Juan Diego
From Mexiko-Lexikon
Juan Diego (*1474 - †1548): Seher der Jungfrau von Guadalupe im Jahre 1531 und Heiliger der römisch-katholischen Kirche
Zehn Jahre nach der Eroberung von Tenochtitlán (aztekische Hauptstadt) erschien Juan Diego auf dem Berg Tepeyac, wo sich ehemals ein Tempel der aztekischen Göttin Tonantzin befand, am 9., 10. und 12. Dezember 1531 insgesamt vier Mal die Jungfrau von Guadalupe, die heute die Nationalheilige und Schutzpatronin Mexikos ist.
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Biographie
Über das Leben des Juan Diego Cuauhtlatoatzin vor seinen Erscheinungen der Jungfrau von Guadalupe ist relativ wenig bekannt. Zu den wichtigsten Quellen, die ein wenig Einblick in das Leben von Juan Diego gewähren, zählen das zwischen 1548 und 1560 von Antonio Valeriano verfasste Nican Mopohua; das von Fernando de Alva Ixtlilxóchitl verfasste „Nican Motecpana“ und die „Informaciones Jurídicas de 1666 und 1723“ (formelle Untersuchungen durch die kath. Kirche).
Juan Diego gehörte der indigenen Volksgruppe der Chichimeken an. Er wurde um 1474 in Cuauhtitlán, im Calpulli (Stadtteil) von Tlayácac, das zum Königreich Texcoco gehörte, ca. 20 Kilometer nördlich von Tenochtitlán (heutige Mexiko-Stadt) entfernt, im Tal von Anáhuac mit dem Namen Cuauhtlatoatzin geboren. Cuauhtlatoatzin, aus dem Náhuatl übersetzt bedeutet „Sprechender Adler“.
Cuauhtlatoatzin, der als 47-jähriger die spanische Eroberung 1521 durch Hernán Cortés erlebte, erhielt um 1524 als ca. 50-jähriger die christliche Taufe (1) durch Fray Toribio Paredes de Benavente, genannt "Motolinia" (3), einen der ersten Franziskaner-Missionare, und nahm den Namen Juan Diego an.
Seine Ehefrau Malitzin, die 1529 starb, wurde ebenfalls getauft und nahm den Namen María Lucía an. Historischen Quellen sprechen davon, dass Juan Diego Nachkommen hatte, die aus der Zeit vor seiner Taufe stammten. (9)
Juan Diego, von dem das Nican Mopohua schreibt, dass er zu den Armen seines Volkes gehörte (er war kein Krieger, Händler oder Priester), war ein Macehualli (aztekische Bezeichnung für freie Bauern) und Hersteller von Matten. Er besaß ein Haus und ein kleines Stück Land. Juan Diego wird als ein sehr stiller und frommer Mensch beschrieben der regelmäßig zu Fuß ca. 3 ½ Stunden durch die Berge zur Messe und zum Religionsunterricht ins 20 km entfernte Tlatelolco ging. In den kälteren Monaten trug er eine Tilma (Umhang), die aus einem groben Stoff bestand der aus der Maguey Agave hergestellt wurde. Nach dem Tod seiner Frau zog er zu seinem Onkel Juan Bernardino nach Tolpetlac, das sich ca. 14 km von Tlatelolco entfernt befand. (4)
Juan Diego war 57 Jahre alt (das Durchschnittsalter seiner Landsleute lag zu dieser Zeit bei etwa 40 Jahren (5)) als er sich am 9. Dezember 1531 auf dem Weg zur heiligen Messe befand und auf dem Berg Tepeyac der Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe begegnete.(6)
Zitat Nican Mopohua: [„Zehn Jahre waren seit der Eroberung der Stadt Mexiko vergangen. Pfeile und Schilde waren niedergelegt, zu Wasser und zu Land herrschte Friede zwischen allen Bewohnern. Die Erkenntnis des wahren Gottes und der Glaube an ihn begannen gerade, sich wie eine Blüte vor der aufstrahlenden Sonne zu öffnen. Da begegnen wir in der ersten Dezemberhälfte des Jahres 1531 einem kleinen Indio, einem armen Mann seines Volkes, der Juan Diego hieß und von dem erzählt wird, dass er aus Cuauhtitlán stammte. Was die Dinge Gottes betrifft, gehörte damals freilich noch alles ganz zur Pfarrei von Tlatelolco. Und eben dorthin war er an diesem Samstag wieder sehr früh unterwegs, um Gott zu dienen und sein Lob zu preisen.“] (7)
Jungfrau von Guadalupe Erscheinungen
Die Jungfrau von Guadalupe erschien Juan Diego am 9., 10. und 12. Dezember 1531 insgesamt vier Mal auf dem Berg Tepeyac.
