Test20072202
From Mexiko-Lexikon
ACHTUNG _ TESTSEITE !!! --Miguelalonso 18:50, 22. Feb 2007 (CET)Siehe auch: Geschichte | Zeittafel | Jahreschronik 2007
Chronik wichtiger Ereignisse im Jahr 2006
Inhaltsverzeichnis |
Januar bis März
2006, Januar-März - Beginn der heißen Wahlkampfphase für die Präsidentschaftswahlen 2006. Im Januar registrieren sich die Kandidaten von PRD, PRI, PAN und anderer Parteien. Nach einem Zwischenfall an der US-mexikanischen Grenze (mutmaßliche Drogendealer in mexikanischer Armeeuniform liefern sich eine Schießerei mit US-Grenzpolizisten) mahnen die USA öffentlich die Unsicherheit in Nordmexiko an. Für Unmut sorgt zudem der Fall Sheraton. Wesentlich brisanter ist die Verwicklung des Gouverneurs von Puebla in die Entführung einer Journalistin, die Politiker und Unternehmer der Beziehung zu einem Pädophilennetzwerk anklagt, der Fall weitet sich Ende Januar zum politischen Skandal aus, bleibt aber bis Jahresende ungelöst. In San Juan de Sabinas, Coahuila, sterben nach einer Explosion am 19.2. in einem Kohlebergwerk 65 Minenarbeiter. Am 28.Februar anerkennt das Arbeitsministerium den bisherigen Führer der Minenarbeitergewerkschaft, Napoleón Gómez Urrutia, nicht mehr an, worauf in mehreren Minen Streiks ausbrechen, die in blutigen Ausschreitungen mit zwei Toten in Ciudad Lázaro Cárdenas münden und erst im Juli beigelegt werden. Gómez Urrutia flüchtet ins Ausland, gegen ihn laufen mehrere Verfahren. Der Senat nimmt am 30. März das umstrittene Mediengesetz an.
April
Die Regierung entzieht der Fluglinie Aerocalifornia für drei Monate die Betriebserlaubnis. Grund: Unzureichende Sicherheit für Passagiere und Angestellte. Im Juni nimmt die Fluglinie wieder in Betrieb auf. In Mexiko-Stadt wird eine 18 Meter hohe Pyramide der um 1000 n.Chr.untergegangenen Teotihuacán -Kultur entdeckt. Die Pyramide war bisher im Hügel“ Cerro de la Estrella“ verborgen und unentdeckt geblieben. In der Gemeinde "Bella Vista" sollen etwa 20 Personen auf Grund des "Gesetzes der Liebe " verstoßen werden, weil sie Männer aus anderen Dörfern geheiratet haben.
2006, 24. April: Die SCJN lehnt die Aufnahme eines Untersuchungsverfahrens zum Halconazo von 1971 ab.
