Lacandonen
From Mexiko-Lexikon
Die indigene Bevölkerung der Lacandones, die sich selbst „Hach Winik“ ( übersetzt: „wahre oder echte Menschen“ ) nennt, lebt in der Selva Lacandona (Regenwald) im Süden des Bundesstaates Chiapas. Die Lacandonen sind eine der letzten indigenen Sprachgruppen, die in Kontakt mit der modernen mexikanischen Kultur kamen und christianisiert wurden.
Ca. 66 Lacandonen Familien, die sich als Nachkommen der historischen Maya verstehen, leben in drei Gemeinden der Selva Lacandona. Die südliche Gruppe der Lacandonen lebt in Lacanjá Chansayab und die nördliche Gruppe der Lacandonen lebt in Naha and Metzabók. Die räumliche Trennung ( Süd-und Nordgruppe) führte im Laufe der Vergangenheit zu einer unterschiedlichen kulturellen wie sprachlichen Entwicklung. Während die südliche Gruppe aus Lacanjá Chansayab relativ schnell zum Christentum konvertierte und dadurch bedingt große Anteile ihres kulturellen Wissen verlor, konnte die nördliche Gruppe aus Naha and Metzabók ihre kulturelle Identität bis ins 21. Jahrhundert bewahren. Nach dem Tod ihres Stammesoberhauptes „Chan K’in Viejo“, im Jahre 1996, ist jedoch auch bei der nördlichen Gruppe ein Verlust ihrer Tradition, der religiösen Rituale und Kultur zu verzeichnen. Traditionelle Riten werden kaum noch praktiziert.
Die traditionelle Kleidung der Lacandonen besteht aus einem gerade geschnittenen weißen Leinenkleid. Während die traditionellen Lancandonen in nahezu völliger Abgeschiedenheit lebten und sich in erster Linie von der Jagd und dem Fischfang ernährten leben die heutigen Lacandonen vom Ackerbau ( Brandrodung ) , Fördergeldern der mexikanischen Regierung, Tourismus und nur im geringen Maße von der Jagd.
Die "Lacandones" stammen ursprünglich aus der Golfregion um Campeche und Mérida und wurden nach dem im lacandonischen Urwald ansässigen Volk, das im 18. Jahrhundert ausgerottet worden war, benannt. Über die heutigen Lakandonen gibt es bis ins 18.Jahrhundert zurückreichende Quellen ([1]).
Comunidad Lacandona
1972 wurde ein großer Teil des Lacandonischen Urwaldes (614.321 Hektar) den letzten zweihundert überlebenden Lacandonen (damals ca. 60 Familien) als "Comunidad Lacandona" per Dekret des Staatspräsidenten Luis Echeverría zugesprochen. Die "Comunidad Lacandona“ umfasst das Biosphärenreservat Montes Azules sowie die in den Jahren 1991 und 1998 gegründeten Naturschutzgebiete Parque Natural de Bonampak, Parque Natural de Yaxchilán, Refugio de Flora y Fauna Chan Kin, Reserva de la Biósfera Lacantún, Refugio de Flora y Fauna Nahá und Refugio de Flora y Fauna Metzabok. Die Naturschutzgebiete sind Teil des Mesoamerikanischen Biokorridors.
Vorzeige-Indígenas
Chiapas-Solidarisierungsgruppen erheben den Vorwurf, bei den Lacandonen würde es sich um "Vorzeige- Indígenas" der mexikanischen Regierung handeln, sie würden das Sprachrohr der Interessen der Regierung darstellen. Die Lakandonen würden sich demzufolge für die militärische Vernichtung der EZLN und gegen die "Abkommen von San Andrés über indigene Kultur und Rechte" aussprechen, nur noch geringe Landwirtschaft betreiben und sich in erster Linie des sogenannten Öko-Tourismus und der Jagd widmen. Darunter befände sich auch der unter Schutz gestellte Jaguar. Aufgrund einer Zusammenarbeit mit der Regierung würden ihnen zahlreiche Privilegien wie sonst keinem anderen indigenen Volk gewährt. Ihnen sei zum Beispiel die Verwaltung der archäologischen Stätten von Bonampak und Yaxchilán übertragen worden ([2], [3]).
Die Lacandones sind die einzige indigene Gruppe Mexikos , welche die Abkommen von San Andrés nicht unterzeichnet haben. Dieses Abkommen beinhaltet die Anerkennung der Rechte und der Kultur der indigenen Bevölkerung.
Links
Mexico-Community
Weitere Links

