Bundesstaat Sonora an, die derzeit bestreikt werden. Es handelt sich um die Bergwerke von "La Cal" in Agua Prieta und "La Caridad" in Nacozari. Die Region ist von diesem Minen abhängig.
2006, 09.Juni: Mindestens 16.000 mexikanische Fußballfans sind zur Weltmeisterschaft in Deutschland angereist, so Jorge Hernandez Delgado, Präsident der Asociación Mexicana de Agencias de Viajes. Die Zahl bezieht sich auf die gleiche Zahl verkaufter Kombipakete (Flug, Unterkunft, Tickets für die Vorrundenspiele Mexikos). Hinzu kommen die aus anderen Länder anreisenden Mexikaner.
2006, 11.Juni: In Oaxaca streiken weiterhin 50.000 Mitglieder der Lehrergewerkschaft SNTE, sie halten nach Medienberichten 50 Straßen der Innenstadt besetzt.
2006, 11.Juni: Die Zeitung El Universal meldet, dass mindestens 475 Migranten von Oktober 2004 bis September 2005 nur noch tot aufgefunden worden. Sie waren ums Leben gekommen, als sie illegal die Grenze passieren wollten. Seit Oktober 2005 haben die Grenzbehörden 220 Leichen entdeckt.
2006, 11.Juni: Die mexikanische Fußballnationalmannschaft gewinnt ihr erstes Spiel (3:1 gegen Iran) bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.
2006, 12.Juni: 30.000 Mitglieder der Bauernbewegung Antorcha Campesina aus Querétaro demonstrieren in Mexiko-Stadt für die Freilassung zwei ihrer Führer.
2006, 14.Juni: Die Staatspolizei von Oaxaca scheitert mit einem Versuch, das von streikenden Lehrern der Gewerkschaft SNTE besetzte Stadtzentrum von Oaxaca zu räumen. Bei den Zusammenstößen, die einen Tag später durch Vereinbarung zu Verhandlungen beendet wurden, wurden laut Staatsangaben 26 Demonstranten und ein Polizist verletzt. Nach Angaben der streikenden SNTE-Führung sollen jedoch drei Demonstranten getötet worden sein. Die Gewerkschaft verlangt trotz der angekündigten Verhandlungen den Rücktritt von Gouverneur Ulises Ruiz. 14.000 Schulen sind in Oaxaca vom Streik betroffen.
'2006, 15.Juni: Bei einem versuchten Anschlag auf einen Kommandanten der Justizpolizei (Policía Investigadora Ministerial) in Acapulco kommt einer der fünf Angreifer ums Leben. Die Zeitung La Jornada meldet, seit Jahresbeginn seien 50 Menschen im Bundesstaat Guerrero ermordet worden. Bei einer Schießerei zwischen Polizisten und Drogenhändlern im Norden von Veracruz wurden zudem fünf Beteiligte verletzt.
2006, 17.Juni: In Mexiko-Stadt findet die 28.Auflage der "Marcha del Orgullo Lésbico-Gay Bisexual, Travesti y Transgénero 2006" mit ca. 50.000 Teilnehmern statt.
2006, 17.Juni: Proteste im Land: In Guerrero demonstrieren in mehreren Orten 10.000 Menschen gegen die Unsicherheit, zur Demo hatten kirchliche Vertreter aufgerufen. In Oaxaca protestieren weiterhin streikende Lehrer mit einer "Mega-Marca" durch die Stadt, an der bis zu 50.000 Menschen teilgenommen haben sollen.
2006, 18.Juni: Krise der Partido Alternativa Socialdemócrata y Campesina, die bei den Präsidentschaftswahlen 2006 antritt: Der bei der parteiinternen Kandidatenkür unterlegene Flügel der Bauern hat ein Wahlbündnis mit der PRI abgeschlossen. Alternativa schloss den Führer des Bauernflügels, Ignacio Irys Salomón, daraufhin aus der Partei aus.
2006, 19.Juni: Cuauhtémoc Cárdenas wird Chef einer staatlichen Kommission, die die 200-Jahr-Feier der Unabhängigkeit und die 100-Jahr-Feier der Revolution im Jahr 2010 vorbereiten soll.
2006, 19.Juni: Mexiko übernimmt die offizielle Präsidentschaft des neugeschaffenen Menschenrechtsrats der UNO.
2006, 21.Juni: Erneute Gewaltwelle: Nach Medienberichten sind in Baja California vier Menschen, davon drei Polizeioffiziere, entführt und enthauptet worden. Die Täter sollen Angehörige der Drogenmafia sein, angeblich sind die Polizisten durch ein 100-Mann-starkes Kommando, das sich als AFI-Einheit ausgab, entführt worden. In Michoacán wurde zudem in Uruapán ein Polizist und in Chihuahua in Ciudad Juárez ein Zivilist ermordet.
2006, 21.Juni: Gegen 23 Polizistenist Haftbefehl wegen ihrer Verwicklung in die Vorgängen um San Salvador Atenco (brutales Vorgehen gegen Demonstranten) erlassen worden, die Haftbefehle werden aber mit Amparo außer Vollzug gestellt.
2006, 21.Juni: Die mexikanische Fußballnationalmannschaft schafft bei der Weltmeisterschaft in Deutschland den Einzug ins Achelfinale (trotz einer Niederlage gegen Brasilien).
2006, 22.Juni: In Oaxaca hält der Streik der Lehrer an. 10.000 Menschen demonstrieren für die Staatsregierung. Die SNTE-Führung unter Elba Esther Gordillo Morales erklärt derweil, die streikenden Lehrer gehörten der gewerkschaftsinternen Oppositionsbewegung CNTE an, sie verurteilte nicht die berufsständischen, aber die politischen Forderungen der Streikenden.
2006, 22.Juni: 21 Menschen werden verletzt bei Zusammenstößen in Jalapa de Marqués in Oaxaca zwischen Gegnern (streikende Lehrer) des Gouverneurs von Oaxaca und dessen Anhängern.
2006, 24.Juni: Mexiko kündigt die vorzeitige Rückzahlung von sieben Milliarden Euro an Schulden an - die Hälfte eines 13 Milliarden hohen Kredits, den das Land bei internationalen Banken aufgenommen hatte. Insgesamt habe das Land Auslandsschulden in Höhe von 50 Milliarden Euro, was derzeit 6,4 Prozent des BIP darstelle, so Staatspräsident Vicente Fox.
