Jahreschronik 2008

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Chronik wichtiger Ereignisse im Jahr 2008

Inhaltsverzeichnis

Januar

2008, 1. Januar:: Zum Jahreswechsel sind sämtliche im NAFTA noch bestehende Importzölle auf Mais, Bohnen, Zucker und Milchpulver abgeschafft worden. Damit können US- und kanadische Agrarunternehmen diese Produkte ohne Einschränkungen nach Mexiko exportieren. Kritiker befürchten Nachteile für die mexikanischen Bauern.

2008, 1. Januar:: Im Bundesstaat Chiapas fand vom 29.bis 31.Dezember 2007 das "1. Treffen der zapatistischen Frauen mit den Frauen der Welt" statt. Thema der Diskussion war die dreifache Unterdrückung als Frau, als Indígena und durch die Armut.

2008, 5. Januar:: Laut Behördenangaben stieß der Vulkan Popocatépetl am Samstag die seit den letzten sieben Jahren größte Rauchwolke bis zu acht Kilometer hoch aus. Gefahr, so die Behörde, besteht jedoch nicht.

2008, 6. Januar:: In Mexikos Hauptstadt Mexiko-Stadt sollen ab Mitte Januar künftige eigene Frauen-Busse fahren um damit Frauen besser vor Belästigungen und Übergriffen von Männern zu schützen. Geplant sind 85 Busse verteilt auf 17 Linien.

2008, 11. Januar: Beim Absturz eines Hubschraubers in einem schwer zugänglichen Gebirge des Bundesstaates Puebla, sind die beiden Piloten und vier Frauen, darunter Patricia Rosano Maldonado, die Frau des Innenministers des mexikanischen Bundesstaates, Mario Montero Serrano, ums Leben gekommen.

2008, 14. Januar: Rücktritt von Beatriz Zavala Peniche als Ministerin für soziale Entwicklung (Secretaría de Desarollo Social). Als Nachfolger wird einen Tag später Ernesto Cordero. Zavala übernimmt ein Amt in der Parteispitze des PAN.

2008, 16. Januar: In einem Brief an Staatspräsident Felipe Calderón teilte die als erfolgreichste Leichtathletin in der Geschichte Mexikos geltende Ana Guevara ihren Rücktritt mit. Als Begründung gab die frühere Weltmeisterin und olympische Silbermedaillengewinnerin mangelnde staatliche Unterstützung bei den Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen in Peking an.

2008, 16. Januar: Der Inhalt, der im Oktober bei Reparaturarbeiten im Glockenturm der Kathedrale von Mexiko-Stadt entdeckten "Zeitkapsel" aus dem Jahre 1791, wurde am 15.Januar 2008 der Öffentlichkeit präsentiert. Laut dem Consejo Nacional para la Cultura y las Artes, kurz CONACULTA (dt: Nationaler Rat für die Kultur und die Künste) wird diesem Fund eine außerordentliche Bedeutung für die Erforschung der mexikanischen Geschichte zugeschrieben.

2008, 16. Januar: Juan Camilo Mouriño Terrazo, bislang Leiter des Präsidialamtes, wird neuer Innenminister des Landes. Er tritt an die Stelle von Francisco Ramírez Acuña.

2008, 16. Januar: In der Grenzstadt Tijuana, im äußersten Nordwesten von Mexiko, sind bei Schießereien und Überfällen innerhalb weniger Stunden neun Menschen getötet worden. Unter den Getöteten befinden sich drei Polizisten, zwei Frauen und drei Kinder.

2008, 16. Januar: In einer am 15.1.2008 verbreiteten Erklärung der Revolutionären Volksarmee (ERP) wird mit weiteren Anschlägen auf die Erdgas- und Ölförderung in Mexiko gedroht.

2008, 17. Januar: Erneuter Zusammenstoß zwischen Polizei- und Armeekräften mit einer kriminellen Bande in Tijuana. Bei mehrstündigen Schusswechseln werden mehrere Sicherheitskräfte verletzt, einer erliegt am nächsten Tag seinen Verletzungen. Auch ein Mitglied der schließlich festgenommenen Bande wird getötet. Im Haus findet die Polizei schließlich die Leichen von sechs mutmaßlich zuvor entführten Personen. Nach Angaben der spanischen Zeitung El País sind in Tijuana 2007 300 Menschen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel ermordet worden[1].

2008, 18. Januar: Im Rahmen des Programms ProÁrbol hat Staatspräsident Felipe Calderón angekündigt, weitere 280 Millionen Bäume pflanzen zu lassen. Bereits im Jahr 2007 wurden ca. 251 Millionen Bäume angepflanzt und 642.000 Hektar Wald rekultiviert.

2008, 18. Januar: In Guadalajara wurde ein Taxifahrer festgenommen, der eine 13-Jährige verschleppt und acht Monate im Kofferraum seines Wagens gefangen hielt. Laut Polizeiangaben wurde das Mädchen mehrmals von dem Taxifahrer vergewaltigt und Freiern für umgerechnet 26 Euro angeboten.

2008, 21. Januar: Nach Angaben der mexikanischen Justizbehörde nahmen am Sonntag Sicherheitskräfte den mutmaßlichen Drogenboss Alfredo Beltrán Leyva im Bundesstaat Sinaloa fest. Leyva soll zu den Chefs des berüchtigten Sinaloa-Kartells gehören. Ihm wird vorgeworfen, Gruppen von Auftragskillern zu kontrollieren und in Drogenschmuggel, Geldwäsche sowie Beamtenbestechung verwickelt zu sein. Gegen Leyva laufen derzeit drei Ermittlungen und zwei Strafverfahren. Außerdem liegt ein Auslieferungsantrag der USA vor.

2008, 22. Januar: Das Transportministerium hat erklärt, derzeit nach Alternativen zum überlasteten internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt zu suchen. Die Zeitung El Universal hatte zuvor verkündet, die Regierung wolle den 2002 gescheiterten Plan zum Ausbau des Flughafens wiederaufnehmen. was die SCT jedoch nicht bestätigte.

2008, 30. Januar: Marcial Maciel stirbt im Alter von 87 Jahren in den USA. Der Priester war der Gründer der katholischen Ordensgemeinschaft Legionarios de Cristo.

2008, 30. Januar: In Oaxaca wird der Chef der Bankpolizei des Staates ("Policía Auxiliar, Industrial, Bancaria y Comercial"), Alejandro Barrita Ortiz, bei einem Hinterhalt unbekannter Täter ermordet. Auch sein Leibwächter sowie zwei Zivilisten verlieren beim Anschlag ihr Leben, weitere werden verletzt.

2008, 31. Januar: Großdemonstration von Landwirten gegen den Freihandelsvertrag mit den USA und Kanada in Mexiko-Stadt. Die 30.000 bis 130.000 Demonstranten fordern die Rücknahme der seit Jahresanfang gültigen Abschaffung von Importzöllen auf Mais und Bohnen.

Februar

2008, 3. Februar: Kongress- und Kommunalwahlen in Quintana Roo und Baja California Sur.

2008, 4. Februar: Ex-Außenminister Jorge Castañeda Gutman soll laut eines von El Universal veröffentlichten Artikels von 1979 bis 1984 im Dienste der kubanischen Geheimdienste gestanden haben. Die Zeitung beruft sich auf Archivmaterial des mexikanischen Geheimdienstes [2], [3].

