Paso de la Reina

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Paso de la Reina: geplantes Wasserkraftwerk im Bundesstaat Oaxaca.

Der sich gegen das Bauprojekt engagierende Vereinigte Rat der Völker zur Verteidigung des Río Verde COPUDEVER (Consejo de Pueblos Unidos por la Defensa del Río Verde) erhielt am 7. Mai 2011 einen von der Stiftung Sergio Méndez Arceo vergebenen nationalen Menschenrechtspreis in der Kategorie "Organisationen" wegen ihres friedlichen Widerstands gegen das Staudammprojekt.

Geschichte

Seit 1966 hat die Comisión Federal de Electricidad (CFE) verschiedene Untersuchungen im Hauptflusslauf des Río Verde im südlichen Gebirge und der Küste von Oaxaca durchgeführt, um die Situation in Bezug auf Wasservorkommen, geologische Gegebenheiten, Umwelt- und soziale Folgen festzustellen, sowie das Staudamm-Potential dieses für Mexiko bedeutsamen Flusstales zu erkunden. Informationen dazu wurden jedoch auch auf Nachfragen bezugnehmend auf das mexikanische Ley Federal De Transparencia nicht preisgegeben.

Ab Februar 2006 haben MitarbeiterInnen der CFE dann Orte in der Region aufgesucht, um dort Teile des Projekts mit dem Namen Mehrfachnutzung des Wasservorkommens Paso de la Reyna vorzustellen. Besagter Staudamm würde eine Staudammmauer von 195 Metern haben, wovon 3.100 Hektar in sechs Landkreisen und 15 Ortschaften der Küste von Oaxaca betroffen wären. In diesen Orten leben hauptsächlich Mixteco- und Chatino-Indigene, zudem Mestizos und Afro-MexikanerInnen. Der Staudamm würde den normalen Flusslauf in den Nationalpark der Chacahua-Lagune verhindern. Außerdem würde das instabile Ökosystem sowie die reichhaltige und einzigartige Artenvielfalt betroffenen werden, mehre Tier- und Pflanzenarten würden vom Aussterben bedroht sein.

So gründete sich am 9. Juni 2009 in San José del Progreso Tututepec der Rat der Vereinten Gemeinden zur Verteidigung des Río Verde (COPUDEVER) zur Rettung seines Territoriums, des Wassers und der natürlichen Ressourcen. Die Opposition gegen den Bau des Staudamms in der Region ist gewachsen, aufgrund der Risiken, die der Bau für die lokale Bevölkerung bedeutet. Auch, weil sie angeprangert hat, dass ihre Stimme nicht berücksichtigt wurde.

Gegen das Projekt engagierte AktivistInnen wurden von Seiten lokaler Autoritäten eingeschüchtert, beispielsweise dadurch, dass der Einmarsch der Armee angedroht wurde. Auch sollten Versprechungen die Opposition schwächen, wobei jedoch nie klar gesagt wurde, wieviel Entschädigung es für den Verkauf von Ländereien geben werde.

Die mexikanische Menschenrechtsorganisation Centro Prodh meint, dass im Rahmen der Planungen zum Staudamm folgende Menschenrechte verletzt worden seien <ref>http://centroprodh.org.mx/prodh/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=71&Itemid=35&lang=en Centro Prodh: Hacia 2010: reformas estructurales y mano dura. El cerco en torno a los derechos humanos, S. 109</ref>:

- Die Gemeinschaft wurde nicht informiert - Es wurde keine Studie über die Umweltauswirkungen in Auftrag gegeben - Der Staat verletze das Recht auf Eigentum - Der Staat sei verantwortlich für Täuschung und die Verbreitung von falscher Information.

Literatur

Philipp Gerber 2011: "Der Widerstand gegen den Raubbau an Naturressourcen in Mexiko radikalisiert sich. Lehren aus einem Treffen in Oaxaca", für Correos de las Américas.

Weblinks

Internetpräsenz von COPUDEVER

Tony Macias, März 2010: Megaprojects Threaten Local Communities.

SIPAZ, Sept 2008: Oaxaca: Proyecto de presa hidroeléctrica “Paso de la Reina”

La Jornada, 28.07.2009: Ejidatarios de Oaxaca se alistan para luchar contra presa de CFE

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