Wirtschaft
From Mexiko-Lexikon
Mexiko ist traditionell ein Rohstofflieferant (früher Silber, heute Erdöl und Eisen)und Fertigteileimporteur gewesen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich dies jedoch durch den Aufbau einer eigenen Schwerindustrie (Milagro Mexicano) und eine liberale Wirtschaftspolitik geändert. Mexiko erzielte 2004 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 685 Milliarden US-Dollar (1990: 240 Millionen US-Dollar). Das Land hat mit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens NAFTA mit den USA und Kanada 1994 eine erhebliche Zunahme an Industrieansiedlungen erlebt, die die wirtschaftliche Rezession und Finanzkrise der neunziger Jahre teilweise minderten.
Laut der mexikanischen Regierung ist die Wirtschaft des Landes im Jahr 2006 um 4,8 Prozent gewachsen. Für das Jahr 2007 erwartet man auf Grund einer Abkühlung der US-Konjunktur nur eine Wachstumsrate von 3,6 Prozent.
Die mexikanische Wirtschaft basiert auf mehreren Säulen:
- Rohstoffabbau, vor allem Ölverarbeitung und -export (staatliches Monopol PEMEX).
- Lohnniedrige Endfertigung (Maquiladora-Industrie, ausländische Investitionen)
- Nationaler und internationaler Tourismus
- Landwirtschaft (25 Prozent der mexikanischen Bevölkerung lebt vom Land, erwirtschaften jedoch nur zehn Prozent des BIP). Hinsichtlich Export ist hier der Kaffeeanbau von Bedeutung.
Die USA besitzen eine dominante Position im Import- und Exportgeschäft, der mächtige Nachbar ist Mexikos wichtigster Produktabnehmer. Die Geldüberweisungen der mexikanischen Migranten in den USA stellen nach den ausländischen Investitionen und dem Erdölexport die drittwichtigste Deviseneinnahmequelle dar. In den vergangenen Jahren sind Mexikos Exporte in die USA durch den Markteintritt von Fabrikanten aus Fernost in Bedrängnis geraten. Nach den USA, Mexiko wickelt 2006 über 80 Prozent seines Außenhandels mit dem nördlichen Nachbarn ab, sind Japan, China und Deutschland die wichtigsten Handelspartner.
Eine innernationale Rolle spielen Pymes - klein- und mittelständische Betriebe. Unter dem Begriff versteht man vor allem Kleinsthandelsbetriebe. Eine nicht zu unterschätzende Rolle als Arbeitsmarkt spielt der informeller Sektor des Straßenverkaufs (Comercio ambulante).
Finanzmärkte
Die Finanzmärkte des Landes zeigten sich in den letzten Jahren bis 2007 stabil. Dies unter anderem, weil große börsennotierte Unternehmen einen nicht unwesentlichen Teil der Erträge im Ausland erwirtschaften und auch vermehrt ausländisches Kapital an Mexikos Börsen gehandelt wird. Der IPC-Index der Bolsa Mexicana de Valores (BMV) pendelte bis Ende 2003 jahrelang zwischen 5.000 und 10.000 Punkten. Im Jahr 2004 stieg er um 47 Prozent, im folgenden Jahr um 38 Prozent an und erzielte 2006 fast 50 Prozent. In den vergangenen vier Jahren (Stand Januar 2007) verteuerten sich laut dem Börsenhaus Vectom die mexikanischen Aktien um durchschnittlich 44 Prozent.
Mexiko gilt derzeit (Stand Januar 2007) für Aktienhändler und Spekulanten als einer der rentabelsten Börsenplätze der Welt, insbesondere in Erwartung von Strukturreformen durch den seit November 2006 amtierenden Staatspräsidenten Felipe Calderón.
Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände
Arbeitnehmer und Arbeitgeber (Patrones) sind in mehreren Verbänden organisiert. Die Arbeitnehmer stützen sich dabei auf den "Sindicatos", nach der Mexikanischen Revolution entstandenenen Fachbranchengewerkschaften, die jedoch spätestens seit den fünfziger Jahren des 20.Jahrhunderts auf einer Linie mit den PRI-Regierungen werkelten. Daneben existieren kleinere unabhängige Gewerkschaften.
Auf Arbeitgeberseite handelt es sich bei den Interessensverbänden etwa um die COPARMEX, die USEM und die Confederación de Cámaras Industriales de los Estados Unidos Mexicanos. Als eine Art Dachverband der Arbeitgeber fungiert der Consejo coordinador Empresarial.
Links
Mexico-Community
- Eigentumsstrukturen der mexikanischen Wirtschaft
- Privatisierung und Entwicklung
- Mexikos Wirtschaftswachstum der letzten Jahre
- Mexikanische Firmen in Deutschland?
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