2008, 6. Februar: Zu den Kongress- und Kommunalwahlen vom Sonntag, 3. Februar, in Quintana Roo gibt es erste Endergebnisse. Die Auszählung wurde zunächst Montagnacht wegen fehlender Stimmzettel ausgesetzt [4] und am vergangenen Mittwoch wiederaufgenommen. Im Wahlverlauf soll es nach Medienberichten auch erfolglose Computer-Hackerangriffe gegeben haben [[5] ]. Die PRI hat fast alle 15 zur Wahl gestandenen Abgeordnetensitze (sechs im Verbund mit der PVEM, einer für PAN). Sie hat zudem nach vorläufigen Ergebnissen sechs von acht Bürgermeisterposten (je einen für PRD, namentlich Cancún, und PAN, Isla de Mujeres) gewonnen. In Baja California Sur hat hingegen die Koalition aus PRD, PT und Convergencia ("Por el bien de Sudcalifornia") alle fünf Bürgermeisterposten und 14 von 16 Abgeordnetensitze gewonnen. Je einen gewinnt Nueva Alianza und PRI. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,7 Prozent. Die PRI kündigte eine Wahlanfechtung an. 2008, 17. Februar: Bei den Wahlen zum Staatsparlamemt im Bundesstaat Hidalgo zeichnet sich ein Sieg der Partei PRI ab, die offenbar sämtliche 18 Wahlbezirke, teilweise im Verbund mit Nueva Alianza, für sich gewinnen konnten.

2008, 7. Februar: Der Kongress wählt Leonardo Valdés Zurita zum neuen Präsidenten des IFE (Amtszeit bis 2013).

2008, 8. Februar: Zwei Journalisten, Bonifacio Cruz Santiago (Herausgeber) und sein Sohn, Alfonso Cruz Cruz (Reporter) der Regionalzeitung El Real (Estado de México) sind in Chimalhuacán ermordet worden. Nach Medienberichten verwechselten die Mörder offenbar die Journalisten mit einem Bauernführer aus der Region.

2008, 8. Februar: Eine 22-jährige Schweizer Touristin wird, nachdem sie in den Wassenfällen von Agua Azul im Bundesstaat Chiapas badete, vermisst. Vermutungen deuten darauf hin, dass sie von der Strömung erfasst wurde. Die Untersuchungen laufen zur Zeit noch.

2008, 8. Februar: Im Bundesstaat Aguascalientes erhalten Polizisten pro verlorenem Kilo Übergewicht eine Prämie von umgerechnet ca. sieben Euro. Laut Behördenangaben sind ca. 40 Prozent der Gesetzeshüter zu dick und sollen nun mit dieser Aktion zum Abnehmen animiert werden.

2008, 8. Februar: Laut Medienberichten will Mexiko in den nächsten Jahren mit privaten Investitionen zu einem führenden Touristik-Land weltweit werden. Staatspräsident Felipe Calderón Hinojosa will, so diese Medienberichte, bis zum Ende seiner Amtszeit 17 Milliarden Euro in die Infrastruktur zu stecken.

2008, 9. Februar: Erdbeben der Stärke 5,4 auf der Halbinsel Baja California: Stromunterbrechungen, aber offenbar keine Opfer unter der Bevölkerung.

2008, 12. Februar: Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat die Mitte und den Südosten Mexikos erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte ca. 60 Kilometer nordwestlich der Stadt Tonalá im Bundesstaat Chiapas. Erschütterungen waren außer in Chiapas auch in den Bundesstaaten Oaxaca, Tabasco und Puebla zu spüren. Es gab Stromunterbrechungen aber laut Behördenangaben keine Verletzten.

2008, 15. Februar: Ein Mensch ist bei der Explosion einer mutmaßlichen Bombe im Herzen von Mexiko-Stadt in der Nähe des Sitz der städtischen Polizei getötet worden. Das Opfer könnte laut Medienberichten ein Attentäter gewesen sein, der die Bombe vor dem Polizeihauptquartier zünden sollte. Aus unbekannten Gründen explodierte der Sprenkörper jedoch vorzeitig und verletzte seinen Träger tödlich. Zwei weitere Menschen wurden bei der Explosion am Rand der Colonia Roma verletzt. Vermutungen wurden laut, hinter dem möglichen Attentat könne das Sinaloa-Drogen-Kartell stecken [6], [7], [8].

2008, 21. Februar: Indigene Sprachen sollen in der Verwaltung von Mexiko-Stadt künftig offiziell genutzt werden. Konkret ist damit vor allem die Nahuatl-Sprache gemeint. Anlass der Ankündigung war der internationale Tag der Muttersprache [9].

März

2008, 03. März: Die Leiche des mutmaßlichen Attentäters, der am 15.02.2008 in Mexiko-Stadt bei der vorzeitigen Explosion eines von ihm transportierten Sprengkörpers getötet wurde, ist beigesetzt worden. Die Behörden gehen davon aus, dass ein hoher Polizeioffizier das Ziel des Attentats war.

2008, 07. März: Die Polizei stellt in Manzanillo Devisen in Höhe von fast zwölf Millionen US-Dollar sicher, die in einem Behälter versteckt transportiert wurden.

2008, 09. März: Der einstmals rund 500 Kilo schwere dickste Mann der Welt, Manuel Uribe aus Santiago in Nuevo León hat nach Medienberichten erstmals seit zehn Jahren für einen Bummel sein Haus verlassen - er wurde in seinem Spezialbett durch die Straßen transportiert. Der "Ausflug" soll aber nach einem Unfall unterbrochen worden sein.

2008, 13. März: Die Cámara de diputados hat die Bildung einer Untersuchungskommission beschlossen. Gegenstand ist der von politischen Gegnern geäußerte Vorwurf, Innenminister Juan Camilo Mouriño habe 2000-2003 als damaliger Präsident der parlamentarischen Energiekommission in seiner Eigenschaft als Vertreter einer Privatfirma Kooperationsverträge mit dem Staatskonzern Pemex abgeschlossen. Den Vorwurf hatte Oppositionsführer Andrés Manuel López Obrador erhoben.

2008, 16. März: Urabstimmung innerhalb der PRD für die Bestimmung eines neuen Parteichefs. Zur Kampfabstimmung waren unter anderem Jesus Ortega und Alejandro Encinas angetreten, beides Vertreter konkurrierender politischer Strömungen innerhalb der Partei.

2008, 19. März: Im Rahmen eines Festakts gedachte man in Österreich daran, dass Mexiko als einziges Land der Welt am 19. März 1938 beim UNO-Vorgänger Völkerbund offiziell Protest gegen den Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland eingelegt hat.

2008, 20. März: Im Nordosten Mexikos haben schwere Stürme, mit Spitzengeschwindigkeiten bis 110 Kilometern pro Stunde, Millionenschäden verursacht. Neben Dächer die abgedeckt wurden und Bäume, Stromleitungen und Telefonmaste die umstürzten waren Hunderttausende ohne Wasser und Strom. Laut örtlichen Medien kamen in Monterrey zwei Menschen ums Leben.

2008, 20. März: Im Süden Mexikos wurde der 38-jährige Sänger Nicolas Villanueva von der Folklore-Band Brisas del Mar während eines Konzertes mit 20 Schüssen getötet. Drei weitere Bandmitglieder im Alter von 13 bis 21 Jahren wurden ebenfalls verletzt. Über das Motiv für die Tat ist bisher nichts bekannt. Nachdem im Februar der 26jährige Sänger "El Gallito" (Jesus Rey David Alfaro Pulido) erschossen wurde ist Nicolas Villanueva das vierte Musiker-Mordopfer seit 2006.

2008, 21. März: In ganz Mexiko haben mehrere Millionen Gläubige an den Karfreitagsprozessionen teilgenommen. In Iztapalapa (Stadtteil von Mexiko-Stadt) nahmen dabei etwa zwei Millionen Menschen an der Nachstellung der Kreuzigungsszene durch 450 Laiendarsteller teil.

