Los Olvidados
From Mexiko-Lexikon
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| Produktion: | Ultramar Film, Mexiko (1950) | ||
| Regie: | Luis Buñuel | ||
| Buch: | Luis Buñuel, Luis Alcoriza | ||
| Kamera: | Gabriel Figueroa | ||
| Musik: | Gustavo Pittalugo ,Rodolfo Halffter | ||
| Produzent | Óscar Dancigers und Jaime Menasce | ||
| Originalsprache | Spanisch | ||
| Deutscher Titel | Die Vergessenen | ||
| Darsteller | |||
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| Alfonso Mejia (Pedro) Roberto Cobo (Jaibo) Miquel Inclán (Don Carmelo,der Blinde) Estella Inda (Mutter von Pedro) Jorge Pérez (Pelon) Javier Amézcua (Julian) Francisco Jambrina (Schulleiter) Jesús Navarro (Vater von Julian) Alma Delia Fuentes (Meche) Mário Ramírez (Ojitos) Efraín Arauz (Cacarizo) sowie Jugendliche aus Mexiko | |||
| Luis Buñuel | |||
Los Olvidados: mexikanischer, gesellschaftskritischer Film von Luis Buñuel aus dem Jahre 1950.
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Luis Buñuel
Los Olvidados (deutscher Titel: „Die Vergessenen“) war der dritte Film, den der Filmregisseur Luis Buñuel, der auch als der wichtigste Vertreter des frühen Filmsurrealismus bezeichnet wird, in seiner neuen Heimat Mexiko geschaffen hat.
Nach den Filmen „Gran Casino“ (Mexiko 1946) und „El Gran Calavera“ (deutsche Übersetzung: „Der große Lebemann“, Mexiko 1949), schaffte 1950 Luis Buñuel mit „Los Olidados“ einen Film, der im Jahre 2003 von der UNESCO als die wichtigste Chronik in spanischer Sprache über die Ausweglosigkeit mehrerer verwahrloster Jungendlicher in den Slums von Mexiko-City bezeichnet wird. Die filmische, illusionslose Darstellung der gesellschaftlich sozialen Randgruppen und deren Schicksal infolge der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse, ohne eine Idealisierung der Armen und ohne intolerante Anklage der bestehenden Gesellschaftsordnung, macht „Los Olvidaros“ zu einem zeitgenössischen Film.
Recherchen
Luis Buñuel, der zusammen mit Luis Alcoriza auch das Drehbuch für „Los Olvidados“ verfasste, betrieb zunächst zwei Jahre lang intensive Recherchen zu diesem Thema, wobei er auch, um einen möglichst realistischen Film zu erstellen, sich in den Slums von Mexiko-City aufhielt. Das Ergebnis dieser Studien spiegelte sich später in seinem Film als eine leidenschaftliche Beschreibung der „vergessenen“ Kinder wobei er den erschütternden Realismus auf eine beklemmende und brutale aber illusionslose und ehrliche Weise auffängt und seine surrealistischen Effekte aus der sozialen Wirklichkeit schöpft.
Filmhandlung
Im Mittelpunkt des Films stehen zwei Jugendliche, Jaibo (Roberto Cobo) und Pedro (Alfonso Mejía), die in den Slums von Mexiko-City leben.
Jaibo, ein älterer, vollkommen skrupelloser Jugendlicher der aus dem Gefängnis floh, ist der Anführer einer Bande krimineller Halbwüchsiger, welche die Bewohner der Barackensiedlung terrorisieren. Pedro, ein zwölfjähriger Junge, der vergebens um die Liebe seiner Mutter bettelt und im Grunde ein guter Mensch ist der ein anständiges Leben führen möchte, gerät in den Bann von Jaibo und schließt sich der Bande an.
Als Pedro jedoch Zeuge wird, wie Jaibo einen anderen Jugendlichen (Julian) brutal ermordet,
will er die Bande verlassen und sucht eine Arbeitsstelle. Dort stiehlt Jaibo dem Chef von Pedro ein Messer und lenkt geschickt den Verdacht auf Pedro. Während Pedro von der Polizei gesucht wird, gibt sich seine Mutter Jaibo hin. Pedro kommt schließlich in eine Besserungsanstalt und erhält dort die Möglichkeit eine Ausbildung zu machen.
