Magdalena Contreras

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Delegaciones del Distrito Federal
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Magdalena Contreras: Delegación von Mexiko-Stadt

Magdalena Contreras, ca. 228.927 Einwohner (Stand 2005), ist eine der 16 Delegaciones in die Mexiko-Stadt politisch aufgeteilt ist und befindet sich im Südwesten der Stadt. Insgesamt umfasst die Delegación eine Fläche von 62,19 km² und repräsentiert damit 5,1 Prozent der Gesamtfläche des Distrito Federal.

Der Name der Delegation setzt sich aus zwei Elementen zusammen. Magdalena bezieht sich auf die Maria Magdalena des Neuen Testaments, der eine im siebzehnten Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Delegación errichtete Kapelle geweiht war. Der Namensteil Contreras weist einerseits auf den "Señor de Contreras" hin, eine Jesusskulptur aus Holz, die heute im Ex-Convento del Carmen in San Angel, zu sehen ist, als auch andererseits auf den früheren Besitzer dieser Skulptur, Tomás de Contreras, der als Pionier der Textilindustrie in Magdalena Contreras gilt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Magdalena Contreras wird begrenzt: Im Norden durch die Delegación Álvaro Obregón; im Osten von den Delegaciónes Álvaro Obregón und Tlalpan; im Süden die Delegación Tlalpan und im Westen vom Estado de México und der Delegación Álvaro Obregón.

Die Delegación steigt von ca. 2340 Meter ü. d. M. im urbanen nördöstlichen Bereich bis auf über 3600 Meter ü.d.M. im Südwesten an, wo die vulkanische Gebirgslandschaft "Sierra de las Cruzes" das Tal von Mexiko vom Tal von Toluca trennt. Die Wohnbebauung hat sich bereits weit in diese geschützte Naturlandschaft hinein gefressen, wofür auch illegaler Siedlungsbau verantwortlich ist.

Durch die Delegación fließt mit dem Río Magdalena der einzige noch "lebende" Fluss in Mexiko-Stadt. Diesen Titel verdient der Wasserlauf allerdings nur noch den hochgelegenen Bereichen der Delegación. Die Verschmutzung durch Abwässer, Müllablagerungen und illegal errichtete Siedlungen gefährdet den Erhalt dieses Ökosystems stark.

Geschichte

Erste Nachweise einer Besiedlung lassen sich auf den Zeitraum zwischen 500 und 200 v. Chr. datieren (präklassische Periode). Die lokalen Siedlungen waren vermutlich vom zeremoniellen Zentrum Cuicuilco abhängig und wurden nach dem nicht genau datierbaren Ausbruch des Vulkans Xitle ebenso wie Cuicuilco verlassen.

Im weiteren Verlauf der prähispanischen Geschichte lebten auf dem heutigen Gebiet von Magdalena Contreras Chichimeken, Otomís und Nahua-Völker. In der postklassischen Periode beherrschen die Tepaneken das Gebiet der Delegación. Diese werden ca. 1430 durch den aztekischen Dreibund (Tenochtitlán - Texcoco - Tlacopán besiegt und das Gebiet wird dieser Allianz tributpflichtig.

Nach dem Fall des Aztekenreiches 1521 beginnen die Spanier rasch mit der Christianisierung der Bevölkerung. Zunächst gelangen so ab 1524 die Franziskaner in das Gebiet von Magdalena Contreras, etwa zwei Jahre später auch die Dominikaner. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel die Kirche von San Jerónimo Aculco, wo noch die Kapelle, ein Kreuz und ein Taufstein aus dem sechzehnten Jahrhundert erhalten sind. In diese Zeit fällt auch, wie im Kodex von San Nicolas Totolapan überliefert, die Gründung der Dörfer, die heute noch die vier Hauptorte der Delegación darstellen:

  • La Magdalena Atlitic
  • San Bernabé Ocotepec
  • San Jerónimo Aculco
  • San Nicolás Totolapan

Diese Dörfer gehörten zur damaligen Zeit zum "Corregimiento" Coyoacán, das dem Eroberer Hernán Cortés von Karl V. 1529 neben anderen Gebieten als Besitz übertragen worden war.

Nachdem Mexiko 1821 seine Unabhängigkeit von Spanien erstritten hatte, setzte in Magdalena Contreras die Industrialisierung ein. 1846 nahm die bedeutende Textilfabrik "La Magdalena" ihren Betrieb auf. Weitere folgten. Im niedriger gelegenen Teil der Delegación wurde die Papierfabrik Santa Teresa gebaut, die 1897 in eine Textilfabrik umgewandelt wurde. Die Ansiedlung des Textilgewerbes wurde begünstigt durch die Nähe zum Bundesstaat Morelos, wo die Rohstoffe produziert wurden, den Bau der Eisenbahnstrecke Cuernavaca - Mexiko-Stadt, die durch die Delegación führte, die wasserreichen Flüsse Magdalena und Eslava, an denen mehrere kleine Wasserkraftwerke zur Stromerzeugung gebaut wurden und das feuchte Klima, das die Baumwollverarbeitung erleichterte.

Im August 1847, während des Kriegs Mexiko-USA, fand um die Hügel von Padierna (in Nähe des heutigen Vergnügungsparks "Six Flags") eine Schlacht zwischen Truppen des mexikanischen Generals Gabriel Valencia und dem US-amerikanischen Invasionsheer statt, die mit dem Rückzug der Truppen unter Valencia endete.

Aufgrund der harten Arbeitsbedingungen der Arbeiter in den Textilfabriken, kam es im Verlauf des 19. Jahrhunderts wiederholt zu Streiks und gewaltsamen Unruhen in Magdalena Contreras. Viele Bewohner unterstützten daher den Aufstand Francisco I. Maderos gegen Porfirio Díaz. Auch als 1912 die Zapatisten das strategisch wichtige Einfallstor in die Stadt besetzten, schlossen sich zahlreiche Ortsansässige dem revolutionären Kampf an. Zwischen 1913 und 1914 kämpften die Zapatisten um die Kontrolle über die Textilfabriken, die sich dadurch Einnahmen und Material zur Fortführung ihres Kampfes zu sichern suchten. Dabei kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit den lokalen Milizen und Bundestruppen, welche starke Verwüstungen in der Delegación anrichteten. Nach dem Einzug der Zapatisten in die Stadt im November 1914 wurde auch Magdalena Contreras besetzt. Nach der Revolution wurde der unter Porfirio Díaz z.T. enteignete kommunale Landbesitz wieder den Gemeinden dieses Gebiets übertragen.

1929 wurde der Bundesdistrikt neu gegliedert und dabei die Delegación Magdalena Contreras konstituiert.

In den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gründeten sich mehrere Gewerkschaften von Textilarbeitern und es kam immer wieder zu mitunter gewaltsamen Streiks. Ein 1967 begonnener und sechs Jahre dauernder Streik besiegelte schließlich 1973 das Ende der Textilfabrik La Magdalena.

Seit etwa 1960 dehnte sich die Stadt sehr stark auch in Richtung Südwesten aus. In Magdalena Contreras entstanden zahlreiche neue Colonias und die vier ursprünglichen Gemeinden wurden im Laufe der 1970er und 1980er Jahre komplett vom urbanen Gebiet absorbiert.

Politik

Der Verwaltungssitz der Delegación befindet sich in der Gemeinde La Magdalena Atlitic. Der Verwaltungschef ("Jefe Delegacional") ist seit 2009 der PRD-Politiker Eduardo Hernández Rojas.

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