2008, 26. März: Zwei Tote, ein Verletzter sind das Ergebnis eines Zusammenstoßes zwischen Armee- und Polizeieinheiten mit einer Gruppe mutmaßlicher Mitglieder des organisierten Verbrechens in Imuris in Sonora.

2008, 26. März: Ein neuer Aktionsplan der Regierung sieht den Ausbau der Trinkwasserversorgung vor. Staatspräsident Felipe Calderón hat angekündigt, dass bis zum Jahr 2012 zehn Millionen Mexikaner Zugang zu Trinkwasser erhalten sollen - insgesamt sollen damit 95 Prozent der Bevölkerung versorgt sein. Außerdem sollen die Heime von 6,5 Millionen Menschen an die Abwasserkanalisation angeschlossen werden. Für das Aktionsprogramm will die Regierung rund 227 Milliarden Pesos investieren.

2008, 26. März: Mehr Tourismus: Die Regierung hat den Bau bzw. Ausbau einer neuen Autobahn von Oaxaca an die Pazifiküste des gleichnamigen Bundesstaates angekündigt. Außerdem soll das Tourismuszentrum Huatulco ausgebaut werden. Das sagte Staatspräsident Felipe Calderón bei einem Besuch im Bundesstaat. Mit dem Autobahnprojekt soll sich etwa die Fahrtzeit von Oaxaca nach Puerto Escondido auf etwa zwei Stunden reduzieren.

2008, 26. März: Tage nach der Urabstimmung innerhalb der PRD zur Bestimmung eines neuen Parteichefs gibt es weiterhin kein Endergebnis. Zur Kampfabstimmung waren unter anderem Jesus Ortega und Alejandro Encinas angetreten, beides Vertreter konkurrierender politischer Strömungen innerhalb der Partei. Beide Seiten werfen sich Wahlmanipulationen vor. Angesichts der Krise hat Parteigründer Cuauhtémoc Cárdenas die Annullierung der Wahlen gefordert.

2008, 27. März: Seit mittlerweile einem Jahr sitzt der deutsche Touristik-Unternehmer Frank Hornhauer in Querétaro in Auslieferungshaft. Er soll in den neunziger Jahren für einen Betrug in Polen verantwortlich sein. Obwohl laut Medienberichten ein Gericht die Freilassung des Deutschen beschlossen hatte, sitzt er weiterhin in Haft. Hornhauer Anwalts und der deutsche Konsul in Querétaro haben sich daher an das Abgeordnetenhaus gewendet, es soll Außenministerin Patricia Espinosa absetzen. [10].

2008, 30. März: Eine Studie des Energieministeriums hat neue Zahlen zur Situation von PEMEX vorgelegt. Demnach sind die vorhandenen Vorkommen in 9,2 Jahren erschöpft. Für die Ausbeutung von Ölfeldern in größeren Meerestiefen und den Ausbau der Raffinerien (40 Prozent des benötigten Benzings müssten schon jetzt durch Importe abgedeckt werden) benötige das Staatsunternehmen privates Kapital. Pemex solle aber nicht privatisiert werden, zudem müsse das Unternehmen auch intern reformiert werden. Seit Jahren wird unter den Parteien des Landes um eine Reform des Monopolisten gestritten.

2008, 30. März: Auf ihrem Parteitag hat die Partido Alternativa Socialdemócrata eine Umbenennung in "Partido Social-Demócrata" beschlossen. Zudem ist Parteichef Alberto Begné einen Tag später (31. März)wiedergewählt worden. Die Versammlung wurde aber von Parteimitgründerin und Ex-Präsidentchaftskandidatin Patricia Mercado boykottiert. Sie und ihre Anhänger betrachten die Versammlung als unrechtmäßig und hatten eine Verschiebung gefordert.

April

2008, 1. April: Mexikos Fußballnationaltrainer Hugo Sánchez ist nach nru 16 Monaten im Amt entlassen worden. Grund war die verpasste Qualifikation der U23-Auswahl zu den Olympischen Spielen in Peking.

2008, 1. April: Eine als "Mataviejitas" bekannt gewordene Serienmörderin ist zu 769 Jahren Haft verurteilt worden. Die 2006 festgenommene Täterin hat 17 ältere Frauen umgebracht.

2008, 6. April: Bei einer mehrstündigen Schießerei zwischen mutmaßlichen Mitgliedern von Drogenkartellen sind in Villa Matamoros und Hidalgo de Parral (beides Chihuahua) sechs Menschen getötet worden [11]. Meldungen, wonach es bis zu 14 Opfer gegeben habe, würden laut Militär und Justiz auch andere Gewaltverbrechen einbeziehen.

2008, 8. April: Die Regierung hat den Gesetzesvorschlag zur Reform von PEMEX an den Senat übergeben. In einer TV-Ansprache erklärte Staatspräsident Felipe Calderón, der Ölkonzern solle nicht privatisiert werden, aber einer Reform seiner internen Strukturen unterworfen werden. Zudem sollen laut Medienberichten notwendige Investitionen mit Hilfe privatem Kapital erfolgen.

2008, 9. April: Die Journalistin Lydia Cacho Ribeiro wird mit dem UNESCO-Preis "Guillermo Cano" für Pressefreiheit geehrt. Cacho ist damit die zweite Medienvertreterin aus Mexiko, die den 1997 geschaffenen Preis erhält. 1999 war bereits Jesus Blancornelas aus Tijuana für Recherchen trotz Bedrohung der eigenen Person geehrt worden [12].

2008, 10. April: Im Senado wird die laufende Sitzung abgebrochen, nachdem Senatoren des Frente Amplio Progresista die Rednertribüne besetzen. Sie haben zudem angekündigt, dort zu übernachten. Die FAP fordert die Durchführung einer längeren "nationalen Debatte" zur Reform des Ölkonzerns PEMEX. Sie fürchtert aber ein mögliches Schnellverfahren. Eigentlicher Auslöser war der Beschluss der Senatsführung, die für die "nationale Debatte" vorgesehenen Debatte aus der Tagesordnung der laufenden Sitzung auszuschließen.

2008, 14. April: Die Bischofskonferenz des Landes hat sich gegen die Behauptung von Medien gewehrt, wonach die Kirche gewisse Aufmerksamkeiten von Drogenhändler annehme. Die Beschuldigungen basierten auf einem Statement von Bischof Carlos Aguiar Retes, der aber nie davon gesprochen habe, dass die katholische Kirche Geschenke von Drogenbossen angenommen habe.

2008, 16. April: Bei jedem zehnten Behördengang in Mexiko ist laut der die Organisation "Transparency Mexico" Bestechungsgeld fällig. Umgerechnet habe es sich dabei im Jahr 2007 um eine Summe von 1,6 Milliarden Euro gehandelt. Die Studie schätzt die Zahl aller Bestechungsvorgänge auf 197 Millionen, verglichen mit 115 Millionen zwei Jahre zuvor.

2008, 23. April: Auch einen Monat nach einer internen Urabstimmung steht im PRD kein Endergebnis der Wahlen zum Parteipräsidium fest. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Wahlfälschungen vor. Am 22. April endete die reguläre 3-Jahres-Amtszeit des Parteipräsidiums.

2008, 25. April: Nach einer zweiwöchigen Besetzung haben Parlamentarier des Frente Amplio Progresista die Rednertribüne des Senado wieder geräumt. Vorangegangen war eine Einigung über eine Diskussion der geplanten Reform des Energiesektors.

2008, 27. April: Ein Erdbeben der Stärke 5,6 hat sich ca. 100 km nördlich von Acapulco ereignet. Berichte über Opfer oder Gebäudeschäden liegen nicht vor.