Diese Besserungsanstalt scheint für Pedro endlich die Chance zu sein, ein besseres Leben führen zu können. Nachdem Pedro für kurze Zeit die Anstalt verlassen darf, trifft er auf Jaibo. Im Laufe einer Auseinandersetzung wagt es Pedro nunmehr Jaibo vor den Augen der anderen Bandenmitglieder des Mordes an Julian zu beschuldigen. Es kommt zu einem erbitterten Kampf in deren Verlauf Pedro von Jaibo getötet wird. Jaibo selbst wird bei der Rückkehr in sein Versteck von der dort auf ihn wartenden Polizei erschossen.
Schonungsloser Realismus und Proteste
Der in „Los Olvidados“ gezeigte schonungslose Realismus von Gewalt, Brutalität und Charakterarmut, der einhergeht mit der materiellen Not --wo ein blinder Bettler nicht idealisiert wird, sondern sich als ebenso grausam und gnadenlos wie seine jungen Peiniger entpuppt; ein armer Bauer sein Kind in der Großstadt aussetzt; ein Sohn, der in den Slums um die Liebe seiner Mutter bettelt, abgelehnt und verstoßen wird und die Mutter sich stattdessen dem Freund ihres Sohnes hingibt--, ging einigen an dem Film Beteiligten allerdings zu weit und sie verweigerten die Nennung ihrer Namen im Zusammenhang mit dem Film. Nicht anders sah die Reaktion des mexikanischen Filmpublikums aus und der Film wurde nach nur drei Tagen aus den Kinos zurückgezogen. Ebenfalls führte dieser Film zu heftigen Protesten sowohl in den Medien wie auch bei zahlreichen Organisationen und Gewerkschaften, die Luis Buñuel eine Verleumdung des mexikanischen Staates vorwarfen und seine Ausweisung verlangten.
Beruhigung trat erst wieder ein, als „Los Olvidados“ 1951 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes begeistert aufgenommen wurde und Luis Buñuel den Preis als bester Regisseur gewann. Daraufhin wurde der Film auch in Mexiko zum Erfolg und gewann mehrere nationale Filmpreise.
Alternatives Filmende
Aufgrund dessen, dass Óscar Dancigers (Produzent) sich darüber im Klaren war, wie die konservative mexikanische Gesellschaft auf den Film „Los Olvidados“ reagieren würde, und dieser Film in der Originalfassung evtl. nicht gezeigt werden könnte, veranlasste er, dass ein alternatives Ende mit einem Happyend gedreht wurde, dass in diesem Fall zum Einsatz gekommen wäre. Dieses alternative Ende, welches vollkommen geheim gedreht wurde, stand im kompletten Kontrast zum Originalende. Während im Original sowohl Jaibo wie auch Pedro getötet wurden, endete das alternative Ende für Pedro mit einem glücklichen Ausgang. Nachdem Pedro im Kampf Jaibo tötete, kehrte er zurück in die Erziehungsanstalt wo ihm die Chance auf ein besseres Leben offen stand (1). Da allerdings der Originalfilm bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes begeistert aufgenommen wurde und Luis Buñuel den Preis als bester Regisseur gewann, und zudem der Film Unterstützung durch mexikanische Intellektuelle erhielt, kam das alternative Ende nie zum Einsatz und wurde erst fast 50 Jahre später wieder entdeckt.
Auszeichnungen
- 1951: Bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes gewinnt Luis Buñuel den Preis als bester Regisseur.
- 1951 Premio Ariel (bedeutendster mexikanischer Filmpreis): Preis für den besten Film; Preis für die Regie; Preis für die weibliche Darstellung(Estella Inda); Preis für die Kind Darstellung (Alfonso Mejía); Preis für die Jugenddarstellung(Roberto Cobo); Preis für die Bearbeitung; Preis für die Filmaufnahmen; Preis für die authentische Darstellung; Preis für das Drehbuch; Preis für die Bühnenausstattung; Preis für den Ton (José B. Carles).
- 2003: „Los Olvidados“ wurde als zweiter Film nach „Metropolis“ (Deutschland) in die UNESCO- Memory of the world- Liste aufgenommen
Filmoteca de la UNAM
Der original Zelluloidfilm, mit dem „Los Olvidados“ gedreht wurde, war fast zwanzig Jahre lang verschollen. Nachdem er wieder entdeckt wurde, lagert er nun gut geschützt in den Gewölben der „Filmoteca de la UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México )“.
Quellenverzeichnis:
- ↑(1)Video:Vídeo del final alternativo [1]
- ↑ UNESCO:Nominación Negativo original del filme “Los olvidados” de Luis Buñuel para Memoria del Mundo [2]
- ↑Cine Mexicano [3]
- ↑UNESCO: Memory of the World. Mexico-Los olvidados. [4]
- ↑Filmzentrale: Ausführliche Film-Beschreibung Filmzentrale

