Sierra de San Francisco (Felszeichnungen)
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Felszeichnungen in der Sierra de San Francisco: Prähistorisches Zeugnis einer längst untergegangenen Kultur
Die gesamte Wüstenhalbinsel Baja California beherbergt hunderte von Fundstellen mit prähistorischen Felszeichnungen. Die bedeutendsten
von Ihnen wurden in der zerklüfteten Gebirgslandschaft der Sierra de San Francisco gefunden, im Biosphärenreservat "El Vizcaíno".
Die Felszeichnungen der Sierra de San Francisco befinden sich in nur schwer zugänglichen Gebieten, in Schluchten, Höhlen und Abris (in der Archäologie „Felsschutzdächer), sowohl an den Wänden wie auch an den Decken und Überhängen in großer Höhe.
Zu den interessantesten Fundstellen zählen: (spanisch: Cueva- deutsch: Höhle / spanisch: Grutas –deutsch:Grotten) Cueva del Ratón, Cueva La Pintada, La Cueva de las Flechas, Cueva de la Música, Cueva del Batequì, Cueva de la Navidad, Cueva de la Soledad, Grutas del Brinco.
Von diesen Fundstellen ist lediglich nur die Cueva del Ratón relativ einfach zu erreichen. Sie befindet sich ca. 20 Minuten zu Fuß von dem Dorf San Francisco de la Sierra (1.130 m ü.M.), im Municipio (Gemeinde) Mulegé, entfernt. Für alle anderen Fundstellen muss ein Tag bis hin zu mehrere Tage eingeplant werden.
1993 wurden die Felszeichnungen in der Sierra de San Francisco durch die
UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und werden seitdem vom Staat und von Privatorganisationen für Touristen zugänglich gemacht.
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Besichtigungsgenehmigung
Für Besuche der Sierra de San Francisco und der Felszeichnungen wird eine Genehmigung durch das Büro des Instituto Nacional de Antropología e Historia (Institut für Anthropologie und Geschichte, kurz INAH) benötigt. Ein Büro des INAH befindet sich in der Ortschaft San Ignacio, wo sich auch das regionale Höhlenmalerei-Museum (spanisch: Museo de Pinturas Rupestres de San Ignacio) befindet. Für Touren zu den Felszeichnungen verlangt die INAH außerdem die Begleitung durch autorisierte Führer.
Die Felszeichnungen
Die überdimensionalen und farbenprächtigen Felszeichnungen der Sierra de San Francisco zählen weltweit zu einer herausragenden Sammlung von Felsmalereien und zeugen von einer hoch entwickelten Maltechnik (1) . Die in rot, schwarz, weiß und ocker gehaltenen Zeichnungen, stellen neben Frauen, Männer und Kinder eine Vielfalt von Tierarten dar, wie zum Beispiel: Dickhornschafe, Kaninchen, Schildkröten, Pumas, Adler, Schlangen, Hirsche und Wale. Die häufige Darstellung von Pfeilen in Verbindung mit Menschen und Tiere deutet auf mögliche Jagdszenen und eventuelle kriegerische Aktionen zwischen lokalen Gruppen. Vierbeinige Tiere sind fast immer rennend oder springend auf der Flucht zu sehen, wobei ihre Angst und das Entsetzen dramatisch lebensecht dargestellt sind. Menschliche Personen sind stets mit nach oben ausgestreckten Armen, gesichtlosen Köpfen und manchmal mit einer Art Kopfschmuck, seltsam starr und unbeweglich in Stein festgehalten worden. Durch Umrisszeichnungen und Schattierungen sorgten die Erschaffer dieser Gemälde zudem für einen plastischen Bildeindruck.