Mai
2006, 3. Mai: In und bei Texcoco kommt es zu Zusammenstößen zwischen Händlern und Bauern aus San Salvador Atenco und der Polizei. Auslöser war der Versuch der Polizei, Verkaufsstände von Blumenhändlern in einer Straße zu räumen (sie sollten in eine weiter entfernt liegende Markthalle umgesetzt werden). Bei den Straßenschlachten wurden bis zu 40 Menschen auf beiden Seiten teils schwer verletzt und ein Jugendlicher getötet. Einen Tag später stürmen Polizeieinheiten das Dorf und nehmen 172 Menschen fest, später ermittelt das CNDH schwere Verletzungen der Menschenrechte (u.a. sexuelle Übergriffe). Fünf Ausländer, darunter eine Deutsche, werden im Zusammenhang mit den Ereignissen ausgewiesen. In Mexiko-Stadt wird am 15. Mai das vorläufig letzte Stück der Segundo Pisos eingeweiht - die nunmehr zweistöckige Stadtautobahn soll den Verkehr im Südwesten der Stadt entlasten. Die insolvente LG.Philips Displays Gruppe in den USA schließt ein Werk in Mexiko miit 1.200 Arbeitern. Der US-Senat verabschiedet Ende Mai endgültig sein Migrations-Gesetzespaket. Es bestätigt den Bau einer Grenzmauer, unterstützt die Entsendung von Truppen an die Grenze zu Mexiko, eröffnet aber auch die (an mehrere Bedingungen und eine Strafe von rund 2.500 Dollar gebundene) Möglichkeit für seit über fünf Jahren in den USA lebende Illegalen, vorwiegend Mexikaner, ihren Aufenthalt zu legalisieren. Kürzere Aufenthalte sollen mit Arbeitsvisas legalisiert werden. Die Reform muss allerdings noch mit dem US-Abgeordnetenhaus abgestimmt werden. Dieses hatte im Dezember 2005 eine weitaus restriktivere Reform vorleget. Mexiko kritisiert das Vorhaben aufs schärfste. Im September stimmt auch das US-Repräsentantenhaus dem Mauerbau zu, die Staatspräsident Vicente Fox "beschämend" nennt. Ende Mai erhält bei den Filmfestspielen im französischen Cannes Regisseur Alejandro González Iñárritu für seinen neuen Film "Babel" den Preis für die beste Regie.
Juni
2006, 01. Juni: Die Geldüberweisungen mexikanischer Migranten aus den USA sind im ersten Quartal 2006 um 24,5 Prozent zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs angestiegen, so die mexikanische Nationalbank. 2005 hatten die Migranten 20 Milliarden Dollar Devisen überwiesen. 2006, 02. Juni: In Oaxaca de Juárez demonstrieren 50-80.000 Lehrer, Schüler und Oppositionsgruppen für mehr Lohn und bessere schulische Infrastruktur - Höhepunkt eines seit zehn Tagen andauernden Streiks der Pädagogen, die auch den Flughafen der Stadt blockiert hatten. Der Streik in Oaxaca wird von der 22.Sektion der SNTE getragen. 1,4 Millionen Schüler sind davon betroffen. Die Staatspolizei von Oaxaca scheitert Mitte Juni mit einem Versuch, das besetzte Stadtzentrum von Oaxaca zu räumen. Bei den Zusammenstößen werden 26 Demonstranten und ein Polizist verletzt. Danach verlangt die Gewerkschaft den Rücktritt von Gouverneur Ulises Ruiz, es bildet sich mit der APPO eine Protestbewegung. In den nächsten Monaten eskaliert der Streik, u.a. wird im Juli das Guelaguetza-Fest abgesagt.
2006, 11.Juni: Die Zeitung El Universal meldet, dass mindestens 475 Migranten von Oktober 2004 bis September 2005 nur noch tot aufgefunden worden. Sie waren ums Leben gekommen, als sie illegal die Grenze passieren wollten. Seit Oktober 2005 haben die Grenzbehörden 220 Leichen entdeckt.
2006, 24.Juni: Mexiko kündigt die vorzeitige Rückzahlung von sieben Milliarden Euro an Schulden an - die Hälfte eines 13 Milliarden hohen Kredits, den das Land bei internationalen Banken aufgenommen hatte. Insgesamt habe das Land Auslandsschulden in Höhe von 50 Milliarden Euro, was derzeit 6,4 Prozent des BIP darstelle, so Staatspräsident Vicente Fox.
2006, 24.Juni: Die Fußballnationalmannschaft scheidet im Achtelfinale der WM 2006 in Deutschland vorzeitig aus (1:2 gegen Argentinien n.V.). 16.000 Mexikaner waren zur WM angereist.
2006, 30.Juni: Gegen Ex-Staatspräsident Luis Echeverría wird Haftbefehl erlassen. Er soll als Innenminister für Massaker der Guerra Sucia verantwortlich sein. Wenig später wird der Haftbefehle wegen "Verjährung" jedoch wieder aufgehoben.