Mai

2008, 3. Mai: Die Kammern des Congreso de la Unión haben das neue "Buchgesetz" (Ley de Fomento para la Lectura y el Libro) verabschiedet. Es sieht vor, dass jede literarische Neuerscheinung einen Einheitspreis im gesamten Land für die ersten 18 Monate seines Marktauftritts haben muss. Ein erster Entwurf des Gesetzes war 2006 vom damaligen Staatspräsidenten Vicente Fox gestoppt worden. Mit dem neuen Gesetz erhoffen sich die Parlamentarier unter anderem eine Stärkung kleinerer Buchhandelsgeschäfte.

2008, 5. Mai: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Mexiko Mitte Mai besuchen. Die Regierungschefin ist vom 13. bis 20. Mai in Süd- und Mittelamerika auf Staatsbesuch.

2008, 5. Mai: Bei zwei zeitnahen Attentaten ermorden schwerbewaffnete Kommandos in Iguala und Petatlán (Guerrero) 17 Menschen. Mutmaßliches Ziel war offenbar der regionale Bauernführer Rogaciano Alva Alvarez der "Unión Ganadera Regional del Estado de Guerrero" (UGREG). Alva war Ex-Bürgermeister von Petatlán.

2008, 7. Mai: Im anhaltenden Streit um den künftigen Parteivorsitz innerhalb der PRD hat das Oberste Wahlgericht des Landes jetzt eine Neuauszählung sämtlicher Wahlstimmen der Urabstimmung innerhalb der nächsten Tage verlangt. Damit verwarf es zugleich ein vorläufiges Ergebnis einer Parteikommission, das mit nur 83,1 Prozent der abgegebenen Stimmen vorzeitig Bewerber Alejandro Encinas zum Sieger erklärt hatte. Zudem hat PRD-Gründer Cuauhtémoc Cárdenas sowohl Encinas als auch dessen Mitbewerber Jesús Ortega zum Verzicht auf das Amt und eine Neubesetzung des Amts des Parteichefs durch eine parteiinterne Kommission von Ex-Parteiführern gefordert.

2008, 8. Mai: Unbekannte Täter haben einen der Chefs der Bundespolizei ermordet. Edgar Millán Gómez wurde in Mexiko-Stadt erschossen, zwei Leibwächter verletzt. Millan Gómez war seit 2007 "Comisionado del Area de Seguridad Regional" der PFP. Er hatte am gleichen Tag eine (gescheiterte) Aktion zur Festnahme eines Chefs des Sinaloa-Drogenkartells, Arturo Beltrán Leyva, geleitet. Der Mord rückt den Krieg der Drogenkartelle untereinander und gegen den Staat erneut in das Blickfeld der internationalen Presse, zumal an den folgenden Tagen zwei weitere hochrangige Polizeioffiziere in Mexiko-Stadt und Ciudad Juárez ermordet worden. Zudem ist Culiacán in den vergangenen Monaten Brennpunkt mehrerer tödlicher Auseinandersetzungen auf offener Straße im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg gewesen.

2008, 14. Mai: Eine aus Intelektuellen bestehende Kommission soll zwischen der Guerillabewegung EPR und der Regierung vermitteln. Die Gruppe begann ihre Arbeit mit einem Gespräch mit einem Regierungsvertreter. Die EPR hatte einige Mitglieder der Gruppe selbst vorgeschlagen.

2008, 19. Mai: Bei einem Busunglück bei Mezquititlán, Bundesstaat Hidalgo sind bis zu 28 Menschen ums Leben gekommen. Ein Reisebus war auf der Bundesstraße von Mexiko-Stadt nach Tampico eine 200 Meter tiefe Schlucht gestürzt. Ursache war vermutlich ein geplatzter Reifen.

2008, 19. Mai: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel weilt am Montag zu einem eintägigen Staatsbesuch in Mexiko. Sie trifft mit Staatspräsident Felipe Calderón und Wirtschaftsvertretern zusammen.

2008, 22. Mai: Beide Kammern des US-Kongresses haben den US-amerikanisch/mexikanischen "Plan Mérida" zur Bekämpfung der Drogenkriminalität grundsätzlich angenommen. Beide Kammern müssen aber noch ihre im Detail unterschiedlichen Beschlüsse angleichen. So soll Mexiko von den USA zwischen 350 und 400 Millionen Dollar Finanzhilfe erhalten, um die Drogenkartelle zu bekämpfen. Weitere Finanzhilfen sollen nach Mittelamerika fließen. Allerdings machten beide Kammern Bedigungungen, so soll das mexikanische Rechtssystem reformiert werden. US-Präsident George W. Bush hatte ursprünglich Finanzhilfen in Höhe von 500 Millionen Dollar angestrebt.

2008, 26. Mai: Die Regierung reagiert auf weltweit gestiegene Nahrungsmittelpreise mit einer Erhöhung bestehender finanzieller Zuschüsse an insgesamt 26 Millionen Mexikaner, ein Viertel der Bevölkerung (365 Pesos statt bislang 195 Pesos monatlich im Rahmen des Programms "Oportunidades"). Außerdem hat die Regierung angekündigt, die Importzölle auf Mais, Reis und Weizen sowie Düngerprodukte aufzuheben und weiterhin Grundnahrungsmittel (Milch, Mais) subventionieren [13].

Juni

2008, 1. Juni: Ein Bundesgericht hat nach Medienberichten nahegelegt, den Ex-Drogenkartellchef von Tijuana, Benjamín Arellano Félix, nicht an die USA auszuliefern. Arellano könne nicht für ihm zur Last gelegte Vergehen ausgeliefert werden, für die er bereits in Mexiko ebenfalls angeklagt und teilweise bereits zu Haftstrafen verurteilt worden sei. Das mexikanische Außenministerium hat die letzte Entscheidung. Arellano war 2000 festgenommen worden.

2008, 4. Juni: Fußball: Der Ex-Trainer der englischen Nationalmannschaft, Sven-Göran Eriksson, wird neuer Chef der mexikanischen Auswahl.

2008, 12. Juni: Mexiko-Stadt erhält eine neue U-Bahn-Strecke. Die Bauarbeiten für die neue 24 Kilometer lange Linie 12 von den Stadtteilen Tláhuac nach Mixcoac sollen am 3. Juli 2008 beginnen und bis Ende Dezember 2011 abgeschlossen sein. Ein Firmenkonsortium hatte die Vergabe der Bauarbeiten für sich entschieden. Die Strecke soll als "Linea Dorada" bezeichnet werden.

2008, 18. Juni: Die Schweiz wird einen vor 13 Jahren sichergestellten Fonds in Höhe von 150 Millionen Dollar je zur Hälfte an den mexikanischen Staat und einen Privatunternehmer auszahlen. Das Geld hatten die Behörden 1995 gesichert und seitdem den Vorwurf untersucht, wonach Raúl Salinas de Gortari, Bruder eines früheren Präsidenten, die Geldmenge illegal erhalten habe. Dieser Vorwurf ist nun fallengelassen worden.

2008, 20. Juni: Unglück in Mexiko-Stadt: 12 Menschen, davon 9 Jugendliche und drei Polizisten, sterben bei einer Massenpanik in der Diskothek "Divine", als die Polizei das Lokal überprüft und die Disco-Besucher den Ort fluchtartig verlassen wollen. Die Opfer werden bei der Panik totgetreten. Das Unglück löst eine heftige Debatte aus, wer am Unglück Schuld sei und inwiefern die Einsatzkräfte Menschenrechte verletzt haben. Am 8. Juli erklären der Polizeichef und der Staatsanwalt von Mexiko-Stadt ihren Rücktritt. Der Besitzer der Diskothek muss in Untersuchungshaft.

