Terremoto de 1985

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Erdbeben der Stärke 8,1 auf der Richterskala in Michoacan, Mexiko-Stadt und Estado de Mexico am 19.September 1985, gefolgt von einem Nachbeben am darauffolgenden Tag mit einer Stärke von 7,5. Das Epizentrum lag im Bundesstaat Michoacan.

Die "Terremoto de 1985" oder auch kurz "Sismo del 85" genannte Naturkatastrophe erschütterte das Land in besonderem Maße, weil hier das politische und wirtschaftliche Zentrum Mexikos getroffen wurde. Getroffen wurde vor allem der instabile Baugrund im Norden und Zentrum von Mexiko-Stadt aufgrund dessen Lage auf dem Grund des einstigen Texcoco-Sees.

Über 2.800 Gebäude wurden beschädigt, 880 von ihnen brachen im Erdbeben oder danach zusammen (Quelle: Comisión Metropolitana de Emergencia, Oct.1985): Unter ihnen die Hospitäler Juárez und General, der Wohnkomplex Nuevo León mit 288 Wohnungen im Neubauviertel Nonoalco-Tlaltelolco, der Sendesitz des Fernsehsenders Televisa. Insbesondere das Stadtzentrum erlitt schwerste Beschädigungen, das Erdbeben zerstörte Ausgehzonen wie die Ciudad Juárez in der Altstadt (teilweise erst 2004 in altem Glanz wiederhergestellt) oder Wohngebiete wie Nonoalco-Tlaltelolco und Roma.

Das Erdbeben sorgte für eine Flucht vieler Menschen an die erdbebensicheren Randgebiete der Stadt. Etwa 50.000 zogen Richtung Guanajuato weg. Die Opferzahlen konnten bis heute nicht genau ermittelt werden. Offizielle Zahlen gehen von 4.500 bis 6.000 Toten aus, Rettungsmannschaften schätzen, dass das Erdbeben bis zu 45.000 Menschenleben gekostet haben könnte. Unter den Opfern befanden sich auch Prominente, unter ihnen der Musiker Rockdrigo Gonzalez. Allein in den beiden eingestürzten Hospitälern starben 800 Menschen.

Insgesamt schätzt man, dass das Erdbeben materielle Verluste in Höhe von 300 Millionen Dollar verursacht hatte.

Nach der Katastrophe wurde die Regierung seitens von Beobachtern, Rettungsorganisationen und Überlebenden mit Vorwürfen konfrontiert, zu passiv auf die Notsituation reagiert und ausländische Hilfe abgelehnt zu haben. Korruption habe zudem zu unsicheren Bauten geführt, bei früheren Erdbeben ähnlicher Stärke war Mexiko-Stadt glimpflicher davongekommen. Viele Bürger organisierten sich in Selbsthilfegruppen, was nach Meinung späterer Analysten der Beginn ziviler und nichtstaatlicher Organisationen war und den Anfang vom Ende der PRI-Regierung einleitete. In seine Memoiren verteidigte der damalige Staatspräsident Miguel de la Madrid sein Verhalten, das Ausmaß des Erdbebens habe die Regierung überrascht. Etwa 50.000 Sozialwohnungen wurden nach der Katastrophe errichtet, um die obdachlos gewordenen Betroffenen unterzubringen. Um eine erneut hohe Zahl an Opfern zu vermeiden, wurde ein Frühwarnsystem ("alerta sismica") an der erdbebengefährdeten Küste von Guerrero eingerichtet, welches bei Erdbeben stärker als 6,0 auf der Richterskala eine Vorwarnzeit von etwa 40 bis 50 Sekunden zulässt. 2002 wies die UNAM daraufhin, dass nur 150 öffentliche Gebäude (Schulen, Behörden) an dieses Vorwarnsystem angeschlossen sind.

Am 19.September 2005, dem in den Medien groß präsentierten 20-jährigen Gedenken an das Erdbeben, wurde die einmal jährlich durchgeführte Evakuierungsübung in Mexiko-Stadt mit diesmal über 2,5 Millionen Beteiligten durchgeführt.

Siehe auch;

Literatur

  • Carlos A. Rojas Enríquez: El terremoto de 1985 en el Hospital Juárez de la ciudad de México, DF 1987
  • Organización Panamericana de la Salud. Programa de Preparativos para Situaciones de Emergencia y Coordinación del Socorro en Casos de Desastre, Terremoto en México Septiembre 19 y 20, 1985. , DF o.J.
  • Humberto Musacchio, Ciudad quebrada, 1995
  • Guadalupe Loaeza, Stephanie Kurian, Gonzalo Carrillo, Daniel Carbajal, Martha Merodio: Terremoto: ausentes y presentes. 20 años después, 2005

Links

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