2006, 24.Juni: Die Fußballnationalmannschaft scheidet im Achtelfinale der WM 2006 vorzeitig aus (1:2 gegen Argentinien n.V.)
2006, 25.Juni: Rund um Acapulco werden sieben ermorderte Männer gefunden - damit sind in den vergangenen zwei Wochen insgesamt 17 Menschen in der Hafenstadt ermordet worden.
2006, 26.Juni: Aerocalifornia nimmt wieder seinen Flugbetrieb auf.
2006, 26.Juni: Das Innenministerium ruft für die Stadt La Paz den Notstand aus, nachdem die "Marea Roja" (rötlicher Algenteppich) an der Küste aufgetreten ist. Die Algen vergiften die Fischbestände, womit auch Menschen gefährdet sein können.
2006, 27.Juni: Televisa unterliegt beim Versuch, den spanischsprachigen TV-Konzern Univisión (USA) zu übernehmen.
2006, 29.Juni: Bei der, mittlerweile angeblich durch Diffamierungskampagnen geprägten, Präsidentenwahl am kommenden Sonntag (2.Juli) in Mexiko wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem früheren Energieminister Felipe Calderón Hinojosa und dem linksgerichteten ehemaligen Bürgermeister der Hauptstadt (Jefe del Gobierno del Distrito Federal), Andrés Manuel López Obrador, erwartet. Die Ergebnisse will das IFE noch am Sonntagabend bekannt geben.
2006, 30.Juni: Haftbefehl gegen Ex-Staatspräsident Luis Echeverría erlassen. Weil Echeverrías Alter (70 Jahre) keine Verhaftung mehr zulässt, ist der Ex-Präsident unter Hausarrest gestellt worden. Echeverría soll als Innenminister für Massaker der Guerra Sucia verantwortlich sein.
2006, 30.Juni: 2005 gab es 21,4 Millionen Fahrzeuge in Mexiko. 2000 waren es nur 13,4 Millionen Fahrzeuge, zitieren verschiedene Medien aus dem Sistema de Información del Sector Automotor Mexicano (SISAM).
Juli
2006, 1.Juli: Die internen Kämpfe der Drogenbanden sowie zwischen diesen, Polizei und Streitkräften haben im ersten Halbjahr 2006 mindestens 1003 Menschenleben gefordert, so die Zeitung El Universal in einer Zusammenfassung. 2005 im gleichen Zeitraum waren es "nur" 683 Menschenleben, so die Zeitung.
2006, 2.Juli: Heute wird in Mexiko ein neuer Staatspräsident gewählt. Zur Wahl sind 71,3 Millionen Mexikaner aufgerufen, zwölf Millionen sind dabei Erstwähler. Ein erstes offizielles Vorergebnis wird für 23 Uhr Ortszeit erwartet. Wahlen zu Gouverneur und Landesparlament findet auch in mehreren Bundesstaaten statt.
2006, 2.Juli: Nach monatelangem Streik haben die demonstrierenden Lehrer in Oaxaca die Besetzung des Hauptplatzes der Stadt vorläufig zugunsten der Wahlen aufgegeben.
2006, 3.Juli: Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Präsidentschaftswahlen 2006: Das IFE verschiebt die Bekanntgabe der Ergebnisse bis zum 5.Juli - es liege ein Patt vor zwischen Felipe Calderón (PAN) und Andrés Manuel López Obrador. Die Wahlen zum Regierungschef des Bundesdistrikts hat PRD-Kandidat Marcelo Ebrard Casaubon mit 47 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Wahlen zum Bundesparlament ergaben für die PAN mit 33,7 Prozent der Stimmen den Status der stärksten Fraktion, gefolgt von PRD (29,2 Prozent inklusive Wahlverbündete) und PRI und PVEM (zusammen 27,66 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag landesweit bei 58 Prozent aller Wahlberechtigten liegen (Guerrero und Chiapas je 49 Prozent, Bundesdistrikt 68 Prozent).
2006, 5.Juli: Der Wahlkrimi hält an, das IFE führt eine zweite Auszählung durch, die das Patt-Ergebnis bislang bestätigt. Mitentscheidend könnten drei Millionen Wahlzettel werden, die anfangs für "ungültig" erklärt wurden, nun aber doch mitausgewertet werden. Marcelo Ebrard Casaubon wird offiziell zum Sieger der Wahlen im Bundesdistrikt erklärt.
2006, 5.Juli: In Oaxaca erklären die streikenden Lehrer die Rückkehr zum Unterricht (für 1,3 Millionen Schüler) - der Streikposten soll aber durch andere Gewerkschaftsangehörige besetzt gehalten bleiben.
2006, 6.Juli:: Felipe Calderón Hinojosa wird durch das IFE zum Wahlsieger der Präsidentschaftswahlen 2006 ernannt, nachdem um 18 Uhr die Nachüberprüfung der gemeldeten Stimmabgaben abgeschlossen wurde. Andrés Manuel López Obrador hat eine Anfechtung der Wahl angekündigt, zu Demonstrationen aufgerufen und die erneute Auszählung der Stimmen gefordert, was jedoch die Wahlregelungen im COFIPE verletzen würde. Offizielles Ergebnis: López Obrador 35,31 Prozent mit 14,736 Millionen Stimmen, Calderón 35,89 Prozent mit 15 Millionen Stimmen. Der Unterschied beträgt 0,58 Prozentpunkte (243.934 Stimmen). Calderón kündigte in einer ersten Stellungsnahme an, eine Koalitionsregierung bilden zu wollen. Seine Partei PAN hat im Bundesparlament keine absolute Mehrheit.
2006, 8.Juli:: Ex-Staatspräsident Luis Echeverría Álvarez wird von einem Richter des Vorwurfs des Genozids (Massaker von Tlaltelolco, siehe Guerra Sucia) freigesprochen. Damit wird auch der am 30.Juni verhängte Hausarrest wieder aufgehoben. Begründung: Das Massaker sei seit November 2005 verjährt.
2006, 8.Juli:: 200.000-450.000 Anhänger von Andrés Manuel López Obrador protestieren in Mexiko-Stadt gegen die Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2006. López erklärte, die Wahl vor dem Bundeswahlgericht anzufechten und sprach von Walbetrug.
2006, 10.Juli:: Die Secretaría de Transportes y Vialidad (Setravi) des Bundesdistrikts beabsichtigt, die 20.000 illegalen Taxis ("Taxi pirata") zu legalisieren. Begründung: Die 106.000 legalen Taxis würden nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen.
