Martha Sahagún
From Mexiko-Lexikon
Marta (auch: Martha) Maria Sahagún de Fox (geb. 10.04.1953 Zámora, Michoacán), "First Lady" von Mexiko
Sahagún, Tochter von Alberto Sahagún de la Parra und Teresa Jiménez Vargas, ist seit 2001 in zweiter Ehe mit Staatspräsident Vicente Fox Quesada verheiratet. Sie hat aus erster Ehe mit Manuel Bribiesca Godoy drei Kinder: Manuel, Jorge und Fernando (Bribiesca Sahagún).
Sahagún war seit 1995 Pressesprecherin von Vicente Fox, damals noch Gouverneur von Guanajuato. Im Präsidentschaftswahlkampf von 2000 war sie für die Pressearbeit von Fox Wahlkampfteam verantwortlich. Vor ihrer politischen Karriere war Sahagún Englischlehrerin der Privatuniversität La Salle in Celaya im Bundesstaat Guanajuato. Sie hat eine betriebswirtschaftliche Zusatzausbildung. Das seit 1988 Mitglied der PAN kandidierte 1994 erfolglos für das Bürgermeisteramt von Celaya.
Sahagún hat sich nach ihrer Heirat mehr und mehr in den politischen Vordergrund Mexikos vorgearbeitet. Sie engagiert sich in sozialen Themen und betreibt eine eigene Stiftung namens "Vamos México". Zeitweilig wurde sie als künftige Präsidentschaftskandidatin gehandelt, bis sie 2004 den Verzicht darauf erklärte. Kritiker werfen ihr vor, die verfassungsrechtlich nicht existierende Position einer "First Lady" zugunsten politischer Teilnahme - über ihren Mann - zu verwenden. Ihrer Stiftung "Vamos México" werden illegale Spendenzuflüsse vorgeworfen.
Hingegen erklärt das Präsidialamt, "Marta habe ohne Zweifel mit dem traditionellen Bild der Partnerin des Staatspräsidenten gebrochen, indem sie eine aktive und verpflichtende Rolle übernahm und sozial relevante neuartige Maßnahmen durchführte" (Quelle: Presidencia de México
Eine 2003 erschienene Biographie ("La Jefa" von Olga Wornat) rückte Sahagún in ein nachteiliges Bild. Das Buch zeichnet das Bild einer machtbewussten Frau, die die Geschicke des Landes aus dem Verborgenen lenken würde und ihren katholischen Glauben propagieren würde. Die nicht autorisierte Biographie löste bei ihrem Erscheinen einen Skandal aus.
Teile eines weiteren Werks der gleichen Autorin, ("Crónicas malditas", New York 2005), waren dem Einfluss von Sahagún und ihrer Kinder gewidmet. Seitdem ist insbesondere im Fall von Manuel Bribiesca (Caso Bribiesca) das Bundesparlament aktiv geworden. Bribiesca, Inhaber einer Baufirma, wird der Besitz von Geldreserven vorgeworfen, deren Herkunft nicht erklärbar sei. In dem Zusammenhang sprechen Kritiker von illegaler Bereicherung und Korruption öffentlicher Behörden. Dem Staatspräsidenten wird wiederum vorgehalten, die Söhne seiner Frau zu "decken".
Anfang Mai 2006 verurteilte ein Gericht in Mexiko-Stadt Olga Wornat und die Zeitung Proceso zu einer Geldstrafe wegen Diffamierung von Sahagún. Zudem muss die Autorin Teile des zweiten Buches umschreiben. Das Urteil wurde aber aufgrund formaler Fehler angefochten, im September 2006 bestätigte aber ein weiteres Gericht das Urteil, das eine Korrektur von "Crónicas malditas" und eine Gegendarstellung im Buch wegen "Diffamierung" einfordert. Im Januar 2007 bestätigte das Oberste Gericht des Bundesdistrikts das Urteil, setzte es aber auf ein Viertel der ursprünglichen Entschädigungssumme (auf 500.000 Pesos) ab und sprach zudem die Zeitschrift Proceso der Mitschuld frei ([1]).
Literatur
- Olga Wornat, La Jefa. New York 2003
- Olga Wornat, Crónicas malditas desde un México desolado. New York 2005
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