Tenochtitlán

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 Modell von Tenochtitlán
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Modell von Tenochtitlán

Tenochtitlán ist ein Wort aus dem Náhuatl und setzt sich wie folgt zusammen:

Te(tl) = Stein + noch(tli) ( Nopal) + titlan (zwischen)

Übersetzt bedeutet Tenochtitlán : „Ort des Nopals“ oder auch „Ort, an dem ein Nopal aus einem Stein wächst“. Andere Übersetzungen lauten: "Stadt des Tenochs" oder "Stadt des Steinkaktus".

Inhaltsverzeichnis

Tenochtitlán

Wo sich heute die Hauptstadt Mexikos befindet, war einmal die Hauptstadt der Azteken, Tenochtitlán. Die Azteken-Hauptstadt lag auf befestigten Laguneninseln im Texcoco-See und war mit dem Festland durch drei lange, erhöhte Dämme verbunden. Als Hernán Cortés 1519 Mexiko erreichte, betrug die Einwohnerzahl der Stadt ca. 300 000 Menschen.

Vorgeschichte

Titelblatt Codex Mendoza
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Titelblatt Codex Mendoza

Die Legende erzählt: Die Azteken, die sich selbst als Méxica bezeichneten, lebten in Aztlán, das "Land der Reiher", als ihnen der Gott Huitzilopochtli erschien. Huitzilopochtli befahl ihnen, sich solange auf Wanderschaft zu begeben, bis sie einen großen Adler sehen würden, der auf einem Feigenkaktus sitzt und mit einer Schlange im Schnabel kämpft. Wenn sie dieses Zeichen entdeckten, würden sie ein großes Volk werden. Siehe hierzu auch: Ténoch und Huitzilopochtli - Die Prophezeiung

Im Jahre 1168 begann die lange Reise der Azteken und endete 1299, als sie den Chapultepec ("Heuschreckenberg"), einem Ort nahe des westlichen Ufers des Texcoco-Sees, erreichten. Die dort lebenden fünf anderen Völker fühlten sich jedoch durch die Azteken bedroht: 1319 wurden die Azteken bei einer Schlacht unter der Führung des Königs von Colhuacan geschlagen. Anschließend wandten sich die Azteken an Achitometl, den Herrscher von Colhuacan, und baten darum, das er ihnen eine neue Zufluchtsstätte zuwies. Da man jedoch die Azteken wieder los werden wollte, ließen sich Colhuacan und die anderen Stammesfürsten einen hinterhältigen Plan einfallen. Sie boten den Azteken eine Insel in der Mitte des Sees an, wohl wissend, das diese Insel von gefährlichen Giftschlangen bewohnt wurde und diese für die Vertreibung der Azteken sorgen würden. Dieser Plan ging allerdings nicht auf. Als die Azteken, unter ihnen ihr Seher Ténoch, die Insel erreichten, sahen sie die Prophezeiung des Gottes Huitzilopochtli erfüllt, und sie fanden einen großen Adler, der auf einem Feigenkaktus (Nopal) saß und mit einer Schlange im Schnabel kämpfte. Hocherfreut, das Ziel ihrer langen Reise erreicht zu haben, dankten sie dem Herrscher von Colhuacan und gründeten ihre neue Stadt, die sie nach ihrem Gründer Tenochtitlán benannten.

Gründung der Stadt Tenochtitlán

Tenochtitlán und Tlaltelolco
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Tenochtitlán und Tlaltelolco

Da Land auf der Insel relativ knapp war, begannen die Azteken die Sümpfe zu entwässern und künstlich geschaffene Insel im Schilfgebiet anzulegen. Dies erreichten sie, indem sie lagenweise Schlamm mit Schilfmatten verbanden und auf ihnen schnell wachsende Bäume pflanzen. Durch die Wurzeln der Bäume wurden diese „schwimmenden Inseln“, Chinampas, mit dem Boden fest verankert. Außer Bäumen pflanzten sie auch Blumen und Gemüse auf diesen Chinampas. Um die Chinampas durch die Verunreinigung des Salzwassers aus dem östlichen Teils des Sees zu schützen, wurde ein 16 km langer Damm mit Schleusen errichtet, der den Wasserstand kontrollierte. Tenochtitlán befand sich in einer künstlichen Lagune hinter diesem Damm. Dammwege verbanden auch die Stadt mit dem Festland. Trinkwasser erhielt man durch Süßwasserströme und durch Aquädukte von Quellen am Ufer. Mit und mit durchzog ein rasterartiges Kanalnetz Tenochtitlán und ca. 50.000 Kanus realisierten den Personen- und Lastenverkehr. Bei der Ankunft der Spanier hatte Tenochtitlán eine Fläche von ungefähr 750 Hektar.