2006, 10.Juli:: Andrés Manuel López Obrador präsentiert Videoaufnahmen, die mutßmaßliche Wahlfälschungen der Präsidentschaftswahlen 2006 aufzeigen sollen.
2006, 13.Juli: Die PRI schließt Elba Esther Gordillo Morales aus - der Ex-Parteigeneralsekretärin und -Fraktionschefin, zugleich Führerin der einflussreichen Lehrergewerkschaft, wird Illoyalität (Begünstigung anderer Parteien im Wahlkampf) vorgeworfen. SNTE-Angehörige hatten 2005 die Partido Nueva Alianza gegründet. Elba Esther Gordillo Morales hat erklärt, sie werde den Ausschluss aus der PRI nicht anfechten. Sie fühle sich "geehrt", erklärte sie einen Tag später vor Medienvertretern.
2006, 13.Juli:: Die UNESCO hat die Tequilafelder und -industrie rund um die gleichnamige Stadt im Bundesstaat Jalisco in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen. Das 34.658 Hektar größe Gebiet reicht bis Nayarit, die Auszeichnung erinnert auch an die vorhispanischen Ruinen der Region (Teuchitlan).
2006, 14.Juli: Grupo México entlässt alle 2.000 Angestellten seiner Kupfermine "La Caridad" im Bundesstaat Sonora, die seit März diesen Jahres bestreikt wurde. Damit will der Konzern die Streiks, die seit März anhalten (SNTMMSRM-Konflikt), durchbrechen und die Mine neu eröffnen.
2006, 14.Juli: Die USA liefern den bislang in Auslieferungshaft sitzenden Jean Succar Kuri aus. Dem Händler aus Cancún wird der Betrieb eines Kinderpornographie-Netzes vorgeworfen. Seit 2004 saß er in US-Auslieferungshaft (Siehe auch: Caso Lydia Cacho)
2006, 14.Juli: In Apatzingán im Bundesstaat Michoacán werden erneut 16 Polizisten festgenommen. Schon eine Woche zuvor waren 11 Kollegen verhaftet worden. Ihnen werden Verbindungen zu einer Drogenhändler-Bande namens "Los Zetas" (Teil des sogenannten Golfkartells) nachgesagt - am Monatsanfang war einem Drogenboss in Apatzingán die Flucht aus Polizeigewahrsam gelungen.
2006, 14.Juli: Andrés Manuel López Obrador fordert weiterhin eine erneute Zählung aller Stimmzettel der Präsidentschaftswahlen 2006 - sollte das geschehen, werde er aber das Ergebnis dessen anerkennen, auch wenn die Wahl in seinen Augen an sich gefälscht worden sei. Das Bundeswahlgericht hat derweil seine Untersuchung der Wahlfälschungsvorwürfe aufgenommen.
2006, 14.Juli: Zwei seit Tagen entführte Armee-Offiziere werden mit Foltermerkmalen tot in Acapulco aufgefunden.
2006, 15.Juli: 38 Maya-Demonstranten werden in Merida nach einem Polizeieinsatz verhaftet. Sie hatten das Grundstück eines öffentlichen Wohnbauprojektes besetzt (Ciudad Caucel), weil illegalerweise ihre Grundstücke davon betroffen seien.
2006, 16.Juli: An der Großdemonstration der Anhänger von Andrés Manuel López Obrador in Mexiko-Stadt sollen nach Polizeiangaben bis 1,1 Millionen Menschen teilgenommen haben. López Obrador fordert die Nachzählung aller Stimmzettel der Präsidentschaftswahlen 2006, die er nach offiziellen Angaben knapp verloren hatte.
2006, 16.Juli: Sechs Tote fordert eine Schießerei zwischen Angehörigen einer Drogen-Bande und der lokalen Polizei in Cunduacán in Tabasco, meldet die Zeitung El Universal. Die Bande hatte versucht, Mateo Díaz López, Chef der lokalen Los Zetas-Bande, aus dem Gefängnis zu befreien.
2006, 16.Juli: In Oaxaca haben streikende Lehrer angekündigt, den Zugang zum diesjährigen Guelaguetza-Fest zu blockieren.
2006, 18.Juli: Erstmals seit 1932 wird in Oaxaca das Guelaguetza-Fest vorerst abgesagt und verschoben. Grund ist die Blockade der Zugänger durch streikende Lehrer. 16.000 Touristen hatten zum Fest die Stadt aufgesucht. Die Streikenden fordern weiterhin bessere Löhne und den Rücktritt von Gouverneur Ulises Ruiz Ortiz.
2006, 19.Juli: 121 Mexikaner mit bisherigem Wohnsitz im Libanon verlassen die Kriegsregion des Nahen Ostens per Konvoy.
2006, 20.Juli: Weiterhin hat das nationale Wahlgericht noch kein Urteil zu den Vorwürfen der Manipulation der Präsidentschaftswahlen 2006 gefällt. Der nach offiziellen Angaben unterlegene Andrés Manuel López Obrador fordert weiterhin eine Nachzählung aller Wahlzettel.
2006, 21.Juli: Oaxacas Gouverneur Ruiz bietet den streikenden Lehrern den von ihnen geforderten Lohnausgleich. Damit soll der monatelange Streik beendet werden, der der Privatwirtschaft der Stadt nach eigenen Angaben Verluste in Höhe von 50 Millionen Euro (insbesondere hinsichtlich des Tourismus verursacht habe. Die Demonstranten erklärten die angebotene Zahlung in Höhe von ca. 15 Millionen Euro für zu niedrig im Vergleich zu eigenen Forderungen.
2006, 21.Juli: Im Dorf Tumbiscatío de Ruiz in Michoacán liefern sich rivalisierende Banden aus dem [[Drogen]händler-Milieu eine mehrere Stunden dauernde Schießerei, bei der ein Mensch getötet wird.
2006, 22.Juli: Der irische Low-Cost-Carrier "Ryanair" hat angekündigt, von Monterrey aus mit einer neuen Fluglinie namens "VivaAeroBus" günstige Flüge anzubieten. Welche Flugziele damit gemeint sind, war noch nicht bekannt.
2006, 24.Juli: Beim Raub einer Tonne von Pseudoehpredim (Adrenalin ähnliche Substanz) werden in Coyoacán in Mexiko-Stadt vier Wachpolizisten durch unbekannte Täter erschossen.
