Kirche

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siehe auch Gesellschaft


Inhaltsverzeichnis

Katholische Kirche

Kirche und Staat

Seit 1855 gilt in Mexiko eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Angesichts eines Anteils von 87,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung (89.664 Millionen Gläubige), ist davon vor allem die Katholische Kirche betroffen. Im Jahre 1917 (mit Inkraftsetzung der Verfassung) verloren die Kirchen in Mexiko ihren Status als juristische Personen. Im Jahre 1922 wurde sie dann wieder als juristische Person anerkannt. Allerdings haben sich die Beziehungen spätestens seit 1992 wesentlich entspannt.

Die katholische Kirche Mexikos fußt auf den Missionaren und Kirchengründungen der frühen Kolonialzeit. Ihre Arbeit trug wesentlich zur Sicherstellung der spanischen Oberherrschaft bei. Zugleich aber entwickelte sich die katholische Kirche zum größten Grundbesitzer Mexikos. 1821 gehörte ihr etwa ein Drittel des gesamten Grund und Bodens. Der Plan von Iguala sicherte ihren Grundbesitz und die Ausschließlichkeit des katholischen Glaubens. Allerdings setzten sich ab dem gleichen Zeitpunkt liberale Kräfte für eine Abschaffung dieser Privilegien ein.

Mit den "Reformgesetzen" enteignete Präsident Benito Juárez 1860 Klöster und Gemeinden. Eine strikte Trennung von Kirche und Staat wurde proklamiert, zugleich die Religionsfreiheit eingeführt. Die radikale Maßnahme führte die Kirche an die Seite der konservativen Juárez-Gegner, weswegen sie nach deren Niederlage erheblich an politischem Einfluss verlor. Endgültig wurde sie 1917 per Verfassung in den privat-allgemeinen Bereich verdrängt, wo sie jedoch nach wie vor einen hohen moral-ethischen Einfluss ausübt. Die revolutionären Verfassungsväter drängten die katholische Kirche an den Rand der Illegalität, indem sie allen religiösen Vereinigungen das Recht auf juristische Existenz verbot.

Die radikal verteidigte antiklerikale Politik stürzte das Land Mitte der zwanziger und dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in einen zeitweiligen Bürgerkrieg der "Cristeros". Die scharfe Gegnerschaft entspannte sich erst in den fünfziger Jahren. Doch erst 1992 (Ley de Asociaciones religiosas y culto publico = Gesetz der Religionsgemeinschaften und der öffentlichen Glaubensaustragung) wurden die diskriminierenden Verfassungsklauseln entschärft, den Religionsgemeinschaften - und damit der katholischen Kirche - die Rechtssicherheit zurückgegeben und beispielsweise Angehörigen religiöser Berufe wieder die Teilnahme an den politischen Wahlen erlaubt. Die strikte Trennung von Kirche und Staat gilt aber weiterhin.

Aus diesem Grund verursachte noch Mitte 2002 der Kniefall und Handkuss von Präsident Vicente Fox Quesada vor Papst Johannes Paul II. einen landesweiten Aufschrei in den Medien: die Verfassungsvorgaben erlauben es nicht, dass Inhaber öffentlicher Ämter in dieser Funktion den Papst empfangen dürfen.

Struktur

An der Spitze der Katholischen Kirche Mexikos steht formell die sogenannte CEM (Conferencia del Episcopado Mexicano, Mexikanische Bischofskonferenz). Derzeitiger Präsident ist Carlos Aguiar Retes, Bischof von Texcoco (Stand Januar 2007). Zugleich gibt es das Amt eines "Primado de México", eines Erzbischofs, der den anderen Bischöfen vorsteht. Traditionell ist dies mit dem Amt des Erzbischofs von Mexiko-Stadt verbunde (siehe unten). Insgesamt fünf aktuelle oder ehemalige Bischöfe sind derzeit Kardinäle (cardenal) und nehmen somit teil am Konklave einer Papstwahl. Der Papst wird in Mexiko durch einen "Nuncio apostólico" (Apostolischer Nuntius) vertreten.

Räumlich ist die Katholische Kirche in insgesamt 14 Erzbistümer (Arquidiócesis) unterteilt. Hinzu kommen 65 weitere Bistümer (Diócesis) mit 5.784 Pfarreien (parroquia), in denen neben den Bischöfen 31 Weih-(Hilfs-)bischöfe (Obispo auxiliar), 13.000 Priester (sacerdote) und 2.500 Laienprediger tätig sind.

Erzbistümer: Mexiko-Stadt, Kardinal und Erzbischof-Primado Norberto Rivera Carrera, Guadalajara, Kardinal und Erzbischof Juan Sandoval Iñiguez, Acapulco, Yucatan, Oaxaca, Chihuahua, Durango, Tlalnepantla, Puebla, Hermosillo, San Luis Potosi, Xalapa, Monterrey und Morelia.

Naturreligionen / Indigene

siehe auch Indigene Bevölkerungsgruppe

Judentum

Die jüdische Gemeinde ist verschiedenen Quellen zufolge so alt wie die Konquista: Unter den Kämpfern von Hernán Cortés waren auch zum Katholizismus konvertierte Juden Spaniens, von denen nicht wenige jedoch den alten Glauben weiterpraktiziert haben dürften. Nachfahren dieser "Crypto-Judios" ließen sich vor allem im Norden Mexikos nieder. Verfolgt von der spanischen Inquisition, erhielten die mexikanischen Juden erst nach 1821 mehr Bewegungsfreiheit. Präsident Benito Juárez verfügte 1860 die volle Religionsfreiheit, wie sie seither in Mexiko gepflegt wird. Gleichwohl halten sich wie in ganz Lateinamerika wirtschaftlich begründete Vorurteile gegen Juden.

Nach dem Ersten Weltkrieg siedelten sich jüdische Emigranten aus dem arabischen Raum in Mexiko an. Sie gingen jedoch in die Städte: Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey weisen einen hohen Anteil dieser auch orthodox geprägten Neueinwanderer aus.

Der Jüdische Weltkongress geht von etwa 40.000 Angehörigen jüdischen Glaubens in Mexiko aus ([1]). Sie betreiben Syngagogen, Sportclubs und Schulen. Schwerpunkt ist Mexiko-Stadt. Einen hierarchischen Überbau der verschiedenen Gemeinden gibt es nicht. Sämtliche Gemeinden haben einen zentralen Vertreter in Form eines "Zentralkomitee der jüdischen Gemeinde in Mexiko" (Comité Central de la Comunidad Judía de México), zugleich Herausgeber der 1944 gegründeten Zeitung "Tribuna Israelita".

Islam

Siehe Linkliste

Mennoniten

Die Gemeinde der Mennoniten umfasst etwa 50.000 Mitglieder, die in mehr als 200 Dörfern vorwiegend bei Cuauhtémoc, ca. 82 km von der Stadt Chihuahua entfernt, leben. Bedingt durch einen von der mexikanischen Regierung erhaltenen Sonderstatus, kann die Gemeinde der Mennoniten die Beziehungen zu den mexikanischen Nachbarn und der Landesregierung auf das notwendigste Minimum beschränken. Die (mexikanischen) Mennoniten haben bis heute ihre plattdeutsche Sprache sowie ihre Religion (nach der Lutherbibel) erhalten.

Evangelische Kirchen

Siehe Linkliste

Links

Mexico-Community

Allgemeine Links

Links zu Kirchengemeinschaftem

Dokumente

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