Peñón de los Baños
From Mexiko-Lexikon
Felsenformation nordöstlich von Mexiko-Stadt
Peñón de los Baños, übersetzt “Bäderfelsen”, ist eine Felsenformation und ein Heilbad mit heißen Quellen, das sich nordöstlich von Mexiko-Stadt, in der Delegación Venustiano Carranza im Distrito Federal, in direkter Nähe zum „Internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt (span: Aeropuerto Internacional de la Ciudad de México, AICM) befindet.
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war Peñón de los Baños noch eine Insel in der Lagune Texcoco und befand sich in unmittelbarer Nähe von Tenochtitlán, der historischen Hauptstadt der Azteken, heutige Mexiko-Stadt. Die Insel, die Jahrhunderte durch das Wasser des Sees von der Hauptstadt getrennt war, ist heute, durch die Austrocknung des Texcoco-Sees und der Neulandgewinnung, Teil von Mexiko-Stadt.
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Geschichte
Peñón de los Baños, das in vorspanischer Zeit noch Tepetzinco (übersetzt „Kleiner Berg“) genannt wurde, erhielt seinen Namen aufgrund der dort vorkommenden heißen Thermalquellen vulkanischen Ursprungs. Den Thermalquellen wird nachgesagt, dass sie eine heilende Wirkung besitzen bei zum Beispiel Arthritis, Asthma, Ischias, Rheuma und vielem mehr und wurde bereits von den aztekischen Herrschern genutzt. Sie erbauten auf der Insel prachtvolle Gebäude und Tempel die jedoch von den spanischen Eroberer zerstört und durch christliche Einrichtungen ersetzt wurden. Während des Porfiriat (1876 bis 1911) erlebten die heißen Thermalquellen ein goldenes Zeitalter und es entstand ein Luxus-Thermalbad mit allen Annehmlichkeiten. Im 20. Jahrhundert verlor das Thermalbad durch den zunehmenden Bau von Kolonien seinen Glanz und nach dem Abriss der Luxusgebäude gibt es heute noch einen kleinen Bäderbereich im Schatten der im 18. Jahrhundert erbauten Barock-Kapelle.
Azteken
Tepetzinco (heute „Peñón de los Baños“) ist reich an Legenden der Azteken. Eine dieser Legenden berichtet, dass in Tepetzinco Copil getötet wurde, weil er sich an Huitzilopochtli (in der aztekischen Mythologie der Stammesgott der Azteken) dafür rächen wollte, dass seine Mutter Malinalxochitl auf der legendären Wanderung der Azteken von einem Ort im Norden namens Aztlán zum Texcoco-See zurückgelassen worden war. Malinalxochitl war in den Mythen der Azteken eine Schwester von Huitzilopochtli. Huitzilopochtli erkannte jedoch den Plan von Copil und ließ ihn durch seine Priester töten. Sie schnitten ihm den Kopf ab und sein Herz heraus. Das Herz wurde danach weit in den Texcoco-See, inmitten von Röhrich geworfen. Die Legende berichtet weiter, dass das Blut von Copil der Ursprung der heißen Thermal-Quellen ist. Aus dem Herz des Copils ging später ein Nopal (Feigenkaktus) hervor, auf dem sich das Nest eines Adlers befand und war der Ort, an dem die Azteken ihre Hauptstadt Tenochtitlán errichteten.
In anderen Überlieferungen heißt es, dass Tepetzinco einer der Orte war, wo Kinder von den Azteken zu Ehren der Regengötter (Tlaloque und Tlaloc) geopfert wurden. Das Fest zu Ehren der Götter hieß Atlcahualo und fand in Tenochtitlán am 2. Februar statt. Geopfert wurden Säuglinge, deren Geburt an bestimmten Tagen erfolgt war und die auf ihrem Kopf zwei Haarwirbel aufwiesen.
Mujer del Peñón III
Im Jahre 1959 wurde in Peñón de los Baños die Reste von einem menschlichen Skelett entdeckt. Das Skelett, genannt „La Mujer del Peñón III“, wird auf ein Alter von 12.500 Jahren datiert und zählt nach dem Skelettfund Eva de Naharon (Alter ca. 13.600 Jahre) zu dem zweitältesten Knochenfund von Mexiko und Amerika.
5 de Mayo
Peñón de los Baños ist bekannt für die alljährlich stattfindende traditionelle Veranstaltung am 5.Mai. Bei dieser Veranstaltung wird an die siegreiche Schlacht von Puebla erinnert, bei der am 5.Mai 1862 die französische Armee auf ihrem Marsch auf Mexiko-Stadt eine schwere Niederlage erlitt.
Quellenverzeichnis
- La Jornada:El Peñón de los Baños [1]
- "The History of the Indies of New Spain (Civilization of the American Indian Series)": Autor Fray Diego Durán
- "Peñón de los Baños y la Leyenda de Copil": Autor Aveleyra Arroyo de Anda
Literatur
- Peñón de los Baños y la Leyenda de Copil: von Aveleyra Arroyo de Anda, Luis.
- INAH, Instituto Nacional de Antropología e Historia, México, 2005,
- Book ID: 80232
- ISBN: ISBN: 968030082X.