2006, 25.Juli: Die unterlegene Wahlkoalition Por el Bién de Todos verklagt den IFE wegen Wahlfälschung und Benachteiligung ihres Kandidaten Andrés Manuel López Obrador.
2006, 25.Juli: Regisseur und Schauspieler Gustavo Alatriste stirbt im Alter von 82 Jahren.
2006, 25.Juli: Der seit 2.April anhaltende Streik im Stahlwerk von Lázaro Cárdenas in Michoacán ist beigelegt: Die Minenarbeiter erhalten eine achtprozentige Lohnerhöhung. Beim einem Versuch der Polizei, die Streikenden zu vertreiben, waren Ende April 2006 zwei Arbeiter getötet worden. Für ihre Familien hat der Konzern Entschädigungszahlungen zugesagt.
2006, 27.Juli: Eine Untersuchungskommission der Abgeordnetenkammer wirft Präsidentingattin Martha Sahagún vor, im Steuerbetrug einer Firma ihrer Söhne verwickelt zu sein (Caso Bribiesca). Es geht um 354 Millionen Pesos, die hinterzogen wurden.
2006, 27.Juli: Fortsetzung des Wahlkrimis in Mexiko: Kurz vor der angekündigten Demonstration in Mexiko-Stadt hat sich Andrés Manuel López Obrador in einem Interview mit dem US-Sender Univisión zum rechtmäßigen Präsidenten des Landes ("kraft Volkes Wille") ernannt. Er erklärte, den sogenannten "zivilen Widerstand" gegen das Wahlresultat der Präsidentschaftswahlen 2006, allerdings gewaltlos, fortzuführen. Unterdessn hat die einflussreiche Führerin der SNTE, Elba Esther Gordillo, den derzeitigen Wahlsieger Felipe Calderón Hinojosa den "gewählten Präsidenten" genannt. Gordillo war erst kürzlich aus der PRI ausgeschlossen worden, weil sie andere Kandidaten bevorzugt hatte.
2006, 28.Juli: Die Fluggesellschaft Aerocalifornia hat nach Medienberichten ihre Tätigkeit nach drei Monaten Pause wieder aufgenommen.
2006, 28.Juli: Martha Sahagún hat sich im Caso Bribiesca dagegen verwahrt, dass ihre Person und die ihrer Söhne nach ihrer Ansicht verunglimpft werden. Die Aussagen des Kommissionsvorsitzenden Schmal seien eine "Lüge".
2006, 28.Juli: Die Kritik des israelischen Botschafters an einem in mehreren Zeitungen publizierten Aufruf zur Beendigung des Libanonkrieges durch mehrere Intelektuellen (u.a. Elena Poniatowska, Angeles Mastretta, Sergio Pitol, Carlos Monsiváis) ("indirekte Unterstützung des islamischen Terrorismus") sind durch das mexikanische Außenministerium als Eingriff in die innere Souveranität gerüffelt worden.
2006, 28.Juli: Mexiko hat bei Kanada die Auslieferung des SNTMMRM-Gewerkschaftsführers Napoleón Gómez Urrutia beantragt.
2006, 30.Juli: 1,2 Millionen Menschen haben zugunsten von Andrés Manuel López Obrador in Mexiko-Stadt demonstriert. Andere Zahlen gehen von nur 180.000 Teilnehmern (Bundespolizei) bis zu zwei Millionen (Polizei von Mexiko-Stadt) aus. Die Organisatoren hatten zwei Millionen Teilnehmer erwartet. López Obrador rief seine Anhänger zu "Dauercamps" in der Stadt auf und kündigte an, selbst am Zócalo der Hauptstadt zu verbleiben. Bis zum 31. August muss das Oberste Wahlgericht über eine mögliche Annullierung der Präsidentschaftswahlen 2006 entscheiden. Zum 31.Juli hatten die Demonstranten etliche Plätze und Straßen mit insgesamt 47 Camps blockiert, unter anderem den Zócalo. Die Stadtregierung lehnte ein Vorgehen dagegen ab, sie wird von der PRD getragen.
2006, 31.Juli: Erdbeben der Stärke 5,2 19 Kilometer vor der Küste von Colima
2006, 31.Juli: Bei den XX. Juegos Centroamericanos y del Caribe in Cartagena in Venezuela gewinnen die mexikanischen Teilnehmer 107 Goldmedaillen und sind damit die zweiterfolgreichste Nation.
August
2006, 2.August: Ein Erdrutsch in Santa María Chilchotla in Oaxaca (Bundesstaat) fordert elf Menschenleben.
2006, 3.August: Die Blockade von Hauptverkehrsstraßen in Mexiko-Stadt durch "Camps" von AMLO-Anhängern hält an. Die PRD-dominierte Stadtregierung lehnt weiterhin ein Vorgehen gegen die Demonstranten ab.
2006, 5.August: Tagelange Regenfälle haben in Ciudad Juárez haben zur Unterbringung von insgesamt 1000 Menschen in Notunterkünften gesorgt. Die Schäden sollen sich auf 600 Millionen Pesos belaufen. Auf US-Seite sollen in El Paso 1500 Anwohner wegen des möglichen Bruchs eines Stausees auf mexikanischer Seite evakuiert werden.
2006, 5.August: Nur neun Prozent aller Wahlurnen der Präsidentschaftswahlen 2006 werden wegen Unregelmäßigkeiten nochmals ausgezählt, die meisten davon in den Bundesstaaten Jalisco und Baja California. Das entschied das Oberste Wahlgericht. Die unterlegene Wahlkoalition von Por el Bien de Todos hatte eine komplette Neuauszählung verlangt.
2006, 9.August: In Chihuahua wird ein Journalist der Zeitung "Dos Caras" vermutlich durch Drogenbanden ermordet. Seit 2004 wurden zehn Journalisten in Mexiko ermordet.
2006, 11.August: In Oaxaca ist ein Demonstrant bei einer Kundgebung oder einem Streit (genauer Verlauf unbekannt) erschossen worden. Die Polizei nahm acht Verdächtige fest. Der Streik in Oaxaca hält auch nach 80 Tagen unvermindert an. Hauptforderung: Rücktritt der Staatsregierung. Die Streikenden halten öffentliche Gebäude und Plätze blockiert. Unbekannte bedrohten das Personal der regierungskritischen Zeitung Noticias, zudem nahm die Polizei zwei Führer der Streikbewegung (APPO) fest.