Die Stadt Tenochtitlán

Tenochtitlán hatte eine ovale Form und war durch drei Wege (Dämme) mit dem Festland verbunden. In der Stadt gab es vierzig hohe Türme und viele Pyramiden. Der Stadtkern, indem sich der 400 Meter lange und 300 Meter breite Tempelbezirk befand, war durch Stadtmauern mit vier Stadttoren, die mit Schlangenmotiven versehen waren, umgeben und von der übrigen Stadt getrennt. Über jedes Eingangstor befanden sich Rüstkammern mit Waffen und Kriegsgerät. Von dem Tempelbezirk gingen die streng geometrisch angelegten Wege aus. Im Tempelbezirk befand sich das Zentralheiligtum, eine 30 Meter hohe Hauptpyramide (Teocalli) die von zwei gleich aussehenden Tempeln gekrönt wurde. Der weiß-blaue Tempel war dem Regengott Tlaloc und der mit weißen Totenschädeln auf rotem Grund verzierte Tempel dem Kriegsgott Huitzilopochtli geweiht. In dem Tempel des Huitzilopochtli befand sich die Statue des Sonnen- und Kriegsgottes, mit einer Kette menschlicher Herzen aus Gold und Silber geschmückt. Vor den Eingängen zu beiden Tempeln stand ein Opferstein aus Jaspis mit einer gekrümmten Scheitelfläche, auf die sich jedes Opfer legen musste. Bei der Einweihung des Tempels unter Auítzotl (auch Ahuizotl geschrieben) wurden, Berichten nach, 20.000 Menschen geopfert. Am Hauptplatz gab es noch einen Ballspielplatz, den Tempel für Quetzalcoatl und Tezcatlipoca. Die Pyramiden, die von den Azteken Tlachihualtepetl, ("künstlicher Berg") genannt wurden, symbolisierten den Himmel, an dem die Sonne und der Mond auf ihren Weg hinauf-und hinabsteigen mussten. Die Azteken stellten sich den Himmel nicht als Kuppel vor, sondern wie einen Berg.

In der Nähe des Zentralheiligtums befand sich die Paläste der Herrscher. Die Häuser der Angehörigen der höheren Schichten waren einstöckig und besaßen bis zu 50 Räume. Im Innenhof befand sich ein Tempel für die Hausbewohner.

In den Vierteln der Handwerker wurden Silber, Halbedelsteine, Onyx, Obsidian, Muscheln, Leder und Federn verarbeitet. Die Stadt und die Geschäfte waren voll von Reichtümer wie Gold und Silber, Schmuck aus Türkisen, Tücher aus Mitla, Onyxohrgehängen aus Puebla, Jaguar-, Puma- und Ozelotfellen. Die Erzeugnisse des gesamten Aztekenreiches kamen in der Hauptstadt zusammen und es fanden tägliche abgehaltene Märkte statt. Der größte Markt befand sich auf dem gepflasterten Platz vor dem Haupttempel. 30.000 Menschen sollten dort an den großen Markttagen, die an jedem fünften Tag abgehalten wurden, zusammengekommen sein. Es gab auch noch die Vierteln der Händler, Barbiere und öffentliche Schreiber.

Faktisch war Tenochtitlán eine Doppelstadt, die aus dem religiösen und politischen Machtzentrum Tenochtitlán im Süden und Tlaltelolco, mit dem Markt im Norden der Stadt, bestand.

