Anáhuac
From Mexiko-Lexikon
Im zentralen Hochland von Mexiko bilden zwei große Täler tiefe Einschnitte in das Plateau: Das "Valle de México" ("Tal von Mexiko" ) oder auch "Anáhuac" genannt, mit einer Höhe zwischen 1.800 Metern und 2.400 Metern im Süden des Hochlandes und der " Bolsón de Mapimí " im Norden.
Das Valle de México ("Tal von Mexiko" wird im Osten, Süden und Westen von Bergen und zahlreichen Vulkanen, wie dem Popocatépetl (5.452 Meter hoch) und Iztaccíhuatl (5.286 Meter hoch) begrenzt.
Klimatisch liegt das „Valle de México“ in der Übergangszone von der Tierra templada (Gemäßigtes Land)und der Tierra fría (Kaltes Land), mit wintertrockenes, warmgemäßigtes Klima. Die Temperaturen schwanken zwischen 10 Grad Celsius in den Abend-und Morgenstunden und können im Sommer tagsüber bis 24 Grad Celsius ansteigen.
Geschichte
Im "Valle de México" freigelegte Feuerstellen, und der Fund einiger Steinwerkzeuge, lassen nach Untersuchungen den Schluss zu, dass das "Tal von Mexiko" bereits seit 21.000 vor Christus bewohnt war.
"Anáhuac" , wie die Azteken das „Tal von Mexiko“ nannten, kommt aus der Náhuatl- Sprache und bedeutet übersetzt "Land am Wasser".
Im 10.Jahrhundert wanderten vom Norden her die Tolteken ins "Valle de México" und errichteten dort ihr Reich. Um das Jahr 1300 erreichten die Azteken das "Valle de México" , wo sie, ihrem Gott Huitzilopochtli folgend, eine Stadt gründen sollten. Im Jahre 1325 gründeten die Azteken auf den Inseln des Texcoco-Sees eine Siedlung mit dem Namen Tenochtitlán, die sich zur Hauptstadt des Aztekenreiches entwickelte.
Am 8. November 1519 traf der spanische Eroberer Hernán Cortés in Tenochtitlán ein und ließ die Stadt am 28.12.1520 vollständig zerstören. Auf den Ruinen der Stadt wurde das heutige Mexiko-Stadt erbaut.
Trockenlegung der Seen
In der Zeit vor der Conquista war das "Valle de México" von Seen, wie zum Beispiel dem Texcoco-See, erfüllt. Um Hochwassergefahren zu verringern und um Raum für neue Besiedlungen zu schaffen, begannen bereits die Spanier damit, die Seen weitgehend trocken zu legen. Die Trockenlegung der Seen, besonders des Texcoco-Sees, haben zu einer Zerstörung der Wälder und zu einer Veränderung des Klimas im Valle de México geführt. Der so gut wie ausgetrocknete Texcoco-See bildet in der Trockenzeit eine braune Lehmebene, aus der sich die gefürchteten "Tolvaneras" ( Staubstürme) bilden, die Mexiko-Stadt in einen gelben Nebel hüllen. Die Trockenlegung der Seen führt auch zu einer Überausbeutung der Grundwasserschichten im Valle de México. Diese Überausbeutung führt zum Beispiel in Mexiko Stadt dazu, dass sich, laut der „Arbeitsgemeinschaft Österreichische Lateinamerika-Forschung“ der Stadtboden jährlich bis zu 40 Zentimeter setzt und die Bausubstanz gefährdet.
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