2008, 20. Juni: Senado und Cámara de diputados haben Änderungen am Informe presidencial beschlossen: Künftig muss der Präsident am 1. September nicht mehr persönlich im Kongress erscheinen, um seinen jährlichen Rechenschaftsbericht abzugeben. Zudem wird eine "parlamentarische Frage" eingeführt, eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten nach Abgabe und Durchsicht des Berichts.

2008, 24. Juni: Das Arbeitsministerium (Secretaría del Trabajo y Previsión Social) weigert sich, Napoleón Gómez Urrutia als Generalsekretär der Minenarbeitergewerkschaft anzuerkennen, weil gegen ihn mehrere Haftbefehle vorliegen und er sich im Ausland aufhalte. Minenarbeiter haben Streiks zugunsten von Gómez angeskündigt. Gomez war 2006 durch das Ministerium abgesetzt worden, bei einer Gewerkschaftsversammlung aber wiedergewählt worden.

2008, 28. Juni: Der umstrittene Plan Puebla-Panama soll reformiert werden und als "Proyecto de Integración y Desarrollo de Mesoamérica" neu gestartet werden. Schwerpunkt sind der soziales Wohnungsbau, der Ausbau von Straßen und der Aufbau eines "mesoamerikanischen" Gesundheitssystem. Das beschlossen die Staatschefs der PPP-Mitgliedsstaaten auf einer Konferenz in Villahermosa.

2008, 29. Juni: Bei einem Verkehrsunfall sind auf der Stra0e zwischen Chihuahua und Ciudad Juárez etliche Menschen getötet und verletzt worden. Medienberichten sprechen von bis zu 17 Toten und 15 Verletzten. Ein Lastzug war mit zwei Überlandbussen zusammengestoßen, alle drei Fahrzeuge brannten aus.

2008, 30. Juni: Das Erziehungsministerium hat 501 Privatschulen der Oberstufe die staatliche Anerkennung ihres Abiturabschlusses enzogen. Der sogenannte "Reconocimiento de Validez Oficial de Estudios Privados de Educación Media Superior" beinhaltet die staatliche Anerkennung des Studiums an einer privaten Schule. Betroffen seien laut SEP "durchschnittlich 100 Schüler pro Schule". Insgesamt gebe es 3400 Anerkennungszertifikate. ([14])

Juli

2008, 3. Juli: Neuerung bei Telefonnummern: Besitzer von Festnetz- oder Mobilanschlüssen künftig ihre bisherige Nummer auch bei einem Wechsel des Vertragspartners behalten. Eine entsprechende Regelung für die sogenannte "portabilidad numérica" tritt am 5. Juli in Kraft, so die staatliche Regulierungskommission für Telekommunikation ([15]).

2008, 8. Juli: Im Zusammenhang mit der Tragödie in der Diskothek "Divine", bei der zwölf Menschen in einer Massenpanik während einer Polizeirazzia getötet wurden, sind nun der Polizeichef (Secretario de Seguridad Pública) von Mexiko-Stadt, Joel Ortega, und der Staatsanwalt der Stadt, Rodolfo Félix Cárdenas, zurückgetreten.

2008, 11. Juli: Die nationale Menschenrechtskommission hat im Zusammenhang mit dem Kampf der Armee gegen die Drogenkriminalität mehrere Fälle von Menschenrechtsverletzungen, Folter und willkürlichen Verhaftungen verurteilt. Konkret wurden seit Ende 2006 14 Fälle in Sinaloa, Sonora, Michoacán und Tamaulipas benannt, unter anderem tödliche Schüsse auf Zivilisten bei Straßensperren - zuletzt im März 2008. Die Armeeführung hat zugesagt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen ([16], [17].

2008, 25. Juli: An diesem Wochenende ist in mehreren Bundesstaaten eine landesweite Bürgerbefragung, die die PRD im Zusammenhang mit der geplanten Reform des Öl-Staatskonzerns PEMEX initiiert hatte, durchgeführt worden. Im zweiten Halbjahr soll das Bundesparlament über die Reform debattieren und eventuell abstimmen.

August

2008, 4. August: Die Bundesstaatsanwaltschaft erneuert die Leitungen von vier ihrer fünf Unterbereiche. Unter anderem érhält die für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens zuständige "Subprocuraduría de Investigación Especializada en Delincuencia Organizada" (SIEDO) eine neue Führung.

2008, 4. August: In Mexiko-Stadt findet eine mehrtägige Fachkonferenz zum Thema Aids statt. Rund 25.000 Spezialisten nahmen an der Konferenz teil.

2008, 11. August: Das Abgeordnetenhaus wird über einen Gesetzesentwurf der Regierung debattieren, der die lebenslange Haftstrafe für Entführer vorsieht, die ihrem Opfer Schaden zufügen und/oder Polizisten sind. Der Entwurf ist vor dem Hintergrund der Entführungskriminalität im Land, insbesondere in Mexiko-Stadt, zu sehen. Im Juni war ein 14-jähriger Sohn eines Unternehmers trotz einer Lösegeldübergabe ermordet worden. Die mutmaßlichen Täter: Polizisten. Der Fall löste im Land eine heftige Debatte über die Unsicherheit im Land aus. [18].

2008, 19. August: Ein deutscher Unternehmer ist nach 530 Tagen Haft freigesprochen worden. Der Deutsche Frank Hornhauer war 2007 aufgrund eines Auslieferungsersuchens Polens verhaftet worden. Ein Gericht in Querétaro sprach den Mann nun frei, die Verhaftung sei unrechtens gewesen. Ein gleichlautendes Gerichtsurteil war Anfang des Jahres bereits erfolgt, damals hatte aber das Außenministerium Einspruch erhoben. [19].

2008, 19. August: Venezuela hat vier Fabriken des mexikanischen Zementunternehmens Cemex besetzt und verstaatlicht. Die Maßnahme war seit Monaten angekündigt. Die Besetzung erfolgte, obwohl beide Seiten noch über die Entschädigung der Enteignung verhandeln.

2008, 28. August: In Yucatán sind bei Mérida elf enthauptete Leichen entdeckt worden. Die Polizei vermutet laut Agenturberichten einen Zusammenhang mit dem anhaltenden Drogenkrieg. Die Körper wiesen Folterspuren auf. Eine weitere Leiche wurde an einem Ort entdeckt.

2008, 30. August: Tausende Menschen haben am Samstag in Mexiko-Stadt und anderen Städten gegen die anhaltende Kriminalität (Entführungen, Morde, Drogenkrieg) protestiert. Bereits 2004 hatte ein solcher Marsch stattgefunden. Organisiert wurde die Aktion von einer Initiative namens "Illuminemos México".

September

2008, 13. September: 24 Menschen werden ermordet im Erholungsgebiet von "La Marquesa" zwischen Mexiko-Stadt und Toluca auf dem Gebiet der Gemeinde Ocoyoacac gefunden. Die Polizei vermutet, dass es Opfer von Bandenkriegen zwischen Drogenkartellen in Guerrero sind. Die Toten waren geknebelt und stammten nach Medienberichten aus Arcelia.

2008, 15. September: In Morelia werden bei einem Attentat sieben Menschen getötet. Ein weiteres Opfer, ein 13-jähriges Kind erliegt einige Tage später seinen Verletzungen. 131 Menschen werden verletzt. Zwei Handgranaten waren im Abstand von wenigen Minuten im Zentrum von Morelia geworfen worden, während die Unabhängigkeitsfeiern stattfanden. Das Attentat wird Drogenbanden zugeschrieben.

2008, 20. September: Jorge Carlos Díaz Cuervo wird zum neuen Parteichef der PSD gewählt. Vorgänger Alberto Begné hatte zuvor seinen Verzicht auf das Amt erklärt. PSD-Mitbegründerin und Ex-Präsidentschaftskandidatin Patricia Mercado hat derweil erklärt, aus der Partei auszutreten ([20]).