2006, 11.August: Im Bundesstaat Hidalgo stürzt ein Reisebus in eine Schlucht. Das Unglück fordert 15 Menschenleben.
2006, 11.August: Erdbeben in Mexiko-Stadt mit 5,9 auf der Richterskala. Keine Verletzten oder Beschädigungen. Zeitgleich bebt die Erde in Michoacán mit einer Stärke von 4,9.
2006, 13.August: Die Nachzählung von neun Prozent aller Wahlurnen der Präsidentschaftswahlen 2006 ist abgeschlossen. Die unterlegene Wahlkoalitiom Por el Bien de Todos sieht den Vorwurf der Wahlfälschung betätigt, die siegreiche PAN hingegen das Vorabergebnis bestätigt.
2006, 14.August: Das Verkehrsministerium meldet nach Medienberichten das Ende für das Schnellzugprojekt ("Tren bala") zwischen Mexiko-Stadt und Guadalajara. Grund sind die geschätzten Kosten von ca. 8,4 Milliarden US-Dollar.
2006, 14.August: Erneut sterben bei einem Busunglück 15 Menschen. Ein Bus war bei Villa de Guadalupe im Bundesstaat San Luis Potosi beim Überqueren eines ausgetrockneten Flussbettes von einer Regenflut überrascht und mitgerissen worden. Bei einem Erdrutsch in Tlalmanalco im Estado de México stirbt zudem eine komplette Familie von sechs Menschen.
2006, 15.August: Erstmals ist die Bundespolizei mit Tränengas gegen Anhänger von Andrés Manuel López Obrador vorgegangen, die den Sitz des Congreso de la Unión (San Lázaro) blockieren wollten. Der wiederum kündigte an, die Blockaden in Mexiko-Stadt fortzusetzen.
2006, 16.August: US- und mexikanische Anti-Drogen-Einheiten nehmen in Baja California Sur einen der Chefs des "Tijuana"-Drogenkartells fest: Francisco Javier Arellano Félix, genannt "El Tigrillo".
2006, 16.August: In Oaxaca treten 5.500 Angestellte des Gesundheitssektors in den Streik, um die Forderungen der streikenden Lehrer und Oppositionsgruppen zu unterstützen.
2006, 16.August: Nach neun Monaten Irrfahrt auf dem Pazifischen Ozean werden drei schiffbrüchige Fischer aus San Blas an der Küste von Neuseeland gerettet.
2006, 17.August: Ein zwei Jahre altes Ermittlungsvideo löst eine neue Diskussion um die Hintergründe der Videoescándalos aus. Der in Haft sitzende Unternehmer Carlos Ahumada Kurtz behauptet, führende Regierungsmitglieder wären vorab über die PRD-Politiker kompromittierende Korruptionsvideos informiert gewesen.
2006, 17.August: Eine Vermittlungsgruppe für den Streik in Oaxaca, der u.a. Francisco Toledo, Samuel Ruiz, Carlos Monsivais, Rodolfo Stavehagen und Carlos Montemayor angehören, schlägt als Lösung den Rücktritt des Gouverneurs vor. Derweil haben Streikende mehrere Zufahrtsstraßen nach Oaxaca blockiert, dabei wurde ein Demonstrant durch einen Schuss verletzt.
2006, 21.August: Bei den Parlaments- und Gouverneurswahlen in Chiapas (20.8.) gibt es keinen klaren Nachfolger für Amtsinhaber Pablo Salazar Mendiguchía. Der PRD im Amt tritt eine Koalition aus PRI, PVEM und PAN entgegen. 44% der 2,5 Millionen Wähler sind zur Wahl gegangen. José Antonio Aguilar Bodegas, PRI und PAN-Kandidat, liegt derzeit mit 48,17 Prozent der Stimmen nur 3.000 Stimmen hinter PRD-Kandidat Juan Sabines, der sich bereits zum Wahlsieger erklärt hat.
2006, 21.August: In Oaxaca zerstört ein vermummtes Kommando die Funkantenne von Canal9, einem von den streikenden Lehrern besetzen Staatsfernsehsender. Infolgedessen besetzen die Demonstranten mehrere private Radiosender und blockieren die Zugangswege in die Stadt. Ein Sprecher von Staatspräsident Vicente Fox machte Oaxacas Gouverneur Ulises Ruiz für den Angriff verantwortlich.
2006, 22.August: Der 141 Tage-Streik in der SICARTSA-Firma in Ciudad Lázaro Cárdenas ist durch eine Einigung auf Lohnausgleich und -erhöhung endgültig beigelegt.
2006, 23.August: Das Suprema Corte de Justicia de la Nación hat die Festsetzung gleicher Gefängnisstrafen für Erwachsene und Jugendliche für verfassungswidrig erklärt - das gilt auch für die bereits vor März 2006 (Verabschiedung eines Gesetzes zur Einführung eines Jugendstrafrechts) verurteilten Jugendlichen.
2006, 23.August: Bei dem Überfall eines vermummten Kommandos in Oaxaca auf eine von Streikenden besetzte Radiostation ist ein Demonstrant erschossen worden. Wenig später wurde ein Journalist beschossen. Die Streikenden errichteten danach Barrikaden innerhalb der Stadt. Gouverneur Ulises Ruiz sprach von einer "Guerilla" und verlangte den Einsatz von Bundespolizei. Die Bundesregierung fordert jedoch einen friedlichen Dialog.
2006, 23.August: Gegenüber deutschen Auslandskorrespondenten erklärte Staatspräsident Vicente Fox, Felipe Calderón Hinojosa sei der Gewinner der Präsidentschaftswahlen 2006. Die PRD-Proteste in der Hauptstadt seien ein Einzelfall.
2006, 24.August: Die drei neun Monate lang im Pazifik verschollenen Fischer sind wieder in San Blas zurückgekehrt.
2006, 27.August: Juan José Sabines Guerrero (PRD ist zum offiziellen Wahlsieger der Gouverneurswahl von Chiapas erklärt worden - mit einem Unterschied von 7.000 Stimmen. Die unterlegene PRI hat die Anfechtung der Wahl angekündigt.
2006, 27.August: "XXIV Maratón Internacional" von Mexiko-Stadt mit 1.000 Teilnehmern.