Die Erscheinung, die sich selbst als „die immerwährende Heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzig wahren heiligen Gottes, des Leben spendenden Schöpfers aller Menschen“ (8) offenbarte, erschien Juan Diego zum ersten Mal am Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, am 9. Dezember 1531, als sich dieser auf dem Weg zur heiligen Messe befand. Sie sprach zu Juan Diego in dessen Sprache Náhuatl und trug ihm auf, den Bischof Zumárraga zu beauftragen, eine Kirche auf dem Tepeyac Hügel, im Norden des heutigen Mexiko-Stadt, zu bauen, damit sie den Menschen „Liebe, Hilfe und Mitgefühl“ geben könne. Der Bischof glaubte jedoch den Worten von Juan Diego nicht und forderte ihn auf, von der Erscheinung ein Zeichen zu erbitten. Die Erscheinung ließ darauf Juan Diego auf den Gipfel des Hügels steigen um dort Rosen und Blumen zu pflücken, die normalerweise an dieser Stelle nicht wuchsen, und ließ sie ihn in seine Tilma (Umhang) legen. Als Juan Diego vor Bischof Zumárraga und einigen weiteren Zeugen seine Tilma öffnete, erschien, während die Blumen stark duftend zu Boden fielen, das Abbild der Jungfrau von Guadalupe eingeprägt auf der Tilma.
Der Bischof war nunmehr überzeugt und gab die Erlaubnis zum Bau einer Kapelle am Fuße des Tepeyac, die bereits nach 14 Tagen feierlich eingeweiht wurde. Juan Diego erhielt die Erlaubnis des Bischofs, in einer kleinen Hütte in der Nähe der Kapelle als Einsiedler zu wohnen und durch eine besondere Erlaubnis des Bischofs erhielt er dreimal pro Woche die Heilige Kommunion, was für den damaligen Zeitpunkt sehr ungewöhnlich war. Juan Diego starb am 30. Mai 1548 im Alter von 74 Jahren.
Beatifikation und Kanonisation
Beatifikation
Die Seligsprechung (Beatifikation) von Juan Diego erfolgte im Jahre 1990. Nach einer zuvor eingehenden Prüfung durch die Congregatio de Causis Sanctorum (Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse), die aus einem Zusammenschluss von kirchlichen Würdenträgern besteht, sprach Papst Johannes Paul II. bei seiner zweiten apostolischen Reise nach Mexiko am 6.Mai 1990, während einer Messe in der „Basílica de Santa María de Guadalupe“ in Mexiko-Stadt, Juan Diego selig. (10)
Kanonisation
Die Heiligsprechung (Kanonisation) von Juan Diego erfolgte im Jahre 2002. Bei seinem fünften Besuch in Mexiko sprach Papst Johannes Paul II.' am 31.Juli 2002 während einer Messe in der „Basílica de Santa María de Guadalupe“ in Mexiko-Stadt, Juan Diego heilig. Er war der erste Indigene der heilig gesprochen wurde. (11) ).
Die Heiligsprechung von Juan Diego wurde von den mexikanischen Bischöfen als ein bedeutender Beitrag zur “Anerkennung der Indios” als Völker” hervorgehoben. (12)
Prüfung der Historizität
Die Heiligsprechung von Juan Diego erhitze im Vorfeld die Gemüter der Antiaparicionistas (Aparición übersetzt: Erscheinung [..der Gottesmutter..]. Antiaparicionistas: Gegner, die nicht an diese Erscheinung glauben). So wurde unter anderem diese Heiligsprechung von Guillermo Schulenburg Prado, von 1963-1996 Abt der Basilika von Guadalupe (spanisch: Basílica de Nuestra Señora de Guadalupe), mehrmals in Frage gestellt. Seiner Ansicht nach gibt es keine gesicherte Evidenz für die Historizität der Person von Juan Diego und er sieht ihn eher als ein Symbol als eine reale Person. (13) Der Vatikan gründete darauf eine Prüfungskommission mit Forschern aus verschiedenen Ländern die bei ihrer umfangreichen Arbeit unter anderem 27 Dokumente von indigener Herkunft und 8 Dokumente von indigener-spanischer Herkunft untersuchten. Nachdem die Ergebnisse der Congregatio de Causis Sanctorum (Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse) vorgelegt worden waren, bestätigte diese am 28.Oktober 1998 die reale Existenz von Juan Diego und seiner Erscheinungen der Jungfrau von Guadalupe.(14)
Um die Diskussionen bezüglich der Historizität von Juan Diego und seine Erscheinungen zu beenden, wurde einige Tage vor seiner Heiligsprechung von Monsignore Diego Monroy Ponce, Generalvikar und Rektor der Basilika von Guadalupe, eine Broschüre mit dem Titel „Die Muttergottes von Guadalupe und Juan Diego in den gerichtlichen Dokumenten von 1666“ publiziert.
