La Santa Muerte
From Mexiko-Lexikon
la muerte (span.) = der Tod / la santa (span.) = die Heilige
„La Santa Muerte“ ("Die Heilige Frau Tod", auch: "Der heilige Tod") ist die Heilige der Bettler und Banditen in Mexiko, aber auch der Polizisten.
Die „Santa Muerte“ sieht jedoch weniger wie eine christliche Heilige aus, sondern gleicht in ihrem Erscheinungsbild, ein Skelett mit einem Totenkopf das in einen weiten Mantel gehüllt ist, mehr einer Vertreterin der Hölle. Der Kult des "heiligen Todes" ist vor allem in den Armenvierteln der mexikanischen Hauptstadt, wie zum Beispiel in dem als Räuberhöhle verrufenen Viertel Tepito, sehr verbreitet. Altäre für die „Santa Muerte“ befinden sich in den Häusern wie aber auch in den Straßen, Werkstätten und Garagen der Armenviertel. Nach Angaben des spanischen Onlineportals Univision.com soll es zwei Millionen Anhänger in Mexiko und im Süden der USA geben. Laut Angaben der Zeitung a.m. aus Guanajuato wird die Santa Muerte auch auf Kuba, in Argentinein, Italien, Frankreich und Spanien verehrt. In Mexiko soll es Altäre in Zacatecas, Hidalgo und Querétaro geben.In Tepito befindet sich an einer Hauswand ein gläserner Schrein für die „Santa Muerte“ oder wie sie von ihren Anhängern auch genannt wird, „die Dünne“ oder „unsere Braut“. In diesem gläsernen Schrein sieht man die „Santa Muerte“ als Skelettfigur mit Totenkopf und langem Gewand. In ihrer rechten Hand hält sie eine Sense und eine Waage und in der linken Hand ruht eine Weltkugel. Vor ihrem Schrein befinden sich außer Blumen und brennender Kerzen auch Zigarren, Bierdosen, Tequilaflaschen und Gläser. Sonntags pilgern die Anhänger der „Santa Muerte“ zu diesem Schrein und bitten um ihren Schutz oder ihre Hilfe. Zum Beispiel bitten Diebe, Gauner, Mörder oder Prostituierte um den Schutz vor der Polizei oder den Schutz bei einem Überfall. Familienangehörige bitten darum, das ein inhaftiertes Mitglied der Familie schnell wieder aus dem Gefängnis entlassen wird. Es wird jedoch nicht nur Hilfe und Beistand bei Straftaten erfleht, sondern auch für einen guten Job oder genügend Essen und Kleidung. Auch Polizisten verehren sie, allerdings um für ihren eigenen Schutz im Kampf gegen die Kriminalität zu beten.
Der Ursprung der 2000 öffentlich gewordenen Anbetung ist äußerst umstritten: So könnte er der vorhispanischen Totenverehrung entstammen im Verbund mit dem aztekischen Todesgott Mictlantecuhtli oder auch moderneren Teufelsanbetungsbewegungen. Andere sehen das Aufkommen eher in Verbindung mit der in Lateinamerika intensiven Verehrung regionaler Heiliger.
Die katholische Kirche kritisiert die Bewegung, in der sich auch organisierte Kirchengemeinschaften finden, als "Scharlatanerie" oder auch "Teufelskult". Einer der Santa Muerte anhängenden Religionsbewegung namens "Iglesia Católica Tradicional Mex-USA" wurde im Mai 2005 seitens des mexikanischen Innenministeriums der Status einer Religionsgruppe entzogen und damit die Steuerprivilegien gestrichen. Formelle Begründung: Die Sektengemeinschaft habe formal eine orthodoxe Form der Messe propagiert, tatsächlich aber den Heiligen Tod angebetet und damit die eigenen Statuten verletzt. Ein Verbót des Kultes ist damit aber nicht gegeben. In Mexiko herrscht Religionsfreiheit und strikte Trennung von Kirche und Staat vor.
HINWEIS: Das Stadtviertel Tepito ist als Räuberhöhle und Hehlernest, in dem es auch zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Bewohnern kommen kann, sehr verrufen und es wird dringend dazu geraten, diesen Stadtteil nicht zu besuchen.
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