Die Herrscher von Tenochtitlán

 Cuauhtémoc
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Cuauhtémoc

Eroberung und Zerstörung von Tenochtitlán

Am 16. August 1519 brach Cortés mit 350 Soldaten von Villa Rica aus nach Tenochtitlán auf. Auf dem Weg dorthin gelang es Cortés, mit Übersetzungshilfe der von Mayas an die Spanier geschenkten aztekischen Sklavin Malintzin, auch Malinche genannt, die Feinde der Azteken, darunter die Tlaxcalteken, auf seine Seite zu bringen.

 Hernán Cortés
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Hernán Cortés

Moctezuma II., der Herrscher Tenochtitlán, soll die Ankunft von Cortés in Mexiko als die lang angekündigte Rückkehr des Gottes Quetzalcoatl intepretiert haben. Tatsächlich dürfte er die Hoffnung gehegt haben, Cortés durch Gastgeschenke von einem Vordringen bis zur Hauptstadt Tenochtitlán abzuhalten. Diese Geschenke und der damit repräsentierte Reichtum sowie die Unterstützung durch Tlaxcalteken und Totonaken hatten zur Folge, dass Cortés erst recht die legendäre Hauptstadt der Azteken erreichen wollte. Ein aztekischer Hinterhalt in der Vasallenstadt Cholula wurde durch die Spanier vorzeitig vereitelt.

Am 8. November 1519 kam es zu einem Treffen zwischen Cortés und Moctezuma II. Über den Verbindungsdamm der Stadt führte er Cortés als Gast in die Stadt und wurde im Palast von Moctezumas Vorgänger Axayácatl untergebracht. Die Befürchtung in dieser Metropole eingeschlossen zu werden, veranlasste die Spanier zur Geiselnahme von Moctezuma. Durch die Ankunft Pánfilo de Narváez in Villa Rica, der gesandt worden war um Cortés Einhalt zu gebieten, sah Cortés sich gezwungen ihm entgegen zu eilen und überließ Pedro de Alvarado für die Zeit seiner Abwesenheit das Kommando in Tenochtitlán. Cortés konnte Narváez überwältigen.

Während seiner Abwesenheit richteten die Spanier ein Massaker unter dem aztekischen Adel an. Cortés gelang es zwar, in die Stadt zurückzukehren, sah sich aber mit einer offenen Rebellion der Bevölkerung unter Cuitláhuac (Bruder von Moctezuma II) konfrontiert. Ein Schlichtungsversuch durch Moctezuma II. schlug fehl; er wurde durch Steine, geschleudert durch sein eigenes Volk, getötet. Als Cortés erkennen musste, dass er den Azteken nicht mehr lange standhalten konnte, beschloss er die Flucht, die jedoch durch die Zerstörung der Dämme zum Festland erheblich erschwert wurde. Nach schweren Kämpfen, wobei Cortés ein Drittel seiner Männer verlor, ereichten die Spanier das sichere Ufer und die Tlaxcalteken.

Dadurch bedingt, dass sich die Azteken durch die Spanier mit Pocken angesteckt hatten, starb innerhalb weniger Wochen die Hälfte der Bevölkerung. Am 28.12.1520 griff Cortés, mit Unterstützung der Tlaxcalteken und anderer Verbündeter, erneut Tenochtitlán an. Cuauhtémoc, der Nachfolger Moctezuma II., leistete zwar erbitterten Widerstand, wurde jedoch kurz vor dem Fall der Stadt bei einem Fluchtversuch gefasst und gefangen genommen. Zuerst wurde der letzte Herrscher der Azteken von Cortés als Gefangener in allen Ehren behandelt, später jedoch wurde er durch eine Intrige 1525 hingerichtet. Tenochtitlán selbst wurde bei den Kämpfen vollständig zerstört. Auf seinen Trümmern errichteten die Spanier ab 1525 die neue Hauptstadt México. Trümmer der Stadt sind im heutigen Stadtgebiet auf dem Gelände des Templo Mayor und an der Plaza de las Tres Culturas zu sehen.


Quellenverzeichnis

"Zeittafel der Herrscher von Tenochtitlán".Quelle:PRESIDENCIA DE LA REPÚBLICA • MÉXICO: Gobernantes de México 1325-2006)

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