Tourismus

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Mexiko lockt mit seinen 10.000 Kilometern schneeweißer Strände und traumhaften Buchten, der sagenumwobenen Welt der Maya und Azteken, Städten mit ihren Bauten aus altspanischer Kolonialzeit, versteckten Paradiesen für Naturliebhaber, Regenwäldern, Vulkanen und der Gastfreundschaft seiner Bewohner Jahr für Jahr mehr Touristen in „das Land, wo der Sommer wohnt“ und hat sich damit zu einem der bedeutendsten Touristenziele der Welt entwickelt. Die Deviseneinnahmen und Touristenankünfte steigen von Jahr zu Jahr kontinuierlich an: Mittlerweile stellt die Tourismusindustrie mehr als 1,8 Millionen Arbeitsplätze in Mexiko.

Inhaltsverzeichnis

Tourismus in Zahlen

Jährlich besuchen 19,7 Millionen Touristen Mexiko - die Hälfte mit ihnen mit einem FMVLM-Kurzzeitvisum bei Einreise über einen Hafen. Deutschland stellt dabei zusammen mit den anderen EU-Staaten das drittgrößte Besucherkontingent in Mexiko nach den USA und Kanada. Die Tourismusindustrie trägt 8,3 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei und schafft mehr als 1,8 Millionen Arbeitsplätze.

Nicht nur der internationale Tourismus spielt für Mexiko eine wichtige Rolle, sondern auch der nationale Tourismus. Außer in Cancún, welches einen Anteil von 75 Prozent an ausländischen Besuchern hat, haben die mexikanischen Binnenreisenden einen Anteil von 79 Prozent aller Touristen (Ausflüge zu mexikanischen Wallfahrts- oder Badeorten). Für die örtliche Wirtschaft, besonders dort, wo es aufgrund des Klimas und der Infrastruktur an Interesse bei den internationalen Gästen hapert, sind die mexikanischen Touristen von großer Bedeutung.

2009: Influenza Virus A/H1N1

Der Influenza Virus A/H1N1 (ehemals Schweinegrippe) hat der mexikanischen Tourismusindustrie, drittwichtigste Quelle ausländischer Einkünfte, im Jahre 2009 schweren Schaden zugefügt. Aktuell (Stand 30.5.2009) rechnet das Tourismusministerium mit einem Wegbleiben von ca. sieben Millionen Touristen im Jahre 2009 und einem damit verbundenen Einnahmeverlust von etwa umgerechnet drei Milliarden Euro. Laut Pressemitteilungen [1] bleiben in Mexiko-Stadt 85 Prozent der Hotelzimmer leer und in Cancún, touristische Zentrum Yucatáns, wurden 70 Prozent aller Reservierungen storniert. Zur Unterstützung der schwer angeschlagenen Tourismusindustrie soll laut Präsident Felipe Calderón eine Werbekampagne erfolgen, in welche die Regierung 90 Millionen Dollar investieren will. Geplant sind unter anderem Werbeanzeigen mit Opernstar Placido Domingo und der Golferin Lorena Ochoa sowie die Einladung an internationale Stars [2]

Tourismusförderung

1969 wurde die INFRATUR (Fondo de Promoción de Infraestructura Turística) mit dem Ziel gegründet, neue Badezentren zu schaffen: Cancún, Ixtapa-Zihuatanejo, Puerto Escondido, Los Cabos, Loreto und Huatulco. 1974 wurde aus der INFRATUR die staatlich kontrollierte Behörde FONATUR (Fondo Nacional de Fomento al Turismo = Nationalfonds zur Förderung des Tourismus).

Zu Tourismusförderung siehe auch:

Nachhaltiger Tourismus

Da das Interesse der Touristen nach Abenteuer- und Öko-Tourismus zunimmt, hat sich dies auch die mexikanische Regierung zum Programm gemacht. Die Devise der mexikanischen Regierung lautet: "Nachhaltiger Tourismus zum Wohl der Natur und der Bevölkerung " und ist auf den drei Säulen: Öko-Tourismus, Abenteuertourismus und Landtourismus aufgebaut.