2006, 28.August: Das Oberste Wahlgericht hat fast alle Anfechtungsklagen der PRD gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2006 abgewiesen und nur kleinere Änderungen am Ergebnis vorgenommen - eine faktische Anerkennung des Wahlsieges von Felipe Calderón. Die erneute Nachzählung von elf Prozent aller Wahlstimmen hatte nach Informationen der Zeitung El Universal 4.000 Stimmen mehr für Calderóns Gegner Andrés Manuel López Obrador ergeben - trotzdem bleibt ein Abstand von fast 200.000 Stimmen.
2006, 29.August: Andrés Manuel López Obrador will die Entscheidung des Obersten Wahlgerichts nicht anerkennen und droht für den 15.September (Unabhängigkeitstag) mit einer "Nationalversammlung" und der Etablierung einer Gegenregierung.
2006, 29.August: Das neue Bundesparlament tritt zusammen.
2006, 30.August: In Oaxaca räumen die Demonstranten den 40 Tage besetzten Sitz des Landesparlaments im Zuge der Vermittlungsgespräche im Bundesinnenministerium, die gestern begonnen hatten.
2006, 31.August: Eine Sonderkommission des Bundesparlaments lehnt ihren Abschlussbericht zum FOBAPROA vor. Demnach belaufe sich die öffentliche Verschuldung zugunsten der Bankenrettung 1995 auf über eine Milliarde Pesos.
September
2006, 1.September: Abgeordnete der PRD blockieren die Rednertribüne des neu gewählten Bundesparlaments und verhinderten so den traditionellen Rechenschaftsbericht von Staatspräsident Vicente Fox Quesada. Die angekündigte Demonstration steht im Zusammenhang mit dem Streit um das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2006. Schon seit Tagen war das Parlament durch tausende Polizisten abgeschirmt worden.
2006, 1.September: Eine Granate explodiert am Gebäude der Zeitung Por Esto in Mérida.
2006, 1.September: Das Verteidigunsministerium verneint, in einem Militärcamp Sondereinheiten zur Festnahme von Führern von Oppositionsbewegungen auszubilden. Das hatte am 31.August die Zeitung La Jornada berichtet.
2006, 2.September: Hurrikan "John" trifft als Sturm der Kategorie 2 auf die Halbinsel Baja California Sur.
2006, 5.September: Felipe Calderón Hinojosa ist offiziell durch das Oberste Wahlgericht zum Sieger der Präsidentschaftswahlen 2006 ausgerufen worden. Der unterlegene Kandidate Andrés Manuel López Obrador kündigte jedoch die Fortsetzung seiner Straßenproteste an und die Wahl eines "legitimen" Staatschefs durch eine "Volksversammlung". Calderón übernimmt am 1.12. das Amt des Präsidenten.
2006, 7.September: Mehrere Regenstürme fordern insgesamt 16 Menschenleben ín mehreren Bundesstaaten.
2006, 8.September: In Uruapan werden in einem Massengrab sechs Leichen entdeckt.
2006, 12.September: Der Polizeichef von Linares (Nuevo León) wird bei einem Attentat ermordet. Seit Februar diesen Jahres sind insgesamt vier Polizeichefs im Bundesstaat erschossen worden. Verdächtigt wird das Organisierte Verbrechen.
2006, 14.September: Staatspräsident Vicente Fox wird wegen der anhaltenden Besetzung des Zócalo durch López-Anhänger den Grito de Dolores nicht in Mexiko-Stadt verkünden, sondern in Dolores Hidalgo - zuvor hatte López angekündigt, am Tag des Grito einen "Demokratische Versammlung" abzuhalten, für die Militärparade vom 16.September aber den Platz zu räumen.
2006, 15.September: Die Anhänger von Andrés Manuel López Obrador räumen die seit 44 Tagen besetzten Straßen und Plätze (u.a. den Zócalo) in Mexiko-Stadt. Gleichzeitig gaben PRD, Convergencia und PT die Schaffung einer "Frente Amplio Progresista" bekannt, die den politischen Kampf fortsetzen will.
2006, 16.September: Mehrere Hunderttausende Anhänger von Andrés Manuel López Obrador haben in Mexiko-Stadt den linken Politiker zum "legitimen" (Gegen-)Präsidenten per Handzeichen auf einer "Nationalen Versammlung" bestimmt. Wahlsieger Calderón werde nicht anerkannt, López rief der Menge die Schaffung einer "Vierten Republik" zu.
2006, 19.September: Ex-Präsidentschaftskandidat Cuauhtémoc Cárdenas Solórzano, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der mexikanischen Linke, hat López Selbstproklamation zum "Präsidenten" als "gravierenden Fehler" bezeichnet, der der politischen Linke schade.
2006, 20.September: Die Vermittlungsgespräche des Bundesinnenministeriums im Oaxaca-Streik scheitern. Eine Aufhebung der Blockaden in Oaxaca und die Rückkehr der streikenden Lehrer an die Schulen ist ungewiss.
2006, 23.September: Spitzengespräch zwischen US- und mexikanischen Regierungsvertretern in Nuevo Laredo bezüglich der Kriminalität an der gemeinsamen Grenze.
2006, 29.September: Das US-Repräsentantenhaus beschließt den Bau einer 1.200 Km langen Grenzmauer zu Mexiko. Es soll die illegale Migration erschweren. Staatspräsident Vicente Fox nennt die Mauer "beschämend".
Oktober
2006, 3.Oktober: Bundesinnenminister Carlos Abascal Carranza verneint im Bundeskongress sowie in einem Radiogespräch eine militärische Intervention der Bundesarmee und -polizei im weiterhin anhaltenden Konflikt in Oaxaca (Argument einer "friedlichen" Besetzung des Staates). In den vergangenen Tagen war ein entsprechendes Gerücht in Oaxaca aufgekommen.
2006, 4.Oktober: US-Präsident George Bush unterzeichnet ein Finanzierungsgesetz für den Bau der geplanten Grenzmauer, die 1,2 Milliarden US-Dollar kosten soll. Zwei Tage später folgt die Unterzeichnung des eigentlichen Gesetzes zur Mauererrichtung. Die mexikanische Regierung nannte die Entscheidung eine "Beleidigung" und kündigte den Gang vor der UNO an. Ein liberales Migrationsgesetz des US-Senats wurde zudem vom US-Repräsentantenhaus blockiert.
2006, 11.Oktober: In Chiapas werden die Staats- und Kommunalwahlen um ein Jahr auf das Jahr 2008 verschoben.
