UNAM
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Universidad Nacional Autónoma de México
Die UNAM ist die größte öffentliche Universität des Landes. Ihr Sitz ist in Mexiko-Stadt.
Am 29.Juni 2007 wurde vom Welterbe-Komitee der UNESCO das zwischen 1949 und 1952 erbaute Gelände der Universidad Nacional Autónoma de México in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Nach Einschätzung der UNESCO ist der Zentralcampus der Universität eine der Ikonen der Moderne in Südamerika.
Inhaltsverzeichnis |
Historische Entwicklung
Gründung
Die Nationale Autonome Universität des Landes in Mexiko-Stadt wurde am 22.11.1910 als "Universidad Nacional de México" gegründet. Die Revolutionsjahre überstand sie nur mit Mühe, zeitweilig wurden die Professoren gezwungen, Militärränge zu bekleiden, zeitweilig versuchten Wissenschaftler wie Agustín Aragón und Horacio Barreda (Vertreter des "Orthodoxen Positivismus"), die Universität wieder abzuschaffen. Erst nach 1919 glitt die Universität in ruhigeres Fahrwasser und gewann insbesondere unter dem Rektor und späteren Erziehungsminister José Vasconcelos 1920-21 an Profil.
Die vollständige Autonomie errang die Universität, bis dato dem Erziehungsministerium SEP unterstellt, erst nach Studenten- und Professorenstreiks am 26.August 1929. 1936 und 1944 kam es zu weiteren Protesten. 1945 wurde das Universitätstatut per Gesetz erneut geregelt, im gleichen Jahr beschloss die Regierung den Bau einer Universitätsstadt im Süden von Mexiko-Stadt. 1949 zählte die Universität 23.900 Studenten.
Streikbewegung von 1968
1954 wurde die Ciudad Universitaria offiziell eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt zählte die UNAM 39.000 Studenten, Rektor war Nabor Carrillo Flores. Die Universität radikalisierte sich unter dem Einfluss der kubanischen Revolution und den Jugend- und Studentenbewegungen in der westlichen Welt. Bereits 1966 erzwangen einmal Studenten durch eine Erstürmung des Rektoratsgebäude den Rücktritt des eigenmächtig handelnden Rektors César Sepúlveda. Am 26.August 1968 kam es nach internen Zusammenstößen rivalisierender Studentengruppen zu einem brutalen Vorgehen der Polizei beim Versuch, für Ordnung zu sorgen. Die Studentenschaft und die Professoren wendeten sich gegen die Polizei, ein Streikkomitee wurde gebildet. Sehr schnell erhoben die Studenten gegenüber der Regierung politische Forderungen. Die reagierte am 18.September mit der militärischen Besetzung des Campus und provozierte am 2.Oktober das Massaker auf dem Platz von Tlaltelolco an den dort protestierenden Studenten. Bedingt durch die erzwungene Ruhe und die bald darauf stattfindenden Olympischen Spiele flaute die Streikbewegung ab, zahlreiche Lehrkräfte und Studenten wurden verhaftet.
Gegenwart
Ab 1969 überschritten die Studentenzahlen die 100.000er-Grenze. Zwar kam es 1972 erneut zu Protesten, insgesamt aber verhielt sich die Studentenschaft eher still. Bereits 1974 zählte man über 220.000 Studenten, weitere Campusse wurden in der Stadt eröffnet. Die Zahlen kletterten bis in die neunziger Jahre steil nach oben, dabei fuhr die Universität ab 1982 einen Sparkurs. Die zunehmende Finanzkrise belastete die Universität, der Plan zur Einführung moderater Studiengebühren löste jedoch 2000 einen monatelangen Studentenstreik aus, der die Universität vollkommen lähmte. Von dieser Krise hat sich die Universität mittlerweile wieder erholt. Aktuell zählt sie 269.000 Studenten, unter ihnen 104.000 Abiturientenschüler.
Struktur und Fachbereiche
Die Führung der UNAM gliedert sich gemäß des Unigesetzes (Ley Orgánica) in Consejo Universitario, Junta de Gobierno und dem Rektor selbst.
Der Universitätsrat (Consejo Universitario) setzt sich aus dem Rektor, Direktoren der Fakultäten, Schulen und Instituten, Vertretern von Wissenschaftlern, Lehrern und Schülern-Studenten sowie einem Vertreter der sonstigen Universitäts-Angestellten. Der Rat ist für den Beschluss von Richtlinien zuständig.
Der "Regierungsrat" oder "Verwaltungsrat" (Junta de Gobierno) besteht auf 15 Wissenschaftlern, vom Universitätsrat gewählt. Im obliegt die Wahl des Rektors und der Direktoren.
Der Rektor (rector) ist der offizielle Vertreter der Universität. Er muss mexikanischer Nationalität sein. Der Rektor der UNAM wird auf vier Jahre mit der einmaligen Möglichkeit der Wiederwahl gewählt.
Schulen
Die UNAM verfügte von Anfang an über eine Oberstufen-Sektion mit dem Ziel des Abiturabschlusses. Mittlerweile existieren zwei Oberstufen, die ENP ("Escuela Nacional Preparatoria") mit neun Campusse und das CCH ("Colegio de Ciencias y Humanidades") mit sechs Campussen. Hier gilt als Aufnahmebedingung ein Abschluss der Secundaria mit einer Note "7".
Die ENP ist quasi die Vorläuferin der UNAM. Sie wurde 1871 geschaffen und diente 1910 als Grundlage für die Eröffnung der Universität, der sie von Anfang an organisatorisch unterstellt war. 1915 bis 1920 war sie kurzzeitig eigenständig. Die CCH wurde 1971 geschaffen, um die ENP zu entlasten.
Studentenschaft
Aufnahmebedingungen:
- Üblicherweise Abitur (Bachillerato) mit einer Mindestdurchschnittsnote "7"
- Aufnahmeprüfung (limitierte Aufnahmeplätze), Kosten 250 Pesos (Stand Juni 2005)
Weitere, jeweils aktuelle Infos: UNAM Escolar
Service
Adressen des Campus
Literatur
Liste der Universitätsrektoren
Siehe auch Studium
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