Krieg Mexiko-USA
From Mexiko-Lexikon
Krieg zwischen den USA und Mexiko 1846-1848
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Einführung
Die Ursachen für den Krieg, durch den Mexiko an die USA Kalifornien und das heutige New-Mexiko verlor und die Unabhängigkeit und den Anschluss von Texas an die USA akzeptieren musste, haben ihren Ursprung in eben diesem texanischen Konflikt. Die Loslösung der von englischsprachigen Siedlern dominierten Provinz 1835/1836 konnte die mexikanische Regierung nach einer militärischen Niederlage nicht verhindern. Sie weigerte sich aber zunächst, die faktische Unabhängigkeit auch formell anzuerkennen. Geheime Verhandlungen im Jahr 1840 über die Anerkennung (im Gegenzug sollte Texas seine Neutralität erklären, sich nicht an die USA anschließen und seine Grenzen durch Großbritannien und Frankreich garantiert haben) scheiterten am Protest der mexikanischen Öffentlichkeit, nachdem die Verhandlungen publik geworden waren. Derweil strömten weitere Siedler aus den USA Richtung Westen Nordamerikas, in Gebiete, die formal der kolonialspanischen und (ab 1821) der mexikanischen Souveränität unterstanden. Allerdings waren diese ebenso wie Texas nur dünn besiedelt, vielerorts beschränkte sich die mexikanische Präsenz auf kolonialspanische Missionen wie San Francisco oder Los Angeles. In manchen Territorien war die mexikanische Souveränität pures Wunschdenken.
Hinsichtlich Texas schien man sich in Mexiko allmählich mit dem Verlust abzufinden, strittig war aber der Grenzverlauf, den Mexiko am Fluss Nueces, die USA und Texas aber viel weiter südlich am Rio Grande sahen. Die Annexions- und Expansionsforderungen innerhalb der politischen Kaste der USA erhielten neuen Aufschwung, als Mexiko den Verkauf von Kalifornien und Nuevo Mexico ablehnte und Großbritannien 1846 Oregon an die USA abtrat - und damit die mexikanische Präsenz im heutigen Kalifornien erschwerte. Die US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 1844 waren vom Tenor der Expansion nach Texas und Kalifornien geprägt. Der siegreiche Kandidat, der Demokrat James K.Polk, setzte schließlich im Kongress die Zustimmung zur Annexion von Texas im März 1845 durch. Mexiko brach infolgedessen die Beziehungen zu den USA ab. Ein letztes Kaufangebot lehnte Mexiko wiederum ab, daraufhin entschlossen sich die USA zum Gewalteinsatz und besetzten die umstrittenen Grenzgebiete. Als offizielle Begründung wurde die Sicherung der neuen Grenze proklamiert.
Santa Anas Rückkehr
Am 12.Mai 1846 erklärten die USA Mexiko formell den Krieg. Sehr schnell drang eine US-Armee unter General Zacharias Taylor nach ersten Siegen bei Palo Alto (8.Mai 1846) und Resaca de Palma (9.Mai 1846) in den Norden Mexikos ein. Deren Regierung unter General Paredes wurde gestürzt. Dem Aufruf zur Mobilmachung folgten aber etliche Staaten nicht. Im Juli 1846 erklärt sich Mexiko im Kriegszustand mit den USA.
Ohne Ressourcen und Gelder standen die Chancen, diesen Konflikt siegreich zu beenden, sehr schlecht. Kalifornien und New-Mexiko wurden bis 1847 durch US-Einheiten besetzt. Im Westen besetzte eine US-Flotte Mazatlán und La Paz. Im Norden rückte Taylor auf Monterrey zu, welches am 23.September 1846 besetzt wurde. Die USA suchten einen raschen Erfolg und bereiteten eine Invasion von Veracruz vor.
Den Widerstand organisierte Staatspräsident und General Antonio Lopez de Santa Ana, der im August 1846 aus dem Exil zurückgekehrt war, Armeen aushob und sie persönlich in die Schlacht führte. Allerdings konnte er nur die US-Seeblockade passieren, weil er der US-Regierung eine schnelle Beilegung des Konflikts zugesagt hatte. Der Verdacht der Komplizenschaft lastete auf dem mehrmaligen Präsidenten, aufgrund der Krisensituation und seiner Erfolge verblieb er zunächst im Amt. Den Krieg wollte Santa Ana zunächst mit dem Verkauf von Kirchenbesitz finanzieren, was im Frühjahr 1847 zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in Mexiko-Stadt führte. Ende März 1847 musste Santa Ana das Enteignungsgesetz (gegen einen Kredit der Kirche) zurücknehmen.
