Selva Lacandona (Regenwald)
From Mexiko-Lexikon
Die "Selva Lacandona" (Lakandonischer Regenwald) umfasst eine Landfläche von 957.240 Hektar und befindet sich im Nordosten den Bundesstaates Chiapas. Andere Quellen nennen eine Größe von 1,8 Millionen Hektar. Die Selva Lacandona ist die größte mit Hochwald bestandene Fläche Mexikos und teilt sich auf in vier Zonen: Zona Lacandona (Osten), Marqués de Comillas (Süden), Cañadas (Westen), und Norte (Norden).
In diesem Regen-Urwaldgebiet leben neben Adlern, Aras, Fledermäusen, Jaguaren, Brüll- und Spinnenaffen und Tukanen noch 300 Schmetterlingsarten und über 5.000 Insektenarten und es gibt zu den 40 verschiedenen Vogelarten noch 20 Säugetierarten. Außerdem wachsen hier 30 verschiedene Baumarten und 50 Orchideengattungen. Zwanzig Prozent der mexikanischen Biodiversität befinden sich hier auf einer Fläche, die 0,16 Prozent des nationalen Territoriums umfasst. Das Naturschutzgebiet "Biosphärenreservat Montes Azules" ist der am besten erhaltene Teil der Selva Lacandona.
Die Selva Lacandona ist dünnbesiedelt. Neben den " Lacandonen " leben auch Tzotziles und Tzeltales in der Region. In der Selva Lacandona siedelten sich Ende der fünfziger Jahre des 20.Jahrhunderts Indígenas an, nachdem sie von lokalen Chefs, den sogenannten Kaziken, aus dem Hochland vertrieben worden waren. Die Selva ist Gegenstand politisch-wirtschaftlich-sozialer Auseinandersetzungen.
In der Selva Lacandona befinden sich die archäologischen Ausgrabungsstätten Bonampak, Palenque, Piedras Negras und Yaxchilán. Die zwei letztgenannten Ausgrabungsstätten sind nicht über den Landweg, sondern nur über den Fluss Usumacinta zu erreichen.
Siehe hierzu auch: Lacandonen (Indigene Bevölkerung) , Biosphärenreservat Montes Azules und Montes Azules (Konflikt)
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