Maquahuitl
From Mexiko-Lexikon
Maquahuitl: Hieb-und Kriegswaffe der Azteken.
Alternativnamen: Macuahuitl oder Macana.
Das Maquahuitl, eine schwertartige Waffe ohne Spitze in ihrem oberen Ende, war eine rechteckige Hartholzkeule deren Länge von 1Meter bis zu Mannshoch variierte. Während die kürzeren Maquahuitl für die Einhandführung gedacht waren, wurden die mannshohen Maquahuitl von zwei Händen gehalten und geführt.
An den Längsseiten dieser Hartholzkeule befand sich eine Nut, in der sich scharfkantige Feuersteinstücke oder Obsidiansplitter befanden. Je nachdem war ein Maquahuitl nur an einer Seite mit diesen scharfen Klingen bestückt oder aber an jeder Seite. Gehalten wurden diese Klingen in der Nut von einer Art Spezialkleber. Über die Zusammensetzung des Klebers gibt es unterschiedliche Überlieferungen. So sprechen einige Überlieferungen von einer Wurzel, „Zacole“ oder „Teuxalli“, aus welcher dieser Kleber gewonnen wurde, andere Überlieferungen sprechen wiederum von „Schildkrötendung“.
Das Maquahuitl, mit dem die Azteken den Feinden nicht nur tödliche Wunden zufügen, sondern auch Arme und Beine abtrennen konnten, war eine gefürchtete Waffe bei den spanischen Conquistadoren.
Bernal Díaz del Castillo berichtete in „Die Eroberung von Mexiko“ ("Historia verdadera de la conquista de la Nueva España") darüber, dass die Maquahuitl schärfer waren als die Schwerter der Spanier. Er beschreibt weiterhin, dass dem Pferd von Pedro de Moron, ein Soldat in der Armee von Hernán Cortés, mit einem Schlag durch ein mannshohes Maquahuitl der Kopf abgeschlagen worden sei.
Bei den so genannten Blumenkriege, bei denen der Feind nicht getötet sondern nur gefangen werden sollte, wurde ein Maquahuitl benutzt, welches nicht mit scharfen Klingen besetzt war.
Literatur
- Bernal Díaz del Castillo: “Historia verdadera de la conquista de la Nueva España”
- John M. Cohen: “The Conquest of New Spain by Bernal Diaz del Castillo”
- Ross Hassig: “Mexico And the Spanish Conquest“
- Ross Hassig: “Aztec Warfare: Imperial Expansion and Political Control”