Für die Malerei in großen Höhen kamen möglicherweise Gerüste aus Palmenstämme mit Seilen aus Pflanzenfasern zum Einsatz. Fasern aus Blättern von Agaven wurden vermutlich wie eine Art Bürste benutzt und dienten als Malpinsel. Bestärkt wird diese Vermutung durch den Fund derartiger Bürsten mit Farbresten. Die Farben für die Bilder wurden aus gemahlenem Gestein und Holzkohle gewonnen. Nach dem Zerreiben erfolgte eine Vermischung mit Wasser. Als Bindemittel diente der Saft einer bis heute noch unbekannten Kakteenart. (2)
Das Alter der Felszeichnungen liegt bei etwa. 4.900 Jahren. (3)
Obwohl die Felsmalereien im Laufe der Zeit mehrmals übermalt wurden, hat sich der Stil erstaunlicherweise jedoch nur geringfügig geändert.
Aufgrund der Abgeschiedenheit der Fundorte und des trockenen Klimas sind die Zeichnungen bis heute erstaunlich gut erhalten geblieben.
Die Zeichner
Über die Bedeutung der Felszeichnungen gibt es nur Vermutungen. Möglicherweise dienten die Höhlen als Kultstätten. Ebenso wenig wie über die Funktion der Höhlen bekannt ist, so wenig ist auch über die Künstler der Felszeichnungen, die früheren Bewohner dieser kargen Gegend bekannt.
Vermutlich stammen die Felszeichnungen von den Pericúas, Guaycuras und Cochimíes (auch Guachimis genannt), die in vorspanischer Zeit dieses Gebiet bewohnten. (4)
Zu den kulturell am weitesten entwickelten zählten dabei die Cochimíes (oder auch Guachimis). Ihr Wohngebiet erstreckte sich von San Javier und La Purisima im Süden des Biosphärenreservates "El Vizcaíno" bis zum äußersten nördlichen Ende der
Halbinsel Baja California (5)
Berichte und Untersuchungen
Im Jahre 1789 berichtete der Jesuit Francisco Javier Clavijero in seinem Buch Historia de la Antigua o Baja California zum ersten Mal über die prähistorischen Felsmalereien. (6). Er schrieb auch über eine Legende, wonach die Bilder von einem aus dem Norden kommenden Stamm von Riesen gemahlt worden sind.
Weitere Studien folgten 1874 durch den niederländischen Gelehrten Herman Frederik Carel ten Kate und 1889-1905 durch den französischen Gelehrten Leon Diguet. Ihnen folgten Georges Enguerrand und Barbro Dahlgren (1951).1962 erfolgte eine Expedition mit dem US-amerikanischen Archäologe Clement Meighan und dem Schriftsteller Erle Stanley Gardner. Gardner publiziert die dabei gemachten Farbfotos 1962 im Magazin „Life“ sowie in seinem Buch The Hidden Heart of Mexico. 1975 publizierte der US-amerikanische Historiker und Fotograf Harry W.Crosby seine Untersuchungen in dem Buch The Cave Paintings of Baja California: Discovering the Great Murals of an Unknown People.
Aktuell werden die Untersuchungen der Felsmalereien von der INAH Archäologin María de la Luz Gutiérrez geleitet.
Quellenverzeichnis
- (1)UESCO:Rock Paintings of the Sierra de San Francisco [1]
- (2), (3) INAH: PINTURAS RUPESTRES MÁS ANTIGUAS DE AMÉRICA (22.MAI 2008) [2]
- (4) INAH: SITIOS MEXICANOS DEL PATRIMONIO MUNDIAL(Seite 39)[3]
- (5)UNESCO: Rock Paintings of the Sierra de San Francisco-Long Description[4]
- (6) Historia de la Antigua o Baja California: Francisco Xavier Clavigero ; edición de Xavier Chaco V. Published 1986 by Universidad Iberoamericana, Departamento de Historia y Plantel Noroeste (Coyoacán) ISBN 10 968859010X
- Bradshaw Foundation: The Great Murals of Baja California: [5]
- Publication of the Archaeological Institute of America: Cave Paintings of Baja California[6]
Links
- Video: PINTURAS RUPESTRES SIERRA DE SAN FRANCISCO MULEGE BAJA CALIFORNIA SUR [7]
- Pintura rupestre (Bilder über die Felszeichnungen)
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