Rufino Tamayo
From Mexiko-Lexikon
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| Geboren: | 1901 in Oaxaca | ||
| Gestorben | 1991 in Mexico City | ||
| Beruf: | Maler | ||
| Besonderheit: | Tamayo gilt als Begründer der modernen mexikanischen Malerei | ||
Rufino Tamayo
geboren 1901 in Oaxaca, gestorben 1991 in Mexico-City
Der zapotekische Maler Tamayo gilt als Begründer der modernen mexikanischen Malerei. Mit seinem Schaffen begann die Abkehr vom Muralismus. Seine Werke sind stark geprägt von seiner Kindheit im farbenprächtigen Oaxaca . Er malte nur bei Tageslicht, um die Farben in allen Nuancen wahrnehmen zu können. Bei der Komposition seiner Bilder geht es ihm nicht um die Realität der Gegenstände, sondern um die Harmonie der Farben. Er war auf der Suche nach dem Ursprung von Mensch, Natur und Kosmos. Seine Werke enthalten viel mythische Bewegung. Spielerisch verarbeitete er kosmische und alltägliche Symbole.
Sein Leben
Tamayo lebte bis zu seinem 11. Lebensjahr bei seinen zapotekischen Eltern in Oaxaca, nach deren Tod nahm ihn seine Tante in México City auf. Dort verkaufte er erst mal eine zeitlang Obst auf dem Markt, bevor er nach dem Besuch von Zeichenkursen an der Academía San Carlos, 1921 seine künstlerische Laufbahn begann. Er arbeitete als Leiter der Zeichenabteilung des archäologischen Museums in México-City, wo er mit der Volkskultur und der präkolumbianischen Kunst Mexikos in Berührung kam. 1926 bekommt er seine erste Einzelausstellung in México City und reist noch im gleichen Jahr nach New York um dort auszustellen. Von 1928-29 lehrt er unter Diego Rivera an der Escuela Nacional de Bellas Artes in México City. Tamayo war kein wirklicher Befürworter des mexikanischen Muralismus und kehrte daher dem mexikanischen Kunstbetrieb erst mal den Rücken. In den Jahren 1936 bis 1950 ließ er sich mehrmals in New York nieder. Er kehrte zwar jährlich in seine Heimat zurück, stellte jedoch nur ganz selten dort aus, wohingegen er zahlreiche Ausstellungen in ganz Nordamerika hatte. Eine große Inspiration war für ihn die Picasso Retrospektive im Museum of Modern Art, die er später in seinen Werken verarbeitete. Tamayo wurde oft als Synthetiker bezeichnet, weil er Ideen aus den verschiedensten Quellen kombinierte: Gauguin, Cézanne, Picasso, Matisse, Miró, um nur einige zu erwähnen. In der frühen Zeit seines Schaffens verdankte er viel seiner Muse María Izquierdo, mit der er von 1929-35 zusammenlebte. Er zeigte eine sehr ausgeprägte Individualität, die sich in der Wahl seiner Farben widerspiegelte, sehr subtil und reich nuanciert. An seiner Farbgebung erkennt man ihn sofort als Mexikaner. Darüber sagte er einmal:
„Die Mexikaner sind kein fröhliches, sondern ein tragisches Volk, unter anderem wegen ihrer langen Geschichte unter fremder Herrschaft. ..Die Farbgebung des mexikanischen Künstlers ist ein Reflex und entspringt seiner Beobachtung der wirtschaftlichen Verhältnisse Mexikos, eines armen Landes, in dem die Menschen durchweg billige, mit Erde und Kalk vermischte Farben für den Anstrich ihrer Häuser und Gegenstände verwenden.“
Eng mit seiner Farbgebung ist auch sein Gefühl für Struktur verbunden. Seine Bildoberflächen sind so reich ausgearbeitet, dass man seine Bilder sowohl als Handwerksarbeit, wie auch als Kunstwerk betrachten kann. Dies spiegelt sich wider in der häufigen Verwendung von Volksmotiven sowie durch Anspielungen auf das Leben in Mexiko , wie z. Bsp. seine Obst - Stilleben mit der Farbenpracht wie man sie auf mexikanischen Märkten findet. 1948 hatte Tamayo eine große Retrospektive seiner Werke in Mexiko-City im Palacio de Bellas Artes. 1950 vertrat er sein Heimatland auf der Biennale in Venedig, 2 Jahre später erhielt er den Auftrag für 2 Wandbilder im Palacio de Bellas Artes (ein Ritterschlag für jeden Künstler). Zudem wurde er über Jahre mit internationalen Ehren überhäuft. 1974 spendete er seiner Heimatstadt Oaxaca ein Museum für präkolumbianische Kunst. Seine Werke der sechziger und siebziger Jahre findet man in einer großen Ausstellung im Musée d’Art Moderne, in Paris.
Museo Rufino Tamayo in Oaxaca
In fünf Räumen kann man die Privatsammlung (1300 Objekte) des Künstlers betrachten. Man findet dort wertvolle archäologische Artefakte der prähispanischen Kulturen wie: Masken, Keramiken, Goldschmuck u.v.m. Das Museum ist täglich außer Dienstags geöffnet.
Seine bedeutendsten Werke
Vendedora de fruta (1934, Aquarell, Sammlung Würth, Künzelsau)
Hombre con pájaros (1945, Privatsammlung – Courtesy Galería Avril, DF)
Ninos jugando con fuego (1947, Privatsammlung – Courtesy Galería Avril, DF)
Mujeres en movimiento (1951, Sammlung Enrique Guerrero, DF)
Venus dorada (1955, Privatsammlung – Courtesy Galería Avril, DF)
El astrónomo (1957, Privatsammlung – Courtesy Galería Avril, DF)
Paísaje (1958, Galería López Quiroga, DF)
Venus Negra (1965, Privatsammlung – Courtesy Galería Avril, DF)
Mujer de pie (1978, Privatsammlung – Courtesy Galería Avril, DF)

