Solidaridad Campesino Magisterial

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Solidaridad Campesino Magisterial, kurz SOCAMA (übersetzt: Bauern-Lehrer-Solidarität): ist ein Produzenten-Verband, der als Allianz zwischen Lehrern und Bauern die Entwicklung in den indigenen Gemeinden vorantreiben soll.

Gegründet wurde die „Solidaridad Campesino-Magisterial (SOCAMA)“ unter der Regierung von Carlos Salinas im Jahre 1988 durch maoistische Lehrerfunktionäre, die größtenteils der Sektion 7 der Nationalen Lehrergewerkschaft (Sección 7 ,Sindicato Nacional de Trabajadores de la Educación, kurz SNTE) angehörten und durch Gruppen der nationalen Bauernorganisation (Confederación Nacional Campesina, kurz CNC).
Nach eigenen Angaben sind in der SOCAMA mehr als 200.000 Menschen organisiert. Die SOCAMA, die eng mit der PRI (Partido Revolucionario Institucional = Revolutionäre institutionelle Partei) verflochten ist und heute eine ökonomisch und politisch bedeutende Vereinigung darstellt, verfügt über ein eigenes Kreditinstitut, die SOCAEM - Bauern-Unternehmer-Solidarität und hat seit der Präsidentschaft von Salinas besondere staatliche Förderungen erhalten. Sie ist eine der einflussreichsten ländlichen Organisationen im Bundesstaat Chiapas, eine der größten Waldeigentümer im Süden Mexikos, kontrolliert die bedeutendsten Kaffeeanbauflächen und verfügt über ein Netz von verschiedensten Kooperativen und Erzeugergemeinschaften. Die Finanzierung der SOCAMA ist sowohl durch Beiträge ihrer Mitgliedsgenossenschaften sowie durch staatliche Unterstützung gesichert.

Verruf

In Verruf geriet die SOCAMA aufgrund ihrer engen Verflechtung mit der von 1929 bis 2000 regierenden Staatspartei PRI, für die sie mehrere Abgeordnete im Bundesparlament stellte. Durch die weitreichenden Verflechtungen bis hin in Kommunal- und Staatsämter, konnte die SOCAMA Millionensummen nationaler und internationaler Entwicklungsgelder für ihre Projekte kanalisieren.

Ein weiterer Grund für den schlechten Ruf der SOCAMA ist ihre enge Verbindung zur paramilitärischen Organisation "Paz y Justicia" und dadurch, dass sie eine zentrale Rolle im Aufstandsbekämpfungskonzept der Regierung spielt, und daher bevorzugt gefördert wird.

Die paramilitärische Organisation "Paz y Justicia", die zu Beginn eine soziale Organisation war, die Projekte finanzierte und sich später zu einer paramilitärischen Gruppe formierte, wurde 1995 von der zu dieser Zeit regierenden PRI in der Zona Norte (Chiapas) gegründet und gilt als der militärische Arm der SOCAMA. Gründungsmitglied, und der zugleich auch an der Spitze dieser Gruppe stand, war der PRI-Abgeordnete im chiapanekischen Parlament und Leiter der SOCAMA, Samuel Sánchez Sánchez. "Paz y Justicia", die seit 1995 tausende Bäuerinnen und Bauern vertrieben, Kaffeepflanzungen zerstört, Ernten geraubt und auch vor Vergewaltigungen und Massakern nicht zurückschrecke wird ebenfalls gezielt zur Bekämpfung der Zapatisten und ihrer Unterstützerbasen eingesetzt, sowie zur Einschüchterung indigener Gemeinschaften die nicht zur SOCAMA gehören oder diese verlassen haben. Sie sorgen für die soziale Spaltung zwischen den regierungstreuen Kooperativen und Familien, welche die SOCAMA verlassen haben und den regierungsunabhängigen Kaffee -Kooperativen.

Quellenverzeichnis

Quellenverzeichnis:

  • ↑ Deutscher Bundestag: Auskunft zu Vorwürfen gegen Kaffee-Firma verlangt (kleine Anfrage) [1]
  • ↑ La Jornada: Zapatisten werden UES Drohungen nicht nachgeben [2]
  • ↑ LEBENSBAUM-Kaffee wurde TRANSFAIR-Siegel entzogen [3]
  • ↑ La Jornada: Operation Against Paramilitaries in Chiapas Raises Questions [4]
  • ↑ Bio-Kaffee Skandal [5]
  • ↑ Jornada: La fiebre paramilitary [6]
  • ↑ La Jornada: Socama, incubadora de varias bandas armadas [7]

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