Quellenverzeichnis
- (1); (6) :PBRO. DR. EDUARDO CHÁVEZ SÁNCHEZ:Biografía de San Juan Diego Cuauhtlatoatzin "El águila que habla" (1474-1548) [1]
- (2); (6) :Der Heilige Stuhl/Vatikan:[2]
- (3); (9) :Basílica de Santa María de Guadalupe: II. JUAN DIEGO PREEVANGELIZADO [3]
- (4); (5) :Franciscan Friars of the Renewal: Marian Devotion[4]
- (6) :Basílica de Santa María de Guadalupe: Nican Mopohua[5]
- (7); (8) :Kath.net: Kath. Nachrichten: Plötzlich erschien das geliebte Bild der immerwährenden Jungfrau [6]
- (10); (11); (14) :Basílica de Santa María de Guadalupe:Proceso de Beatificación y Canonización de Juan Diego [7]
- (12) :Missionswissenschaftliches Institut Missio: [8]
- (13) :Tagespost: Historizität des Sehers bekräftigt [9]
- CHÁVEZ SÁNCHEZ Eduardo, La Virgen de Guadalupe y Juan Diego en las Informaciones Jurídicas de 1666, Edición del Instituto de Estudios Teológicos e Históricos Guadalupanos, 2002
- Las Informaciones Jurídicas de 1666:[10]
- Eduardo Chavez: Our Lady of Guadalupe and Saint Juan Diego: The Historical Evidence (Celebrating Faith) ISBN-10: 0742551059 ISBN-13: 978-0742551053
- Basílica de Santa María de Guadalupe: San Juan Diego Cuauhtlatoatzin:Hombre de Dios, la Virgen y su pueblo [11]
- Basílica de Santa María de Guadalupe: Juan Diego Cuauhtlatoatzin [12]
Literatur
- Autor: Eduardo Chavez: “Our Lady of Guadalupe and Saint Juan Diego: The Historical Evidence (Celebrating Faith: Explorations in Latino Spirituality and Theology)” ISBN-10: 0742551059 ISBN-13: 978-0742551053
- Autor: Miguel Leon-Portilla: “Tonantzin Guadalupe: pensamiento náhuatl y mensaje cristiano en el "Nicān mopōhua". Mexico D.F.: El Colegio Nacional, Fondo de Cultura Económica. ISBN 978-968-16-6209-7.
- Autor: Stafford Poole: “Our Lady of Guadalupe: The Origins and Sources of a Mexican National Symbol, 1531-1797.” Tucson: University of Arizona Press. ISBN 0-816-51526-3. OCLC 31046653.
- Juan Diego Cuauhtlatoatzin (Artes Visuales) (Spanish Edition): ISBN-10: 9685011494 ISBN-13: 978-9685011495
- The Story of Guadalupe:Luis Laso de la Vega’s Huei tlamahuiçoltica of 1649 :ISBN-10: 0804734828 ISBN-13: 9780804734820
- León-Portilla, Miguel (Autor): TONANTZIN GUADALUPE. Pensamiento Náhuatl y mensaje cristiano en el "Nican Mopohua". Fondo de Cultura Econmica: ISBN: 9681662091
Links
- Basílica de Santa María de Guadalupe: San Juan Diego Cuauhtlatoatzin
- Santuario Nacional de San Juan Diego- offizielle Homepage
- Basílica de Santa María de Guadalupe- Nican Mopohua
- Vatikan: Heiligsprechung von Juan Diego Cuauhtlatoatzin