Juli
2006, 3.Juli: Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Präsidentschaftswahlen 2006 zwischen Felipe Calderón (PAN) und Andrés Manuel López Obrador (PRD). Die Wahlen zum Regierungschef des Bundesdistrikts hat PRD-Kandidat Marcelo Ebrard Casaubon mit 47 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Wahlen zum Bundesparlament ergaben für die PAN mit 33,7 Prozent der Stimmen den Status der stärksten Fraktion, gefolgt von PRD (29,2 Prozent inklusive Wahlverbündete) und PRI und PVEM (zusammen 27,66 Prozent). Drei Tage später wird Felipe Calderón Hinojosa durch das IFE zum Wahlsieger der Präsidentschaftswahlen 2006 ernannt. Offizielles Ergebnis: López Obrador 35,31 Prozent mit 14,736 Millionen Stimmen, Calderón 35,89 Prozent mit 15 Millionen Stimmen. Der Unterschied beträgt 0,58 Prozentpunkte (243.934 Stimmen). Es kommt zu einem monatelangen Tauziehen um die Anerkennung des Wahlergenisses. Ende Juli beginnt die "Besetzung" der Innenstadt des Zentrums durch Anhänger von Obrador, die zusammen mit etlichen Grodemonstrationen mehrere Monate die Stadt ins Verkehrschaos stürzen.
2006, 13.Juli: Die PRI schließt Elba Esther Gordillo Morales aus - der Ex-Parteigeneralsekretärin und -Fraktionschefin, zugleich Führerin der einflussreichen Lehrergewerkschaft, wird Illoyalität (Begünstigung anderer Parteien im Wahlkampf) vorgeworfen. SNTE-Angehörige hatten 2005 die Partido Nueva Alianza gegründet.
2006, 13.Juli:: Die UNESCO hat die Tequilafelder und -industrie rund um die gleichnamige Stadt im Bundesstaat Jalisco in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen. Das 34.658 Hektar größe Gebiet reicht bis Nayarit, die Auszeichnung erinnert auch an die vorhispanischen Ruinen der Region (Teuchitlan).
2006, 27.Juli: Eine Untersuchungskommission der Abgeordnetenkammer wirft Präsidentingattin Martha Sahagún vor, im Steuerbetrug einer Firma ihrer Söhne verwickelt zu sein (Caso Bribiesca). Es geht um 354 Millionen Pesos, die hinterzogen wurden.
August
2006, 14.August: Das Verkehrsministerium meldet nach Medienberichten das Ende für das Schnellzugprojekt ("Tren bala") zwischen Mexiko-Stadt und Guadalajara. Grund sind die geschätzten Kosten von ca. 8,4 Milliarden US-Dollar.
2006, 16.August: Nach neun Monaten Irrfahrt auf dem Pazifischen Ozean werden drei schiffbrüchige Fischer aus San Blas an der Küste von Neuseeland gerettet.
2006, 21.August: Bei den Parlaments- und Gouverneurswahlen in Chiapas (20.8.) verliert José Antonio Aguilar Bodegas, PRI und PAN-Kandidat, mit 48,17 Prozent der Stimmen (3.000 Stimmen Unterschied) gegen PRD-Kandidat Juan Sabines
2006, 23.August: Das Suprema Corte de Justicia de la Nación hat die Festsetzung gleicher Gefängnisstrafen für Erwachsene und Jugendliche für verfassungswidrig erklärt - das gilt auch für die bereits vor März 2006 (Verabschiedung eines Gesetzes zur Einführung eines Jugendstrafrechts) verurteilten Jugendlichen.
2006, 31.August: Eine Sonderkommission des Bundesparlaments lehnt ihren Abschlussbericht zum FOBAPROA vor. Demnach belaufe sich die öffentliche Verschuldung zugunsten der Bankenrettung 1995 auf über eine Milliarde Pesos.