Kriegsverlauf 1846-1847
Santa Anas Armee marschierte nach Norden und stellte Taylor bei Angostura zum Kampf. Die Schlacht (22.-23.Februar 1847) endete fast mit einem Sieg der Mexikaner, die jedoch nach erschreckend hohen Verlusten an Menschenleben und Vorräten das Schlachtfeld räumten und damit nach Meinung der Historiker die Chance zum Sieg verpassten. Nach der Landung der US-Truppen unter Scott in Veracruz zog sich Santa Ana zurück und stellte sich der weitaus gefährlicheren Invasionsarmee beim Cerro Gordo, wo er jedoch eine katastrophale Niederlage am 18.April 1847 erlitt. Puebla wurde nach diesem Sieg durch US-Truppen besetzt.
Nach diesen Siegen boten die USA erfolglos Friedensverhandlungen an. Mexiko würde für den Verlust von Kalifornien, New-Mexiko und den Isthmus von Tehuantepec 30 Millionen Pesos erhalten (Texas wurde bereits als Teil der USA betrachtet). Anfang August begann Scott mit 14.000 Soldaten seinen Marsch auf Mexiko-Stadt. Am 19. und 20.August 1847 erobern die Nordamerikaner das Kloster con Churubusco und damit das Eingangstor in die Hauptstadt. Beim Gefecht fielen den Amerikanern auch das irische St.Patricks-Bataillon in die Hände, welches zuvor aus den US-Reihen desertiert war. Ihre Mitglieder wurden eingesperrt oder hingerichtet. Neue Friedensverhandlungen scheiterten an den Forderungen der USA und der beschränkten Verhandlungsautorität der mexikanischen Gesandten. Die US-Truppen setzten den Vormarsch fort, am 13.September 1847 erstürmen sie das Schloss von Chapultepec. Am 15.September besetzten sie gegen örtlichen Widerstand Mexiko-Stadt.
Friedensverhandlungen
Die Regierung zog sich nach Querétaro zurück, Santa Ana trat als Präsident zurück und ging ins Exil. Neuer Staatspräsident wurde Manuel de la Peña. Mexiko befand sich tief gespalten, manche Bundesstaaten erkannten die neue Regierung nicht an, monarchistisch gesinnte Rebellen suchten die Fortführung des Kampfes. Auf Yucatán hatten die örtlichen Eliten die Neutralität erklärt, litten aber selbst unter dem ausbrechenden "Kasten-Krieg". Die Zwistigkeiten innerhalb der politischen Führung und der Zusammenbruch der staatlichen Autorität lösten in den folgenden Jahren Indigena-Aufstände und Militärrevolten aus. Eine gewisse Stabilität wird erst unter der erneuten Diktatur von General Santa Ana ab 1853 erreicht.
Die neue Regierung nahm die abgebrochenen Friedensverhandlungen wieder auf. Am 2.Februar 1848 unterzeichneten beide Seiten in Guadalupe Hidalgo den Friedensvertrag, durch den Mexiko die Hälfte seines Territoriums, rund 2,4 Millionen Quadratkilometer, verlor: Hochkalifornien (Alto California) und Nuevo México. Der Verlust von Texas wurde anerkannt. Niederkalifornien (Baja California), ursprünglich Teil der Verhandlungsmasse, verblieb bei Mexiko. Mexiko erhielt als Entschädigung für die Kriegsschäden 15 Millionen Pesos.
Der Vertrag, ausgehandelt durch den US-Bevollmächtigten Nicolas Trist, stieß beim US-Präsidenten Polk zunächst nicht auf Zustimmung (Polk suchte mehr Gebietsabtretungen), wurde aber vom US-Kongress am 10.März 1848 angenommen. Im Mai 1848 unterschrieb auch der mexikanische Kongress das Vertragswerk.
Ende 1853 verkaufte Mexiko noch das Grenzgebiet von La Mesilla an die USA. Seitdem ist die gemeinsame Grenze in ihrem Verlauf nicht mehr verändert worden.
Quelle: El Colegio de México, Historia general de México. México 2000
Siehe auch: Santa Ana, Geschichte