2008, 26. September: Die nationale Menschenrechtskommission wirft der Landesstaatsanwaltschaft von Oaxaca Versäumnisse und Fehler bei der Aufklärung des im Oktober 2006 erschossenen US-Fotografen Bradley Roland Will. So sei der Fotograf nicht aus einem Meter wie ursprünglich ermittelt und aus Richtung von APPO-Demonstranten erschossen worden, sondern wahrscheinlich aus der Richtung einer Gegengruppe, die sich mit den APPO-Mitgliedern Schusswechsel lieferte ([21]).

2008, 26. September: Die SIEDO nimmt drei mutmaßliche Attentäter in Apatzingán fest. Sie werden verdächtigt, Urheber des Granaten-Anschlags vom 15. September in Morelia zu sein, bei dem während der Unabhängigkeitsfeiern acht Menschen getötet und über 100 verletzt wurden. Die Männer erklärten zudem laut Polizei, Mitglieder der Drogenbande Zetas zu sein ([22]).

Oktober

2008, 2. Oktober: In Mexiko Stadt haben ca. 30.000 Menschen vierzig Jahre nach dem Massaker von Tlaltelolco am 2. Oktober 1968 der Opfer gedacht und eine vollständige Aufklärung gefordert.

2008, 3. Oktober: Bei einem Polizeieinsatz, an dem sowohl bundesstaatliche als auch föderale Einheiten beteiligt waren (Policía Federal Preventiva PFP und Policía Estatal Preventiva PEP), in der Gemeinde Miguel Hidalgo, Municipio La Trinitaria, in der Nähe der touristisch geprägten Seenlandschaft Lagunas de Montebello im Bundesstaat Chiapas, wurden sechs Personen ermordet. Weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Hintergrund des Massakers ist der Streit um die Nutzung der dort befindlichen archäologischen Stätten von Chincultic.

2008, 4. Oktober: Bei den Kommunal- und Parlamentswahlen im Bundesstaat Guerrero hat die PRI erhebliche Gewinne verzeichnet. Sie gewann laut vorläufigen Zahlen 13 Abgeordnetensitze (zwei davon in Koalition mit der PVEM). Die PRD gewann 14 Sitze (einen davon in Koalition mit Convergencia und PT, die PAN einen. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,16 Prozent. Landesweit gewann die PRI 45 Bürgermeisterwahlen (fünf davon in Wahlkoalition mit der PVEM), die PRD 24. Unter anderem werden künftig Acapulco, Chilpancingo und Taxco vom PRI regiert.

2008, 4. Oktober: Der Bürgermeister des Municipios von Ixtapan de la Sal, Salvador Vergara, wird von unbekannten Tätern ermordet. Sein Assistent wird beim Attentat schwer verletzt. Die Polizei vermutet hinter der Tat laut Medienberichten, die Drogenbande Zetas.

2008, 16. Oktober: Laut der US-Erdbebenzentrale hat ein Erdbeben der Stärke 6,5 an der mexikanisch-guatemaltekischen Grenze den Bundesstaat Chiapas erschüttert.

2008, 17. Oktober: Die UN-Generalversammlung hat Mexiko zusammen mit Österreich, Türkei, Japan und Uganda für die kommenden zwei Jahre als nicht-ständige Mitglieder neu in den Weltsicherheitsrat gewählt.

2008, 19. Oktober: Im vom Drogenkrieg erschütterten Bundesstaat Coahuila hat die PRI die Parlamentswahlen gewonnen. Zur Wahl standen 31 Abgeordnetensitze, vier weniger als im alten Parlament. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 40 Prozent. Die PRI gewann erneut 20 Sitze (59 Prozent der Stimmen). Die übrigen 11 Sitze teilen sich PAN (18%), UDC(3,32%) und PRD(3,68%) auf. 3.68. Im alten Parlament ist derzeit die PRI mit 20 Sitzen, PAN mit neun, die PRD mit zwei sowie die UDC, PT, PVEM und ein Unabhängiger vertreten.

2008, 20. Oktober: 21 Häftlinge sind bei Unruhen in einem Gefängnis der Stadt Reynosa im Norden von Mexiko ums Leben gekommen. 17 weitere Häftlinge wurden verletzt. Die Polizei geht laut Medienberichten von einem internen Bandenkrieg aus.

2008, 21. Oktober: Laut einer OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)-Studie ist Mexiko das Land mit der größten Ungleichheit. In Mexiko verdient laut dieser Studie ein wohlhabender Bürger soviel wie 25 Arme.

2008, 21. Oktober: Die Polizeistation des Städtchen Ascensión im Bundesstaat Chihuahua erhielt als Paketsendung eine Kühlbox mit den abgetrennten Köpfen von vier jungen Männern. Vermutungen zur Folge stehen die Köpfe in Verbindung mit dem Machtkampf der Drogen- und Verbrecherkartelle.

2008, 24. Oktober: Der Vorsitzende des Organisationskomitees für die 200-Jahr-Unabhängigkeitsfeier, Rafael Tovar y de Teresa, hat seinen Rücktritt eingereicht. Er ist seit Schaffung der Kommissin im Jahr 2006 der dritte Vorsitzende, der das Handtuch wirft.

2008, 25. Oktober:Voraussichtlich am kommenden Dienstag, 28. Oktober, wird das Abgeordnetenhaus über die umstrittene Reform des Öl-Staatskonzerns PEMEX entscheiden. Nach Bekanntwerden der Regierungspläne hatte die oppositionelle PRD eine breite Widerstandsfront gegen die Reform geführt, Regierung und Oppositionsparteien einigten sich zudem auf gemeinsame Diskussionen rund um das Paket.

2008, 25. Oktober: Am Strand von Rosarito, einem Vorort der nordmexikanischen Grenzstadt Tijuana, wurde laut der staatlichen Nachrichtenagentur Notimex in der Nacht zum Samstag der Drogenboss und Ex-Polizist Ricardo Estrada Perez, (alias "El Pollo" oder "El 09") von der mexikanischen Armee gefasst. Ricardo Estrada Perez war einer der meistgesuchten Drogenkriminelle Mexikos.

2008, 26. Oktober: Wie das mexikanische Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte, wurde nach einer Schießerei Eduardo Arellano Felix, einer der Chefs des berüchtigten Arellano-Felix-Kartells, zusammen mit seiner Tochter von Soldaten in der Grenzstadt Tijuana festgenommen. Eduardo Arellano Felix galt als einer der meistgesuchten Drogenbosse auf dem amerikanischen Kontinent. Nach der Festnahme des Drogenbosses und Ex-Polizisten Ricardo Estrada Perez in der Nacht zum Samstag, gelang damit der mexikanischen Armee die Festnahme von zwei der wichtigsten Drogen-Kartell-Bosse des Landes.

2008, 27. Oktober: Laut der mexikanischen Staatsanwaltschaft haben Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft im großen Stil mit dem Drogenkartell „Beltrán-Leyva-Kartells“ zusammengearbeitet. Sie sollen Informationen über Ermittler weitergegeben haben.

2008, 28. Oktober:Das Abgeordnetenhaus hat die umstrittene Reform des Öl-Staatskonzerns PEMEX mit Stimmen der Opposition beschlossen. Nach Bekanntwerden der Regierungspläne hatte die oppositionelle PRD zunächst eine breite Widerstandsfront gegen die Reform geführt, Regierung und Oppositionsparteien einigten sich zudem auf gemeinsame Diskussionen rund um das Paket. Die Reform gibt dem Staatskonzern eine größere Autonomie in seiner Geschäftsführung, sieht aber weiterhin keine Privatisierung von Raffination und Leitungsbau vor.