Siehe auch: Nachhaltiger Tourismus - Puerta Verde - Comisión Nacional de Áreas Naturales ProtegidasBiosphären-Reservat - NationalparksGebiete zum Schutz der Flora und Fauna - Naturdenkmäler - Schutzgebiete - Gebiete zum Schutz der natürlichen Ressourcen

Öko-Tourismus

Beim Öko-Tourismus soll der Besucher die Natur möglichst unverfälscht erleben und durch sein Verhalten einen aktiven Beitrag zum Schutz leisten oder zumindest keine Schäden anrichten. Unter Öko-Tourismus fallen die allgemeinen Rahmenbedingungen:

  • Zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung in Schutzgebieten bzw. den Randzonen beitragen
  • durch die entstehende Innovationspotentiale zur Lösung von regionalen oder sektoralen Problemen beitragen
  • durch verantwortlichen Umgang negative Umweltauswirkungen und soziokulturelle Veränderungen minimieren
  • zur Finanzierung von Schutzgebieten beitragen,
  • Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung schaffen und damit zur Verbesserung des Umweltbewusstseins und der Naturschutzakzeptanz beitragen. Inzwischen gibt es schon einige Reiseagenturen, die Öko-Tourismus-Reisen zur Entdeckung der Natur in Mexiko anbieten.

Netzwerk Bioplaneta

Das "Bioplaneta Ecotourism Network" erhielt im Jahre 2004 im Rahmen der 38. Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin den „TO DO!2003“ Preis für sozialverantwortlicher Tourismus. Das Netzwerk Bioplaneta, welches überwiegend aus ländlichen und zum Teil indigenen, sich selbst tragenden Kooperativen besteht ist vor allen in den ärmeren Regionen der Bundesstaaten Oaxaca und Veracruz aktiv. Der Schwerpunkt von Netzwerk Bioplaneta liegt in der ökologischen Landwirtschaft, in nachhaltigem Tourismus, in verarbeiteten Produkten, Kunsthandwerk und fairer Handel. Den „TO DO!2003“ erhielt das Netzwerk Bioplaneta für seinen Nachweis, dass und wie Tourismus zu einer sozialverantwortlichen Regionalentwicklung und damit auch zur Armutsüberwindung beitragen kann.

Abenteuertourismus

Beim Abenteuerurlaub stellen sich die Teilnehmer allerlei Herausforderungen wie z.B. Bergsteigen, Mountainbiking oder dem Fluss-Kajak. Auch hier gibt es inzwischen Reiseagenturen, die Abenteuer-Urlaub in Mexiko anbieten.Wie zum Beispiel: AMTAVE (Asociación Mexicana de Turismo de Aventura y Ecoturismo) .Eine Organisation von 50 Reiseveranstaltern.

Landtourismus

Hierbei können die Teilnehmer die Möglichkeit des direkten Kontakts mit der Bevölkerung und den ländlichen Gebieten erhalten. Siehe hierzu auch: Landtourismus

Tauchtourismus

Die Halbinsel Yucatán mit ihren vorgelagerten Korallenriffen, die Baja California mit ihrem sagenhaftem Fischreichtum an der Pazifikküste, die Riviera Maya mit ihrem Eldorado der Höhlentaucher und das Hinterland mit seinen gigantischen unter Wasser liegenden Tropfsteinhöhlen (Cenotes) locken jedes Jahr Tausende Besucher aus aller Welt. Die Insel Cozumel, bekannt durch Jacques Cousteaus atemberaubenden Unterwasseraufnahmen, ist heute eines der bekanntesten und beliebtesten Tauchgebiete der Welt, insbesondere bei US-Amerikanern. Auch die Gewässer des „RESERVA DE LA BIOSFERA ARCHIPIÉLAGO DE REVILLAGIGEDO" (Naturschutzgebiet Revillagigedo-Archipel), einem Naturpark Mexikos etwa 400 Seemeilen westlich der Pazifikküste, werden nach offiziellen Schätzungen jährlich von 1.200 bis 1.500 Touristen frequentiert, 90 Prozent von ihnen US-Amerikaner.

Ökologische Folgen des Tourismus

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Abwasser- und Müllbeseitigung

Durch den Tourismus bedingt werden die mexikanischen Strandregionen teils stark durch Abwasser belastet, auch wenn man als Tourist in der Regel nichts davon merkt.

Lobenswerterweise und ungeachtet geschäftlicher Interessen hat die mexikanische Regierung im Jahr 2003 erstmalig jene Strände beim Namen genannt, die sie als hochgradig verschmutzt einstuft. Die Ergebnisse der jährlichen Untersuchungen zur Wasserqualität wurden im Internet veröffentlicht. Die Regierung gab an, sie sähe es als ihre Pflicht an, die Bevölkerung über gesundheitliche Risiken beim Baden im Meer aufzuklären.

Die Hiobsbotschaft betraf so berühmte Badeorte wie Acapulco, Huatulco und Zihuatanejo und die dortige Tourismusbranche befürchtete schweren Umsatzeinbußen, die allerdings nicht erfolgten.

Generell liegt in Mexiko oft mehr Müll herum als in Ländern Mitteleuropas.

Schädigung der Tier- und Pflanzenwelt

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