2006, 11.Oktober: In Oaxaca werden vier Demonstranten bei einer Kundgebung vor einem öffentlichen Gebäude durch Schüsse unbekannter Täter verletzt. Weiterhin ist die Situation in der Stadt angespannt.
2006, 12.Oktober: Eine Kommission des Senats besucht die seit Monaten bestreikte Stadt Oaxaca de Juárez. Am kommenden 16.Oktober will der Senat entscheiden, ob in Oaxaca eine Situation des Nichtfunktionierens der öffentlichen Gewalt vorhanden ist - ein Antrag der oppositionellen APPO.
2006, 12.Oktober: Der künftige Staatspräsident Felipe Calderón beginnt eine Serie von Konferenzen mit Vertretern der mexikanischen Bundesstaaten, um seine Entwicklungsagenda "Mexico 2030" vorzustellen. Es soll das Land bis zum Jahr 2030 zu stabilen Institutionen verhelfen.
2006, 14.Oktober: Xóchitl Gálvez, Vorsitzende der staatlichen Kommission für die Entwicklung der indigenen Völker, prangert in einem Interview die anhaltende Marginalisierung der Indigenas an. In den vergangenen sechs Jahren könne in dieser Hinsicht trotz mancher Erfolge nicht von einem "Triunfalismus" gesprochen werden.
2006, 15.Oktober: Bei den Gouverneurswahlen in Tabasco setzt sich der Kandidat der PRI, Andrés Rafael Granier Melo (56 Prozent der Wählerstimmen) gegen PRD-Kandidat Cesar Raul Ojeda (42 Prozent) durch. Die PRI stellt den derzeitigen Gouverneur.
2006, 17.Oktober: Die nationale Menschenrechskommission hat ihren Abschlussbericht zum "Fall Atenco" (Polizeieinsatz gegen protestierende Bauern) vorgelegt. Die CNDH prangert Misshandlungen und Folter seitens der Polizei an.
2006, 17.Oktober: Agustín Carstens ist als stellvertretender Geschäftsführer des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, um dem künftigen Kabinett von Felipe Calderón anzugehören.
2006, 18.Oktober: Die Explosion eines Tankschiffs fordert in Coatzacoalcos acht Menschenleben. Bei einem Verkehrsunfall kommen zudem 16 Businsassen bei Tepic ums Leben. Und in Capulhuac sterben vier Mitglieder einer Familie, als ihr Feuerwerksbetrieb explodiert.
2006, 19.Oktober: Das Bündnis von APPO und CNTE in Oaxaca zerbricht, als der Führer der CNTE-Sektion 22, Enrique Rueda Pacheco, die Rückkehr der Pädagogen an die Schulen ankündigt und somit aus der APPO ausschert.
2006, 19.Oktober: Der Senado lehnt eine Absetzung von Oaxacas Gouverneur Ulises Ruiz ab, bestätigt aber "gravierende Instabilität". Zugleich erklärt das Bundesinnenministerium, nicht die PFP gegen die Demonstranten einzusetzen.
2006, 26.Oktober: Der Lehrerstreik in Oaxaca wird zum Montag abgebrochen, nachdem die Sektion 22 der CNTE in einer Verfassung mehrheitlich zugestimmt hatte. Die APPO kündigte die Fortsetzung der Blockaden der Staatshauptstadt an. Eine erste Abstimmung am 21. Oktober war annulliert worden.
2006, 27.Oktober: Lediglich 2,9 Bücher liest ein Mexikaner durchschnittlich pro KJahr, so die Ergebnisse der "Encuesta nacional de lectura" von UNAM und CONACULTA.
2006, 27.Oktober: Bei erneuten Zusammenstößen und Schusswechseln in Oaxaca werden vier Menschen getötet, unter ihnen ein US-Kameramann.
2006, 28.Oktober: Die Bundesregierung kündigt nach monatelangem Tauziehen den Einsatz von Bundespolizei an, um die Proteste in Oaxaca de Juárez zu beenden und "Recht und Ordnung" wiederherzustellen.
2006, 29.Oktober: 4.000 paramilitärische Polizisten der Bundesregierung marschieren in Oaxaca de Juárez ein und besetzen den Zócalo der Stadt. Die APPO erklärt, sich nicht den Truppen entgegenzustellen, mit friedlichen Mitteln aber weiter zu demonstrieren. Unterschiedlichen Quellen zufolge sollen trotzdem bis zu vier Menschen bei Zusammenstößen getötet worden sein.
2006, 30.Oktober: Oaxacas Gouverneur Ulises Ruiz kehrt in seinen Regierungssitz zurück. Gleichzeitige Rücktrittsforderungen von Cámara de diputados und Senado weist er zurück.
November
2006, 2. November: Fast eine Viertelmillion Dollar soll ein Sammler für eine Flasche Tequila bei einer Auktion bezahlt haben, melden Agenturen. Das Getränk ist allerdings in einem Goldgefäß untergebracht und gehört einer Sonderedition an.
2006, 2.November: In Oaxaca übernimmt die PFP weiterhin von der APPO bislang besetzte Radiostationen und Behörden und verhaftet etliche Demonstranten. Der Versuch der Polizei, die Staatsuniversität, auf der sich APPO-Mitglieder noch aufhalten, zu übernehmen, endet nach stundenlangen Straßenkämpfen jedoch mit einem Rückzug.
2006, 3.November: Andrés Manuel López Obrador hat sein "Gegenkabinett" vorgestellt.
2006, 6. November: In Mexiko-Stadt explodieren drei Bomben vor dem Sitz der PRI, dem Bundeswahlgericht und einer Niederlassung der Bank Scotiabank Inverlat. Verletzt wird niemand, eine Gruppe von fünf Guerillagruppen aus Oaxaca erklärt sich zum Urheber der Attentate mit Verweis auf die Unruhen in Oaxaca-Stadt.
2006, 7. November: Der Senado verweigert dem scheidenden Staatspräsidenten Vicente Fox eine Reise nach Australien zu einem internationalen Gipfel. Fox wehrt sich mit einer öffentlichen TV-Rede an die Nation.
2006, 9. November: Das Parlament des Bundesdistrikts hat erstmals in Mexiko zugunsten von Homosexuellen eheähnliche Partnerschaften per Gesetz besiegelt. Die "Ley de Sociedades en Convivencia" soll im März 2007 in Kraft treten. Es stellt die Partnerschaften allerdings nicht gleich zur Ehe.