November

2008, 1. November: Der Chef der PFP, Gerardo Garay, ist nach nur wenigen Monaten im Amt zurückgetreten. Hintergrund sind Ermittlungen gegen seine Person, wonach er Kontakte zu Drogenbanden hatte. Auf Garay folgt Rodrigo Esparza Cristerna.

2008, 4. November: Beim Absturz eines Regierungsflugzeugs im Westen von Mexiko-Stadt sind Innenminister Juan Camilo Mouriño und 13 weitere Menschen, 4 davon am Boden, getötet worden. 40 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Der Learjet kam von San Luis Potosí. Am 10. November wird Fernando Francisco Gómez Mont Urueta zum neuen Innenminister Mexikos ernannt. Am 15. November teilt der Verkehrsminister Luis Tellez Kuenzler mit, dass die Ursache des Absturzes die Turbulenzen einer vorausfliegenden Maschine gewesen sein könnten. Die Maschine des Innenministers habe den Mindestabstand zur vorausfliegenden Boeing 767 unterschritten. Der genaue Untersuchungsbericht steht noch aus.

2008, 8. November: Großer Schlag gegen die Drogenmafia: Die Polizei hat Jaime González Durán, einen der wichtigsten Anführer der Zetas, bei einer Aktion bei Reynosa festnehmen können ([23])

2008, 10. November: Im mexikanischen Drogenkrieg sind heute in Ciudad Juárez elf Menschen auf brutale Weise getötet worden. Von den rund 4000 Morden, die seit Jahresbeginn landesweit im Zuge des Drogenkriegs begangen wurden, wurden Medienberichten zufolge mehr als tausend dort verübt.([24])

2008, 12. November Ende eines monatelangen Machtkampfs in der PRD: Das Wahlgericht entscheidet im Streit um den Sieg der parteiinternen Vorwahl zum Parteichef zugunsten des Kandidaten Jesús Ortega. ([25]). Ortega tritt am 30. November sein Amt an. Rivale Alejandro Encinas kündigt an, in der Partei zu bleiben.

2008, 13. November Erneut sind zwölf Menschen an einem einzigen Tag (Donnerstag 13.11) im mexikanischen Drogenkrieg in Ciudad Juárez und an anderen Orten des nordmexikanischen Grenzstaates Chihuahua umgebracht worden. Unter den Toten befindet sich auch der bekannte, auf Kriminalfälle spezialisierte Journalist, Armando Rodríguez.

2008, 14. November Laut Pressemiteilungen erhalten in Mexiko-Stadt Männer ab dem 70.Lebensjahr kostenlos Viagra und andere potenzstärkende Mittel. Vor Herausgabe der Mittel müssen sich die Männer jedoch medizinisch untersuchen lassen. Laut Bürgermeister Marcelo Ebrard wird diese Aktion gestartet weil Sexualität viel mit Lebensqualität und Glück zu tun habe.

2008, 19. November Laut der mexikanischen Staatsanwaltschaft wurde Ricardo Gutierrez Vargas, Generaldirektor für internationale Polizeiangelegenheiten bei der Bundesermittlungsbehörde (Interpol-Mexiko), im Zuge der gegen korrupte Polizeibeamte gerichteten "Operation Reinhaltung" wegen mutmaßlicher Verbindung zur Drogenmafia gefasst und für 40 Tage in Untersuchungshaft genommen.

2008, 20. November In Mexiko ist, laut Generalstaatsanwaltschaft, erneut ein hochrangiger Drogenfahnder, Mario Arturo Velarde Martinez, wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Drogenmafia festgenommen worden.

2008, 25. November In der Grenzstadt Ciudad Juárez sind auf dem Fußballplatz einer Schule sieben Leichen aufgefunden worden. Die Toten, die erschossen, erschlagen oder erwürgt wurden, stehen vermutlich im Zusammenhang mit rivalisierenden Drogenbanden.

2008, 27. November Bei Tiripetío im Municipio von Tuzantla in Michoacán kommt es zu Zusammenstößen zwischen Studenten der "Escuela Normal Rural Vasco de Quiroga" und Einheiten der Polizei. Die Studenten hatten laut Medienberichten zuvor die Autobahn Morelia-Patzcuaro blockiert und etliche Busse gekapert, vermutlich um sie zur Fahrt zu einer Demonstration in Morelia zu verwenden. Bei den Zusammenstößen wurden 31 Polizisten verletzt, 120 Studenten wurden festgenommen.

2008, 29. November Im Krieg zwischen den verschiedenen Drogenkartellen sind in einem Restaurant in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez acht Menschen erschossen worden. Wie die Polizei des Staates Chihuahua mitteilte, gab es zunächst keine Festnahmen.

2008, 29. November Als Reaktion auf eine Serie von Entführungen, bei denen die Kidnapper ihre Opfer ermordeten, fordert der Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Coahuila die Wiedereinführung der Todesstrafe, die formell 2005 abgeschafft wurde.

2008, 29. November Nach einem Treffen mit dem Nationalen Sicherheitsrat des Landes, prangerte der mexikanische Staatspräsident Felipe Calderón die Korruption in den Reihen der Polizei an. Einem von der Regierung in Auftrag gegebenen Bericht zur Folge, sind von 55.000 überprüften Polizisten fast die Hälfte unzuverlässig.

2008, 30. November Im erbitterter Revierkampf zwischen Drogenbanden um die Kontrolle der Schmuggelrouten in die USA sind am Sonntag in der Grenzstadt Tijuana neun Leichen mit abgehackten Köpfen gefunden worden. Wenige Meter entfernt fanden Polizisten die abgehackten Köpfe der Männer in einer Plastiktüte, teilte die Polizei von Baja California mit. Am Samstag zuvor wurde unter anderem ein vierjähriges Mädchen ebenfalls Opfer der Revierkämpfe. Seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 4.500 Menschen im Zusammenhang mit den Drogenkämpfen getötet worden.

2008, 30. November Jesús Ortega Martínez ist neuer Parteichef der PRD nach einem monatelangen Machtkampf um die Führung der Oppositionspartei. Orrtega war der Hauptkontrahent von Mitbewerber Alejandro Encinas.

Dezember

2008, 2. Dezember Carlos Abascal Carranza, früherer Innenminister (2005-2006) und Arbeitsminister (2000-2005) der Regierung von Vicente Fox, ist in Mexiko-Stadt gestorben. Der 59-Jährige litt an einem Krebsleiden.

2008, 2. Dezember Der Senat hat den 2. Oktober zum nationalen Gedenktag erklärt. Am 2. Oktober 1968 waren im Zuge von Studentenprotesten beim Massaker von Tlaltelolco etliche Demonstranten durch Regierungssoldaten ermordet worden. Künftig soll am 2. Oktober die Nationalfahne auf Halbmast gesetzt werden.

2008, 4. Dezember Laut Medienberichten haben die USA im Rahmen der so genannten Merida-Initiative, Mexiko zur Bekämpfung der Kriminalität und des Drogenhandels ein 156 Millionen Euro schweres Hilfspaket aufgelegt.

2008, 4. Dezember Nach einer inoffiziellen Zählung der Zeitung „El Universal“ starben seit Jahresbeginn 5.031 Menschen infolge des erbitterten Revierkampfes zwischen Drogenbanden um die Kontrolle der Schmuggelrouten in die USA. Starben am Anfang noch acht Menschen pro Tag so sind es mittlerweile schon täglich 24 Mordopfer. Statistisch betrachtet stirbt jede Stunde ein Opfer. Die mittlerweile kolumbianischen Verhältnissen gleichende Gewalt forderte allein am 3.November innerhalb von nur einem Tag 58 Mordopfer. Zu den Opfern zählen auch ranghohe Beamte und Polizisten.