September
1.September: Abgeordnete der PRD blockieren die Rednertribüne des neu gewählten Bundesparlaments und verhinderten so den traditionellen Rechenschaftsbericht von Staatspräsident Vicente Fox Quesada. Die angekündigte Demonstration steht im Zusammenhang mit dem Streit um das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2006. Schon seit Tagen war das Parlament durch tausende Polizisten abgeschirmt worden. Am 5. September wird Felipe Calderón Hinojosa offiziell durch das Oberste Wahlgericht zum Sieger der Präsidentschaftswahlen 2006 ausgerufen. Im Gegenzug "wählen" am 16. September Hunderttausende Anhänger von Andrés Manuel López Obrador in Mexiko-Stadt den linken Politiker zum "legitimen" (Gegen-)Präsidenten per Handzeichen auf einer "Nationalen Versammlung".
Oktober
14.Oktober: Xóchitl Gálvez, Vorsitzende der staatlichen Kommission für die Entwicklung der indigenen Völker, prangert in einem Interview die anhaltende Marginalisierung der Indigenas an. In den vergangenen sechs Jahren könne in dieser Hinsicht trotz mancher Erfolge nicht von einem "Triunfalismus" gesprochen werden. Bei den Gouverneurswahlen in Tabasco am 15. Oktober setzt sich der Kandidat der PRI, Andrés Rafael Granier Melo (56 Prozent der Wählerstimmen) gegen PRD-Kandidat Cesar Raul Ojeda (42 Prozent) durch. Lediglich 2,9 Bücher liest ein Mexikaner durchschnittlich pro KJahr, so die Ergebnisse der "Encuesta nacional de lectura". 29.Oktober: 4.000 paramilitärische Polizisten der Bundesregierung marschieren in Oaxaca de Juárez ein und besetzen den Zócalo der Stadt - das Ende des monatelangen Streiks in Oaxaca. Noch Anfang Oktober hatte die Regierung erklärt, keine Bundestruppen einsetzen zu wollen. Doch in den Tagen vor dem Einmarsch wurden mehrere Menschen bei Unruhen getötet. Die APPO behält Demonstrationen jedoch bei, während sich die Lehrer zurückziehen. Anfang November explodieren drei Bomben in Mexiko-Stadt, fordern jedoch keine Menschenleben.
November-Dezember
Das Parlament des Bundesdistrikts beschließt Anfang November erstmals in Mexiko zugunsten von Homosexuellen eheähnliche Partnerschaften per Gesetz. Die "Ley de Sociedades en Convivencia" soll im März 2007 in Kraft treten. Es stellt die Partnerschaften allerdings nicht gleich zur Ehe. Mindestens zwölf Menschen werden am 14.11. bei einem Überfall benachbarter Dörfler auf die Gemeinde "Viejo Velasco Suárez" im Naturschutzgebiet Montes Azules ermordet. Hintergrund können Landstreitigkeiten sein. Felipe Calderon wird am 1. Dezember zum Staatspräsident von Mexiko vereidigt. In einer privaten Zeremonie übergab ihm Vorgänger Vicente Fox um Mitternacht die Amtsinsignien. Am gleichen Tag erfolgte der Eid im Congreso de la Unión, die Zeremonie war jedoch kurz und von Tumulten zwischen Abgeordneten der PAN und PRD begleitet. Die neue Bundesregierung entsendet am 11. November 5.000 Soldaten nach Michoacán an, um führende Drogen-Bosse festzunehmen und -Anbaugebiete zu zerstören ("Operación Conjunta Michoacán"). In den letzten Monaten war der Bundesstaat immer wieder von blutigen Zusammenstößen zwischen Drogenkartellen und der Polizei erschüttert worden. Es ist der Beginn eines propagandistisch groß angekündigten "Feldzugs" gegen das Organisierte Verbrechen. Im Jahr 2006 sind nach Medien-Angaben 2.221 Menschen den Auseinandersetzungen zwischen Drogen-Kartellen untereinander und mit der Polizei und Armee zum Opfer gefallen - 684 mehr als 2005. Am stärksten betroffen waren Michoacán (754 Morde), Sinaloa und Guerrero.
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