2006, 14.November: Mindestens zwölf Menschen werden bei einem Überfall benachbarter Dörfler auf die Gemeinde "Viejo Velasco Suárez" im Naturschutzgebiet Montes Azules ermordet. Hintergrund können Landstreitigkeiten sein.
2006, 15.November: Nur wenige Monate nach seiner Ernennung ist Cuauhtémoc Cárdenas wieder als Präsident der staatlichen Vorbereitungskommission zur Ehrung der Feiern zu Unabhängigkeit und Revolution (2010) zurückgetreten. Begründet wird dies mit der Diskussion um eigene politische Aussagen.
2006, 16.November: Fußball-Legende Hugo Sánchez wird neuer Nationaltrainer der nationalen Fußballmannschaft.
2006, 16.November: An Stelle der bisherigen APPO tritt als Nachfolgeorganisation die CEAPPO. Sie will mit Großmärschen weiterhin den Rücktritt von Oaxacas Gouverneur Ulises Ruiz erzwingen.
2006, 20.November: Neue Zusammenstöße in Oaxaca de Juárez zwischen APPO und PFP.
2006, 20.November: Andrés Manuel López Obrador gibt vor tausenden Anhängern in Mexiko-Stadt den Schwur als "Presidente legítimo" ab und kündigt neue Proteste gegen die künftige Regierung von Felipe Calderón an. Das heutige Datum wurde wohl bewusst gewählt, weil am 20. November 1910 die Mexikanische_Revolution begann, die zum Sturz von Diktator Porfirio Díaz führte.
2006, 23.November: In Mexiko-Stadt wird das neue Museo del Estanquillo eröffnet.
2006, 28.November: Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho erhält als erster Autor den neu geschaffenen mexikanischen Literaturpreis „Las Pergolas“.
2006, 28.November: Erneut schwere Zusammenstöße am Wochenende in Oaxaca de Juárez zwischen APPO und PFP
2006, 29.November: Nachdem am Dienstagnachmittag PAN-Abgeordnete im mexikanischen Parlament den Bereich des Präsidiums mit dem Rednerpult besetzten, kam es zu Tumulten und Handgreiflichkeiten zwischen Anhängern und Gegnern des künftigen Präsidenten Felipe Calderón. Sollte bis Freitag die Besetzung nicht aufgehoben worden sein, findet die Vereidigung Calderóns an einem anderen Ort statt.
Dezember
2006, 01.Dezember: Felipe Calderon ist neuer Staatspräsident von Mexiko. In einer privaten Zeremonie übergab ihm Vorgänger Vicente Fox um Mitternacht die Amtsinsignien. Am gleichen Tag erfolgte der Eid im Congreso de la Unión, die Zeremonie war jedoch kurz und von Tumulten zwischen Abgeordneten der PAN und PRD begleitet.
2006, 05.Dezember: In Mexiko-Stadt wird das neue "Museo Archivo de la Fotografía de la Ciudad de México" im so genannten Mayorazgo-Haus ("Casa de las Ajaracas") eröffnet. Es beherbergt etwa zwei Millionen Aufnahmen, die die Entwicklung der Hauptstadt dokumentieren.
2006, 05.Dezember: Flavio Sosa Villavicencio, einer der Anführer der APPO wird in Mexiko-Stadt nach einer Pressekonferenz zusammen mit vier weiteren Personen verhaftet und in ein Gefängnis eingeliefert - gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen Anschürung zu Unruhen vor.
2006, 08.Dezember: Drei Tote und etliche entflohene Sträflinge bei einer Revolte im Gefängnis von Cancún
2006, 09.Dezember: PFP und Armee-Einheiten durchsuchen die Büros der Staatspolizei von Oaxaca. Grund sind Ermittlungen, inwiefern die Polizisten bei den Attentaten des vergangenen Konflikts in Oaxaca-Stadt involviert waren.
2006, 11.Dezember: Die Bundesregierung entsendet 5.000 Soldaten nach Michoacán an, um führende Drogen-Bosse festzunehmen und -Anbaugebiete zu zerstören ("Operación Conjunta Michoacán"). In den letzten Monaten war der Bundesstaat immer wieder von blutigen Zusammenstößen zwischen Drogenkartellen und der Polizei erschüttert worden.
2006, 12.Dezember: Bei der 475.Feier der Erscheinung der Virgen de Guadalupe nennen Behörden die Zahl von vier Millionen Pilgern in Mexiko-Stadt
2006, 14.Dezember: Der 91-jährige Luis H. Alvarez, ehemals Vorsitzender der parlamentarischen Chiapas-Kommission, wird neuer Chef der nationalen Indigena-Behörde. Zugleich gab die Regierung bekannt, dass die bisher getrennten Polizeispezialeinheiten PFP und AFI mit Ardelio Vargas einen gemeinsamen Kommandeur erhalten.
2006, 15.Dezember: Norteña-Musiker Javier Morales Gómez wird in Huetamo auf der Straße von Unbekannten ermordet. Seit August 2006 sind damit drei Norteña-Sänger ermordet worden, so die Zeitung El Universal.
2006, 22.Dezember: Die SNTE bildet eine neue "Sektion 59" für den Bereich "Oaxaca" - Folge der internen Streitigkeiten der Lehrergewerkschaft und des Streiks in Oaxaca.
2006, 27.Dezember: In Chiapas werden zwei Sonderstaatsanwaltschaften eingerichtet, die mehrere Morde an Journalisten sowie das Massaker von Acteal untersuchen sollen. ("Fiscalía Especializada para la Atención de Delitos de Homicidio y Privación Ilegal de la Libertad en Contra de Periodistas", "Fiscalía Especializada para el caso Acteal").
2006, 28.Dezember: Beim Zusammenstoß eines Buses mit einem Güterzug sind in Cuautitlán 22 Businsassen getötet worden. Weitere 14 wurden verletzt. Anscheinend hatte der Busfahrer die Gleise noch vor Eintreffen des Zugs überqueren wollen.
2006, 31.Dezember: Im Jahr 2006 sind nach Medien-Angaben 2.221 Menschen den Auseinandersetzungen zwischen Drogen-Kartellen untereinander und mit der Polizei und Armee zum Opfer gefallen - 684 mehr als 2005. Am stärksten betroffen waren Michoacán (754 Morde), Sinaloa und Guerrero.
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