2008, 5. Dezember Der erbitterte Drogenkrieg in Mexiko hat 30 weitere Opfer gefordert. Im Bundesstaat Sinaloa wurden am Donnerstag an einem Feldweg bei Coyotitlan 13 tote Jugendliche, mit auf den Rücken gefesselten Händen, gefunden. Laut Polizeiangaben lagen neben den Toten 80 Geschosshülsen. Im Bundesstaat Chihuahua wurden ebenfalls am Donnerstag 17 Menschen getötet, darunter sechs Tote in Ciudad Juárez, Grenzstadt zu den USA.

2008, 6. Dezember Damit die Regierung künftig das organisierte Verbrechen effizienter bekämpfen kann, sollen alle Handybesitzer in einer nationalen Datenbank registriert werden. Das Parlament hat ebenso wie der Senat dem Gesetzesvorhaben zugestimmt.

2008, 7. Dezember Wie nationale mexikanische Medien unter Berufung auf die Umweltstaatsanwaltschaft mitteilen, sind im Bundesstaat Michoacán in mehreren Sägewerken fast 9.500 Kubikmeter illegal geschlagenes Holz aus dem Biosphären-Reservat des Schmetterling -Schutzgebietes Mariposa Monarca sicher gestellt worden.

2008, 7. Dezember Unter der Terrasse eines Hauses in der Stadt Uruapan, im Bundesstaat Michoacán, sind laut dem Verteidigungsministerium (Secretaría de Defensa Nacional, Sedena) mindestens acht verstümmelte und verbrannte Leichen gefunden worden, die dort verscharrt waren. Vermutlich stehen diese Verbrechen erneut mit Drogenbanden im Zusammenhang.

2008, 17. Dezember Bei einem von Lateinamerika und der Karibik veranstalteten Gipfel im brasilianischen Costa do Sauipe gab der mexikanische Staatspräsident Felipe Calderón bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die Regierungschefs der lateinamerikanischen und karibischen Länder der Förderung zur Gründung einer Vereinigung ihrer Länder zustimmen. Diese Vereinigung würde die Zusammenarbeit in den Bereichen Menschenrechte, Bildung, Kultur und Wissenschaft intensivieren. Im Februar 2010 soll in Mexiko die erste Sitzung diesbezüglich stattfinden,

2008, 18. Dezember Mexiko zählt zu den 66 Mitliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN), die am Donnerstag eine Erklärung gegen die Verfolgung von Homosexuellen unterzeichnet haben. Die USA verweigerte, ebenso wie muslimische Länder, ihre Unterschrift unter das nicht bindende Dokument, das dazu aufruft, Homosexualität weltweit nicht länger als kriminelles Vergehen zu betrachten.

2008, 19. Dezember Nachdem Meeresströmungen und Stürme große Bereiche der Karibikstrände weggespült haben, sollen nun laut Tourismusminister Rodolfo Elizondo erneut rund sieben Millionen Kubikmeter Sand an die Strände gepumpt werden. Die Investition beläuft sich auf umgerechnet rund 40 Millionen Euro.

2008, 19. Dezember Bei einer Operation im Golf von Kalifornien, unweit der Küste des Bundesstaates Sonora, hat laut dem Marineministerium die mexikanische Marine ein Boot mit über drei Tonnen Marihuana aufgebracht.

2008, 19. Dezember In Matamoros wurden 15 Schüler zwischen 13 und 15 Jahren, die ihre Augenbraunen gezupft hatten, vom Direktor einer Schule vom Unterricht ausgeschlossen. Begründung: „Schön aussehen zu wollen beschränke sich ausschließlich auf Frauen oder auf Jugendliche mit einer homosexuellen Tendenz.“ Gegen diese Diskriminierung setzten sich nun mehrere Organisationen zur Wehr und die staatliche Eltervereinigung plant eine Beschwerde bei der Kommission für Menschenrechte in Mexiko.

2008, 20. Dezember Flugzeugabsturz im Norden Mexikos forderte einen Toten und vier Verletzte mit schweren Brandverletzungen. Laut Behördenangaben hat ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna beim Anflug auf den Flugplatz „Plan de Guadalupe“, in Saltillo Bundesstaat Coahuila, einen halben Kilometer vor der Landepiste aufgesetzt und geriet in Brand. An Bord befanden sich neben dem Piloten noch Reporter und Regierungsfunktionäre des Bundesstaates.

2008, 21. Dezember Nach Angaben der mexikanischen Behörden wurden auf einem großen Boulevard in Chilpancingo, Bundesstaat Guerrero, neun kopflose Leichen entdeckt. Die neun Köpfe steckten in Plastiksäcken. Bei einigen der Toten soll es sich um Soldaten handeln. Wenige hundert Meter vom Fundort entfernt, sollte der Gouverneur später an einer religiösen Feier teilnehmen. Die Toten stehen vermutlich in Zusammenhang mit rivalisierende Drogenhändler, die in jüngster Zeit dazu übergegangen sind, ihre Opfer zu köpfen.

2008, 23. Dezember Vom 16. bis zum 18. Januar 2009 findet in Mexiko-Stadt das VI. Weltfamilientreffen statt. Eingeführt wurde das Weltfamilientreffen von Papst Johannes Paul II. und erfolgt im Rhythmus von drei Jahren.

2008, 23. Dezember Die derzeitige Schönheitskönigin des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa, Laura Zuñiga Huizar, ist zusammen mit sieben bewaffneten Männern in der Stadt Guadalajara unter dem Verdacht der mutmaßlichen Verbindungen zum Drogenhandel festgenommen worden. In ihren beiden Autos wurden bei einer Kontrolle der Armee, bei der Einfahrt in die Stadt Guadalajara, 20.000 US-Dollar, 16 mobile Telefone sowie zwei Sturmgewehre, drei Pistolen und mehr als 600 Patronen gefunden. Zuñiga Huizar soll Mexiko bei der Wahl der "Miss Universum 2009" vertreten.

2008, 24. Dezember Im Municipio Tuxtla Chico, Bundesstaat Chiapas, nahe der Grenze zu Guatemala sind auf einer Landstrasse acht Leichen in Müllsäcken gefunden worden. Wie Amador Rodríguez Lozano, ein Vertreter des Justizministeriums des Bundesstaates mitteilte, weisen die Opfer Folterspuren auf. Die zunehmende Gewalt in Zusammenhang mit Drogenkartellen hat in diesem Jahr bereits weit über 5.000 Menschen das Leben gekostet.

2008, 26. Dezember Mexiko hat, laut dem Agrarministerium, auf Grund hygienischer Mängel den Fleisch-Import aus 30 US-Großbetrieben untersagt. Mexiko ist einer der größten Abnehmer von Fleischprodukten aus den USA.

2008, 26. Dezember Am 26. Dezember begann in Mexiko-Stadt das bis zum 4.Januar 2009 gehende "Erste weltweite Festival der würdigen Wut", zu dem die Zapatistische Armee zur nationalen Befreiung (EZLN) bereits im vergangenen September aufgerufen hatte. Das unter dem Motto „Eine andere Welt, ein anderer Weg: unten und links" stehende Festival resultiert aus dem aktuellen Vorschlag der EZLN, dass nur von der Bevölkerung selbst nachhaltige soziale Veränderungen ausgehen können.

2008, 27. Dezember Die am 23.12.2008 in der Stadt Guadalajara festgenommene derzeitige Schönheitskönigin des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa, Laura Zuñiga Huizar, muss für mindestens 40 Tage in Untersuchungshaft. Laura Zuñiga Huizar, die beteuert, nichts davon gewusst zu haben, dass ihr Liebhaber Drogendealer und Mitglied eines Kartells ist, werden von der Justiz unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, illegaler Waffenbesitz und Straftaten gegen die Gesundheit vorgeworfen.

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