PEMEX
From Mexiko-Lexikon
PEtroleos MEXicanos = Mexikanisches Petroleum
Staatliche Monopolgesellschaft für die Förderung, Verarbeitung und Vertrieb des mexikanischen Erdöls.
Staatspräsident Lázaro Cárdenas hatte am 18.März 1938 die bis dato privaten Ölfördergesellschaften, allesamt in US- und britischen Besitz, nationalisiert. Basis hierfür waren Verfassungsbestimmungen, die bereits 1917 sämtliche Ressourcen des Landes in staatlichen Besitz überführten. Am 7.Juni 1938 wurde PEMEX als alleinige Nachfolgeorganisation gegründet, zugleich wurde das staatliche Monopol in der Verfassung festgeschrieben. Ein weiteres Dekret vom gleichen Tag übertrug PEMEX den alleinigen Vertrieb in ganz Mexiko und dem Ausland.
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Bedeutung von PEMEX und Zukunft
PEMEX ist der wichtigste Industriezweig Mexikos. Aus den Öl-Einnahmen wird ein nicht unerheblicher Prozentsatz des staatlichen Haushalts bestritten (etwa 40 Prozent der gesamten Staatseinnahmen). Umstritten ist allerdings, inwiefern der Konzern teilweise privatisiert werden sollte oder für private Kapitalgeber geöffnet werden könne. Die Opposition, namentlich PRD, befürchtet einen Ausverkauf nationaler Interessen, die Regierung verweist auf dringend notwendige Infrastrukturverbesserungen. PEMEX-Manager selbst beklagten öffentlich, dass ein zu hoher Anteil der Jahreseinnahmen an den Staat abgeführt werden müsste. Das Unternehmen gilt weltweit als eines der zehn Größten.
Ende März 2008 legte das Energieministerium eine Studie namens "Situación de Pemex" vor. Demnach gehen die vorhandenen Ölreserven seit Mitte der achtziger Jahren zurück, in 9,2 Jahren sind sie nach Aussage des Ministeriums erschöpft. Wegen der zurückgehenden Produktion habe Pemex allein seit 2004 10 Milliarden Pesos an Verlusten einfahren müssen. Ohne Reformen würde die Produktion bis 2021 auf die Hälfte des heutigen Wertes zurückgehen. Laut Aussage der Studie könnten neue Reserven nur durch Tiefseebohrungen gefördert werden. Dafür und für die Ausweitung der Raffineriekapazitäten (schon jetzt werden laut Studie 40 Prozent des benötigten Benzins importiert) sei aber zusätzliches (privates) Kapital notwendig. Außerdem müsse der Konzern eine interne Unternehmensreform durchlaufen.
Pemexgate
Politisch wurde die Firma immer wieder in Parteiangelegenheiten involviert. Die Ölarbeiter-Gewerkschaft gilt als zuverlässige Stütze der einstigen Regierungspartei PRI. Nach dem Sieg des PAN-Kandidaten Vicente Quesada Fox wurde der sogenannte "Pemexgate" publik: Im Korruptionsskandal sollen PEMEX-Manager etliche Firmengelder über die Ölarbeitergewerkschaft dem Wahlkampf der PRI zukommen gelassen lassen.
Unglücke
Der Monopolist hat wiederholt teilweise katastrophale Unfälle auf seinen Anlagen registrieren müssen. Die PROFEPA listet allein für den Zeitraum von 1950 bis 1996 folgende Unfälle auf:
- 25.November 1950, Poza Rica in Veracruz, Entweichen von Gas: 17 Tote, 300 Verletzte.
- 1.Juni 1979, Campeche, Explosion des Bohrlochs Ixtoc-1, Austreten von 3,1 Millionen Tonnen Erdöl, gravierende Schädigung des Ökosystems der Region, insbesondere der Wasserwelt.
- 19.September 1984, San Juan Ixhuatepec im Bundesstaat Mexiko, Explosion einer Gas-Aufbereitungsanlage, 650 Tote, 2.500 Verletzte.
- 3.Mai 1991, Cordoba in Veracruz, Explosion und Brand auf dem Gelände der Firma Anaversa, 300 Verletzte.
- 22.April 1992, Guadalajara in Jalisco, Explosion einer Erdölpipeline in der Stadt, 206 Tote, 1.500 Verletzte.
- 16.Februar 1995, Farm Plátano y Cacao in Tabasco, Explosion einer Gas- und Erdölpipeline (fehlerhafte Schweißkonstruktion), 7 Tote, 16 Verletzte.
- 26.Juli 1996, Cactus in Chiapas, Explosion in einer Gas-Verarbeitungsanlage, 6 Tote, 9 Verletzte.
- 11.November 1996, erneut in San Juan Ixhuatepec, Explosion ausgelaufenen Erdöls, vier Tote, 15 Verletzte.
- Oktober 2007, Zusammenstoß zweier Ölplattformen im Golf von Mexiko, rund 30 Kilometer vor dem Hafen Dos Bocas im Bundesstaat Campeche. Laut Angaben von PEMEX kollidierte die mobile Bohranlage „Usumacinta“ wegen Sturmböen und hohen Wellengangs mit dem Bohrturm „Kab 101“. 21 Tote. Öl-und Gasrohre wurden beschädigt und ca. 80.000 Liter Öl liefen ins Meer. Laut Staatsanwaltschaft wurde zum Schutz vor Umweltschäden in den Mangroven von Campeche und Tabasco vorsorglich Umweltalarm ausgelöst.
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Mexico-Community
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