Kolonialzeit

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Dieser Artikel behandelt die spanische Herrschaft in Mexiko 1521-1821 und die Entwicklung des Vizekönigreichs von Neu-Spanien (Virreinato de Nueva España).

Als Kolonialzeit bezeichnet man die dreihundertjährige Epoche nach der Eroberung Mexikos, in der Mesoamerika Teil des spanischen Weltreiches war. Politisch artikulierte sie sich im Vizekönigreich von Neu-Spanien (Virreinato de Nueva España). Die Kolonialzeit bedeutete für Spanien und seine Eliten eine unermessliche Schatzkiste, für die einheimische Bevölkerung hingegen war sie von erheblicher Benachteiligung. Historiker wenden hingegen ein, dass erst die Kolonialzeit die Voraussetzungen für die kollektive Identität der Menschen hinsichtlich Schaffung einer mexikanischen Nation lieferte.

Ausbeutung und Versklavung

Nach der Conquista erhielten Adelige, Missionare und Soldaten große Landbesitze und die Gerichtsbarkeit über die indianische Bevölkerung zugesprochen. Anfänglich wurde das „Encomienda“-System angewendet, wonach die Indígenas für den neuen Grundbesitzer Frondienste (Vieh- und Landwirtschaft, Bau) leisteten. Im Gegenzug sollte der neue Herr für die religiöse Unterweisung und den physischen Schutz der ihm Untergegebenen aufkommen. Das patriarchalisch-feudal geprägte System öffnete in der Praxis dem Missbrauch alle Tore, es wurde später formell verboten, im Alltag jedoch nicht selten weiterhin angewendet. Dies hatte zur Folge, das die Bevölkerung auf den Landgütern und in den Minen ausgebeutet wurde, gefolgt von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Enteignung und unmenschlicher Behandlung.

Stellung und Macht der Kirche

Zusammen mit den Conquistadores kamen die Missionare der Franziskaner, Augustiner, Dominikaner und Jesuiten ins Land und setzten ihre religiösen Sitten, auch unter Anwendung der Inquisition, durch. Aus der Kolonialzeit stammen nicht nur zahlreiche Städte, und Baudenkmäler in Mexiko, sondern auch die katholischen Traditionen, Festtage und damit zusammenhängenden Kulturwerke. 1528 wurde Juan de Zumarraga der erste Bischof von Mexiko, 1548 wurde Mexiko Erzbistum. Die Übernahme örtlicher, an das Christentum angepasste Traditionen und die Verbreitung der spanischen Sprache als Kommunikationsmittel der Predigten förderten die Sicherung der spanischen Herrschaft, insbesondere weil sie die Autorität traditioneller Hierarchien (Vorhispanische Priester, Monarchen) zerstörte. Die Kirche selbst stand während der gesamten Kolonialzeit unter Kontrolle der spanischen Monarchen. Landschenkungen und Privilegien führten dazu, dass um 1821 ein Drittel des gesamten Landes Eigentum der Kirche war.

Aufteilung der Gesellschaft in drei Klassen

Das Mexiko der Kolonialzeit war einerseits durch das Fehlen sozialer Schranken insbesondere innerhalb der weißen Einwandererschicht geprägt, so dass auch Nichtweißen prinzipiell ein sozialer Aufstieg möglich war. Tatsächlich zog die Hautfarbe aber unsichtbare gesellschaftliche Schranken.

Unterschieden wurde zwischen:

  • Weißen Mexikaner, an deren Spitze die in Spanien geborenen „Peninsulares“ standen. Die Peninsulares besetzten die höchsten kirchlichen und zivilen Kolonialämter und das Amt des Vizekönigs. Ihnen gesellschaftlich gleichstehend, aber politisch und wirtschaftlich benachteiligt waren die „Kreolen“ (Criollos), die in Neuspanien geborenen und aufgewachsenen Weißen. Durch ihr hohes Ansehen vermieden die Peninsulares, aber auch Criollos, den gesellschaftlichen Kontakt mit den rangmäßig unter ihnen stehenden Mestizos oder Indigenas.
  • Mestizen und indigene Bevölkerungsgruppen: Die Mestizen sind die Nachkommen aus Verbindungen zwischen Weißen und Indigenas und stellten üblicherweise das Groß der Bevölkerung. Rein indigen Bevölkerungsgruppen hielten sich nur im ländlichen Gebiet. In territorial ausgedehnter Form gilt dies auch für die Halbinsel Yucatán, Teile von Nordwestmexikos und Chiapas.
  • Schwarze Sklaven und freigelassene Schwarze wurden in Kolonialspanien insbesondere im Küstenbereich in Guerrero, Oaxaca und vor allem Veracruz eingesetzt. In manchen Gegenden bildeten sich Kolonien entlaufener Sklaven. Die Sklaverei war während der gesamten Kolonialzeit legalisiert, sie wurde erst nach Erreichen der Unabhängigkeit abgeschafft.
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